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Branchenmeldungen 28.02.2011

DGEndo goes Switzerland

DGEndo goes Switzerland

Frühjahrsakademie in Zürich


Seit Freitag findet erstmalig in der Schweiz, genauer gesagt in Zürich, die Frühjahrsakademie (FJA) der DGEndo statt. Die von Dr. Clemens Bargholz (Hamburg) und Dr. Frank Paqué (Zürich) organisierte Tagung bildet ein weiteres Mal das Highlight im frühsommerlichen Endodontie-Fortbildungskalender der DGEndo. Das erfolgreiche Konzept der FJA, eine Veranstaltung mit sehr hohem Praxisbezug darzustellen, findet in Zürich durch die hervorragende Ausstattung der Universitätszahnklinik optimale Voraussetzungen vor.

Exzellente Ausstattung ermöglicht praxisnahe Kurse


So finden die Ergonomie-Kurse, die als Team-Seminar konzipiert sind und von Dr. Richard Hilger, Susanne Hilger (beide Düsseldorf), Dr. Hans-Willi Hermann (Bad Kreuznach), Dr. Jörg Schröder (Berlin), Dr. Bijan Vahedi (Augsburg) und Oscar von Stetten (Stuttgart) geleitet werden, in drei Sessions im Behandlungssaal der wissenschaftlichen Mitarbeiter statt. Dieser ist mit acht Behandlungsstühlen inkl. Mikroskop ausgestattet, sodass die Übungen ergonomischer Abläufe unter echten Praxisbedingungen erfolgen.


Eine zusätzliche Erweiterung des Angebotes findet man dieses Jahr erstmalig auch im Bereich der endodontischen Assistenz mit zwei weiteren Workshops mit den Themen der Gesprächsführung am Telefon und der Kommunikation mit dem Patienten und dem Team (Susanne Knüppel und Regina Thöle-Maracke, beide Hamburg) statt.

Breit gefächertes Angebot an interessanten Seminaren


Ansonsten ist das Portfolio der angebotenen Themen ebenso ambitioniert wie weit gestreut. Nach der Begrüßung am Freitag durch die Organisatoren und den Direktor der Klinik für Präventivzahnmedizin, Parodontologie und Kariologie (PKK) Prof. Dr. Thomas Attin, verteilten sich die Teilnehmer auf die angebotenen Vorträge bzw. Seminare.

Am Nachmittag startete Dr. Jan Behring, M.Sc.(Hamburg) mit dem theoretischen Teil zum Thema der chirurgischen Kronenverlängerung mit besonderem Fokus auf die Nahttechniken. Am Samtagvormittag folgen mit Dr. Rüdiger Junker, M.Sc.(Nimwegen,NL) die praktischen Übungen am Schweinekiefer.

Dr. Carsten Appel (Niederkassel) erläuterte die „Squirting-Technik“ als thermoplastische Füllmethode ohne Verwendung eines Masterpoints. Der Vortrag von Dr. Appel teilte sich dabei in einen theoretischen Teil mit Indikation, präparatorische Voraussetzung und Durchführung der Squirting-Technik; der praktische Teil wurde an extrahierten Zähnen durchgeführt und nutzte ebenfalls die optimale Ausstattung mit digitalem Röntgen und mobilen Dentalmikroskopen in den Phantomsälen zur Kontrolle des Ergebnisses und anschließender fachlischer Diskussion.

Der Erhalt von suboptimal behandelten Zähnen durch eine Revision ist im endodontischen Alltag eine der großen Herausforderungen. Dies stellt uns je nach Art der Vorbehandlung und den entsprechendem Befund vor zeit- und motivationsraubende Probleme. So findet man im Bereich der Revisionen etliche herausragende Vorträge, um zukünftig effizienter therapieren zu können. Dr. Wolf Richter (München) führte dazu gestern ein Hands-on-Seminar durch, in dem die Teilnehmer unter dem Dentalmikroskop Revisionen durchführten.

Am Samstagnachmittag werden im dazugehörigen Vortrag Dr. Ralf Günther (Holzgerlingen) und Dr. Werner Nussbaumer (Kempten) ihre Konzepte der Revisionsbehandlung vorstellen. Dr. Frank Paqué wird zum Abschluss des Vortrages fünf revidierte Zähne vom Vortag präsentieren, von denen sowohl vor als auch nach der Revision Micro-CTs erstellt wurden, um mit modernster Technik das Behandlungsergebnis zu diskutieren.

Den digitalen „Workflow“ beleuchtete Carsten Schafflhuber (Überlingen) am Freitagnachmittag. Dabei spielte die Analyse der heutigen Situation mit der Vernetzung von Mediendaten auch im Kontext der allgemeinen Datenverwaltung (Hygiene, digitales Röntgen, Kamera, Video, Mikroskop) eine Rolle. Exemplarisch wurde FotoStation als professionelle Lösung präsentiert und deren Einbindung in den Praxisablauf demonstriert.

Lösungsansätze wiederkehrender endodontischer Schwierigkeiten


Ein weiteres Highlight der vergangenen Akademien findet auch in der Schweiz seine Fortsetzung. Der „Dresdner Freiheitskämpfer“ für hoffnungslos frakturierte Instrumente, Dipl.-Stom. Michael Arnold, zeigt heute unterschiedliche Techniken zur substanzschonenden Entfernung, die häufig Voraussetzung für eine vollständige Reinigung und Obturation des Kanalsystems ist.

Ebenso begehrt waren in den vergangenen Jahren die Seminare zur Patientenkommunikation von Dr. Bernhard Albers (Norderstedt). In Zeiten einer potenter werdenden Zahnheilkunde und sinkenden Erstattungen gewinnt das Patientengespräch immer deutlicher an Relevanz. Dabei vermittelt Dr. Albers die Grundregeln der Patientenkommunikation und stellt nach der Analyse der Techniken die Thematik in der Gruppe zur Diskussion. Die These dabei lautet: „Es gibt keine zu teure Behandlung, nur eine zu schlecht kommunizierte.“

Ein weiterer bekannter Spezialist, Dr. Gabriel Krastl (Basel, CH), referiert ebenfalls heute zur Traumatologie und bietet neben zahlreichen Behandlungsfällen einen tiefen Einblick in das klinische Behandlungskonzept des Zahnunfallzentrums Basel. Gerade in den glücklicherweise im Alltag nicht allzu häufigen traumatologischen Erstversorgungen ist eine korrekte Diagnostik und anschließende Therapie essenziell zum langfristigen Zahnerhalt und der Vermeidung von weitreichenden Folgeschäden in dentaler und psychosozialer Hinsicht.

Das Thema der Diagnostik wird von Dr. Christian Köneke (Bremen) bezüglich des aktuellen Standes der Forschung zur Unterscheidung von Pulpitis und CMD beleuchtet. Diese können ähnliche Symptome aufweisen und dadurch die korrekte Diagnosestellung erschweren. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Neurologie, da es bei einer CMD im Hirnstamm zu einer kummulativen Reizantwort kommen kann, die eine Pulpitis vortäuscht. Auch andere medizinische Bereiche werden fächerübergreifend beleuchtet. Eine EDV-gestützte Diagnostik zur klaren Unterscheidung wird vom Referenten vorgestellt.

Am Samstagnachmittag finden außerdem drei exzellente Workshops statt, deren Relevanz für die tägliche endodontische Praxis enorm ist. Dr. Winfried Zeppenfeld (Flensburg) bietet dabei unter dem Thema: „Kanäle suchen und finden – mb2“ sowohl einen theoretischen Teil in Vortragsform als auch anschließend praktische Übungen an. Übersehene Wurzelkanäle sind häufige Ursache eines endodontischen Misserfolgs. Zur Vermeidung dessen wird mit Bezug auf die Interpretation von Röntgenbildern, Rückschlüsse der Zahnmorphologie auf die Kanalkonfiguration und dem Ertasten sowie dem Aufsuchen von Kanälen ein praktischer Hands-on-Teil unter dem Dentalmikroskop durchgeführt.

Seit etlichen Jahren kommen Portlandzemente in der „Baustelle Zahn“ zum Einsatz. Das Verständnis der biologischen Eigenschaften hilft bei der Indikationsstellung und wird im Seminar mit Hands-on-Teil von Dr. Stephan Gäb¬ler (Langebrück) gefördert. Auch die Einbringhilfen spielen im Vortrag eine Rolle, um diese situationsangepasst (chirurgisch, Perforationsdeckung etc.) einzusetzen.

Zum krönenden Abschluss erfolgt in der dritten Session am Samstagnachmittag eine Live-Behandlung von Dr. Christoph Zirkel (Köln). Die Einzelheiten der Behandlung resultieren dabei aus der erst kurzfristig entscheidbaren Situation. Die Behandlung wird dabei über das Dentalmikroskop auf Monitore übertragen.

Abendevent mit Dampferfahrt


Neben den fachlichen Leckerbissen hat Zürich auch sonst einiges zu bieten. Dabei sollte man dem gesellschaftlichen Teil besondere Beachtung schenken. Da die Zahnklinik in unmittelbarer Nähe des Zürichsees liegt, bietet es sich an, abends eine Schifffahrt zu unternehmen. Von der Zahnklinik aus wird man bei einem wunderschönen Sommertag das Züricher Panorama vom See aus genießen können, bevor es nach ca. einstündiger Fahrt vom Steg direkt ins Restaurant geht, um dort den Abend weiterzuführen. Nach Stärkung mit ausreichend Speis und Trank wird jedem eine Stippvisite im Züricher Nachtleben empfohlen.

Quelle: DGEndo Intern 1/2010, Christian Hohmann für ZWP online, 19.06.2010

Foto: © DGEndo
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