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Branchenmeldungen 06.03.2014

DGET: Dissertationspreisträger 2013

DGET: Dissertationspreisträger 2013

Die Deutsche Gesellschaft für Endodontologie und zahnärztliche Traumatologie e.V. (DGET) in der DGZ hat sich bei ihrer Gründung zum Ziel gesetzt, die Endodontie und zahnärztliche Traumatologie in Deutschland zu fördern. Jedes Mitglied der DGET kann sich für einen Preis bewerben oder einen Antrag auf Förderung stellen. Im Rahmen der 1. Gemeinschaftstagung der DGZ und der DGET mit der DGPZM und DGR²Z vom 10. bis 12. Oktober 2013 in Marburg wurden die mit jeweils 1.000 Euro dotierten Dissertationspreise 2013 der DGET vergeben.

Insbesondere junge Kolleginnen und Kollegen sind es, die „endodonthusiastisch“ an ihren Dissertationen arbeiten und zugleich eine finanzielle Förderung benötigen. Die DGET unterstützt diese Kolleginnen und Kollegen bei ihren Dissertationen und stellt zu diesem Zweck jährlich einen Etat von 5.000 Euro zur Verfügung.

Dr. Fadi Alhaddad Alhamoui, Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Thema: „Dichtigkeit von ProRoot MTA als apikale Barriere bei drei verschiedenen Applikationstechniken.“

Die einzeitige Apexifikationstechnik mit Mineral Trioxid Aggregate (MTA) kann als Alternative zu den herkömmlichen, langwierigen Behandlungsmethoden mit Kalziumhydroxid gesehen werden. Ziel der Studie war es, die Dichtigkeit von ProRoot MTA als apikale Barriere bei drei verschiedenen Applikationstechniken zu untersuchen.

Bei sechzig frisch extrahierten, einwurzeligen, humanen Zähnen wurden die klinischen Kronen abgetrennt, um eine standardisierte Wurzellänge von 15mm zu erhalten. Die Wurzeln wurden mit Gates-Bohrern (Größe 1–6) erweitert, um die klinische Situation eines offenen Apex zu simulieren. Anschließend wurden jeweils 20 Proben nach dem Zufallsprinzip den drei Versuchsgruppen zugeordnet. 5mm MTA wurde mit einem Plugger (Gruppe 1), Papierspitze (Gruppe 2) oder Ultraschallspitze (Gruppe 3) gestellt. Anhand der Röntgenbilder wurde die korrekte Platzierung der apikalen Barrieren überprüft. Nach Verschluss aller Proben mit warmer Guttapercha (Obtura, Sealer AH26) wurde der koronale Anteil aller Proben mit Cavit abgedichtet. Mit Ausnahme des Apex (ca. 1mm) wurden die Proben dann doppelt mit Nagellack beschichtet und für 48 Stunden in eine Methylenblaulösung bei Raumtemperatur getaucht. Abschließend wurden in den Längsschnitten der Proben (Schichtstärke 0,4mm) das Ausmaß der Farbpenetration mit einem Stereomikroskop (Vergrößerung 20 x) gemessen.

Die mittlere Farbpenetrationstiefe betrug für Gruppe 1 1,34 mm (± 0,5 SD), 1,25 mm (± 0,4 SD) für Gruppe 2 und 1,14mm (±0,4SD) für Gruppe 3. Die statistische Analyse zeigte keine signifikanten Unterschiede zwischen den drei experimentellen Gruppen (0,178 < p < 0,552). Schlussfolgernd ergibt sich, dass ProRoot MTA eine fast identische Farbpenetration und damit Abdichtungsfähigkeit bei der Applikation als apikale Barriere mit Plugger, Papier- oder Ultraschallspitzen hat.

