Branchenmeldungen 28.05.2026
Doctolib führt digitalen Patientennavigator für Arztpraxen ein
Der Patientennavigator ergänzt oder ersetzt damit Laufzettel, mündliche Absprachen und Zuruf als Koordinationsmittel. Das Ergebnis: weniger Organisationsaufwand für das Praxispersonal, kürzere Wartezeiten und eine zuverlässigere Versorgung.
Patientennavigator: Praxissteuerung in Echtzeit
Das vom Bundeskabinett im April 2026 beschlossene GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz sieht Einsparungen in Milliardenhöhe im Gesundheitswesen jährlich vor – Arztpraxen sind dabei direkt betroffen. Für Praxisteams ist die Optimierung ihrer Abläufe dadurch noch dringender. Die interne Koordination von Patientinnen und Patienten – wer welche Behandlungsstation oder Raum als nächstes aufsucht, wer wie lange wartet und wer priorisiert werden muss – läuft häufig noch über analoge Hilfsmittel und auf Zuruf. Das kostet Zeit, erzeugt Unterbrechungen und birgt Risiken für die Versorgungsqualität, wenn der Überblick fehlt, wer in welchem Raum bereits wie lange wartet.
Der Patientennavigator bildet den gesamten Praxisbesuch als digitale Board-Ansicht ab
Konfigurierbare Behandlungsstationen wie Empfang, Arzt, Labor oder Therapie zeigen in Echtzeit, wer sich wo befindet und wie lange gewartet wird. Die Patientin oder der Patient erscheint als digitale Karten, die per Drag-and-Drop zwischen Stationen verschoben und innerhalb einer Station priorisiert werden können. Akutfälle sowie Personen ohne Termin lassen sich einfach ergänzen. Eine Notizfunktion erlaubt das Hinterlegen behandlungsrelevanter Hinweise direkt auf der Karte. Wenn jemand zu früh erscheint, erkennt der Navigator dies und zählt die Wartezeit ab der Uhrzeit, zu der der Termin gebucht ist.
Die Lösung ist in die bestehende Doctolib-Patientenakte integriert. Check-in, Stationswechsel, