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Branchenmeldungen 11.03.2016

curasan macht FIT für intelligentes Knochenmanagement

Georg Isbaner
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curasan macht FIT für intelligentes Knochenmanagement

Am 11./12. März 2016 fanden die Frankfurter Implantologie Tage (FIT) in Frankfurt am Main statt. Unter dem Motto „FIT für intelligentes Knochenmanagement“ ließ die curasan AG zahlreiche hochkarätige Referenten zu diesem Thema sprechen. Die rund einhundert Teilnehmer konnten dabei bis zu sieben Fortbildungspunkte erwerben.

Die Veranstaltung im Sheraton Hotel am Frankfurter (Main) Flughafen begann am Freitag mit einer exklusiven Abendveranstaltung im Kempinski Hotel Frankfurt/Main. Michael Schlenk, Vorstand der curasan AG, begrüßte die Anwesenden mit der Ankündigung, die Frankfurter Implantologietage nun wieder regelmäßiger stattfinden zu lassen, um den Dialog mit den Anwendern aufrecht zu erhalten bzw. diesen zu intensivieren. Im Anschluss daran sprach Flugkapitän und Leiter der Flugsicherheitsforschung der Lufthansa AG, Manfred Müller, über das Risikomanagement in der Luftfahrt. Beindruckend legte Müller dar, wie entscheidend ein offensives Fehler- und Risikomanagement maßgeblich zur Luftfahrtsicherheit beiträgt. Ableiten für die Medizin ließen sich die moderne Führungskultur und das Fehlermanagement der Lufthansa-Pilotenausbildung, wobei die konstruktive Teamarbeit und eine gesunde soziale Interaktion aller Beteiligten maßgeblich Risiken minimieren können.

Impressionen aus Frankfurt

Der Samstag widmete sich ganz den Themen Knochenmanagement und Knochenersatzmaterialien. Sowohl erfahrene Kliniker wie zum Beispiel Prof. Dr. Dr. Frank Palm und Priv.-Doz. Dr. Dr. Arwed Ludwig als auch universitäre Forscher wie Prof. Dr. Christine Knabe-Ducheyne und Priv.-Doz. Dr. Dr. Shahram Ghanaati beleuchteten unterschiedliche Aspekte moderner Knochenersatzmaterialien. Neben den Vorträgen waren auch praktische Übungen und ein Abrechnungsseminar Teil des Fortbildungsprogrammes.

Knochenersatz vs. Knochenregeneration – eine Frage der Philosophie?


Viele Jahre schien der Einsatz von synthetischen Knochenersatzmaterialien eine eher philosophische als eine medizinische Fragestellung zu sein. Doch mittlerweile können Unternehmen wie die curasan AG mit einem außerordentlichen Fundus an wissenschaftlicher und klinischer Expertise aufwarten und im Zusammenspiel mit den ständig verbesserten Eigenschaften ihrer Produkte eine hochdifferenzierte Diskussion ermöglichen.

Und genau das geschah während der seit langem wieder sattfindenden „Frankfurter Implantologietagen – FIT“ der curasan AG. Die Tagung machte deutlich, dass synthetische Knochenersatzmaterialien wie CERASOB® M mit seinen resorptiven Eigenschaften in vielen Belangen den autologen, xenogenen oder bovinen Knochenersatzmaterialien überlegen ist. Wenn es zusätzlich nach den Vertretern der synthetischen Knochenersatzmaterialien wie Prof. Dr. Dr. Stefan Schermer ginge, stelle zudem der Eingriff zur Gewinnung von Eigenknochentransplantaten – sei es vom Kiefer- oder Beckenkammknochen etc. – eine unnötige Invasivität dar. Des Weiteren seien bovine bzw. Humanspender-Knochenersatzmaterialien nie ohne Restrisiko hinsichtlich virologischer bzw. immunologischer Verunreinigungen – ganz abgesehen von der zusätzlichen Aufklärungspflicht gegenüber den Patienten.

Der Schlüssel zum Erfolg der synthetischen KEMs liegt zweifelsohne auch im tiefen Verständnis der biologischen und chemischen Prozesse, das in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung der curasan AG vorhanden ist. Experten des Hauses wie Chemiker Dr. Fabian Peters beschrieben eindrücklich den Unterschied zwischen Knochenersatz und Knochenregeneration. Letzteres ist natürlich erklärtes Ziel, das man allerdings nur mittels der oben erwähnten Knochenresorption erreicht. CERASORB® M basiert auf phasenreinem Beta-Tricalciumphosphat und weise ein optimales Verhältnis von Primärstabilität, Resorptionszeit und Knochenneubildung auf, so Peters.