Dr. Edith Harapetian, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Thema: „Eine randomisierte In-vitro-Vergleichsstudie zur maschinellen Aufbereitung gekrümmter Wurzelkanäle mit dem Antriebsmotor Endo IT und dem Winkelstück Mtwo direct unter Anwendung von Mity Roto 360°-Mtwo-Instrumenten“

Die Aufbereitungsqualität von 60 Simulationsblöcken für gekrümmte Wurzelkanäle wurde für zwei maschinelle NiTi-Systeme Mtwo und Mity Roto 360°, die in apikal-koronaler Methodik eingesetzt wurden, untersucht. Dabei wurden jeweils zwei drehmomentgesteuerte Antriebe (Mtwo direct versus Endo IT) eingesetzt.

Zusammenfassend hatte die Antriebsart keinen Einfluss auf die Studienergebnisse. Das Mtwo-System verursachte die signifikant geringsten Arbeitslängenverluste (bis 0,4 mm).

Das Mity Roto 360°-System schnitt bei der apikalen Bearbeitung des Wurzelkanals signifikant besser ab, wobei sie jedoch signifikant höhere Arbeitslängenverluste (bis 2,8mm) und drei Instrumentenfrakturen produzierte.

Unter der Limitation der vorliegenden Studie und unter Einbeziehung des ermittelten Präferenzwertes erscheint das Mtwo-System empfehlenswert für die apikal-koronale maschinelle Aufbereitungsmethode von gekrümmten Wurzelkanälen.

Dr. Gabriel Magnucki, Universitätsklinikum Halle (Saale)

Thema: „Humane Dentale Pulpastammzellen als Modell zur Untersuchung der Rolle von Toll-like Rezeptoren bei der Inflammation und auf die odontoblastische Differenzierung“

Toll-like Rezeptoren (TLR) erkennen Pathogen-assoziierte molekulare Muster und aktivieren durch Überexpression proinflammatorischer Zytokine, wie z.B. TNF-α, die Entzündungsreak- tion. Das Ziel der Studie war die Untersuchung des Einflusses der TLR-Agonisten LPS und Pam3CSK4 sowie TNF-α und IL-6 auf dentale Pulpastammzellen. Für die Untersuchungen wurden Pulpastammzellen (DPSC) aus humanen Weisheitszähnen gewonnen, kultiviert und deren Pluripotenz nachgewiesen.

Die dentalen Differenzierungseffekte wurden mittels RT-PCR und Western Blot für die odontoblastischen Marker DS(P)P und DMP-1 untersucht, zusätzlich wurden extrazelluläre kalziumhaltige Mineralisationen mit Alizarin-Red-S gefärbt. Des Weiteren wurde die durch die Stimulanzien aktivierte intrazelluläre Kaskade evaluiert. Zur Untersuchung der Wirkung der TLR-Liganden und der Zytokine auf die Proliferation wurde ein MTT-Assay durchgeführt.

Es stellte sich vor allem heraus, dass durch die TLR-Liganden die Zytokine TNF-α und IL-6 anfangs hochreguliert wurden und nach längerer Stimulation abfielen. Parallel dazu verlief auch die Expression der jeweils stimulierten Rezeptoren. Dieses könnte im Rahmen der gewebeprotektiven „Endotoxin-Toleranz“ geschehen, wo nach anfänglicher Proteinüberexpression die TLR-Expression und damit das schädigende Zytokinlevel herunterreguliert werden. Die Behandlung mit TNF-α löste in den Zellen eine starke odontoblastische Differenzierung aus, bei der die Markerproteine DS(P)P und DMP-1, aber auch die Mineralisationsrate erhöht waren. Diese Effekte wurden hauptsächlich über die intrazellulären Signalwege p38 und JNK induziert. Daraus schlussfolgerten wir, dass TNF-α ein potenter Induktor der odontoblastischen Differenzierung ist. Dieser Mechanismus scheint in die pulpale Heilung involviert zu sein und könnte zukünftige Therapien der reparativen Dentinogenese bei direkten Überkappungstherapien unterstützen.

weitere Informationen

Deutsche Gesellschaft für Endodontologie und zahnärztliche Traumatologie e.V.
Holbeinstraße 29 04229 Leipzig
Tel.: 0341 48474-202
Fax: 0341 48474-290
sekretariat@dget.de
www.dget.de
www.ErhalteDeinenZahn.de

Quelle: DGET

Foto: © DGET
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