Das erwähnte Material ist eine Weiterentwicklung auf Basis von CERASORB® Classic. Es verfügt über eine interkonnektierende, offene Multiporosität mit Mikro-, Meso- und Makroporen (5 µm – 500 µm) und eine Gesamtporosität von ca. 65%. Die Granula sind polygonal, d.h. unregelmäßig geformt und begünstigen das Verkanten und die Verzahnung in der Defekthöhle. Es bietet aufgrund seiner chemischen und biologischen Eigenschaften bei der physiologischen Defektversorgung eine Alternative zu Spongiosa.

Verschiedene Indikationen – unterschiedliche KEMs


Dass inzwischen Experten wie Priv.-Doz. Dr. Dr. Shahram Ghanaati und Prof. Dr. Christine Knabe-Ducheyne durch ihre langjährige universitäre Forschungsarbeit eindrückliche histologische Befunde und Biopsien vorlegen können, unterstreicht das Potential dieser Produktgruppen. Ghanaati sprach sich dafür aus, dass man in Zukunft noch stärker die unterschiedlichen synthetischen Knochenersatzmaterialien auf die verschiedenen Indiktionen abstimmen müsse.

Bereits jetzt können curasan-Anwender auf KEMs wie Osbone® mit längerer Resorptionszeit im Vergleich zu CERASORB® M zurückgreifen. Ein Vorteil sei dabei die länger anhaltende Primärstabilität des Leitgerüstes bei größeren Defektvolumina.

Ein Produkt, welches sich besonders für kleinere Defekte eigne, sei die CERASORB® Paste. Diese ist mit einer Hyaluronsäure-Matrix suspendiert und nimmt nach Applikation aus dem umliegenden Knochengewebe durch Diffusion Wachstumsfaktoren etc. auf. Das Hyaluronsäuregel härte nicht aus. Es verbleibe durch seine Eigenschaften als dauerplastisches, volumenstabiles Hydrogel im Defekt, wo es den körpereigenen Heilungsprozess unterstützt, so Ghanaati.

Prof. Schermer sprach über seine ersten Erfahrungen mit einer weiteren Produktklasse – dem CERASORB® Foam. Hierbei handelt es sich um ein hochporöses Komposit aus porcinem Kollagen (Kollagen-Komplex) und phasenreinen beta-TCP Granulaten von unterschiedlicher Größe und Dichte. Der Kollagenanteil dient zur Einbettung der Granulate und fixiert diese durch seine Fasern. Die spezielle Mischung aus beidem ermöglicht einen Granulatanteil von 85% nach Gewicht und damit eine hohe Volumenstabilität nach Abbau des schneller resorbierenden Kollagens. Das Material ist nach Anreicherung mit Blut aus dem Knochendefekt knetbar und defektgerecht modellierbar.

Primärstabilität vs. Resorption


In Vertretung ihres in Frankfurt verhinderten Kollegen Priv.-Doz. Dr. Dr. Micheal Stiller wies Prof. Knabe-Ducheyne in ihrem zweiten Vortrag auf die Schwierigkeit des richtigen Implantationszeitpunktes bei zweizeitigem Vorgehen hin. Es hänge von vielen Faktoren wie zum Beispiel der Größe des zu regenerierenden Defektes ab, wann der optimale Zeitpunkt für die Implantation erreicht ist. Ein zu frühes Inserieren der Implantatschraube könne eine verminderte Primärstabilität bedeuten, so Knabe-Ducheyne. Eine zu späte Insertion kann durch die vollständige Resorption des Knochenersatzmaterials und des damit möglichweise einhergehenden Volumenverlustes kompromittiert werden.

Ein weiterer Diskussionspunkt in Frankfurt war die Frage, ob bzw. womit man das einzubringende Material hydriert. Die favorisierte Option stelle natürlich das Einbluten um Defekt selbst dar, betonte Prof. Dr. Dr. Frank Palm. Eine weitere Möglichkeit bestehe darin, aufbereitetes Eigenblut (PAP, PFA) der Patienten zu verwenden. Einhellig abgeraten haben die Experten von einer Hydrierung mit Kochsalzlösung oder mit nicht weiter prozessiertem, venösem oder arteriellem Blut. Zudem unterstrich Prof. Palm den Nutzen von CERASORB® M, wenn man es komplexen Defektrestaurationen mit autologen Knochentransplanteten beimischt.

Ausblick


Erklärtes Ziel der curasan AG ist die Diskussion um die synthetischen Knochenersatzmaterialien CERASORB® M und den damit verwandten Produktgruppen in den kommenden Monaten und Jahren spürbar voranzubringen. Die nächsten Frankfurter Implantologietage finden 2017 statt.

Foto: © OEMUS MEDIA AG
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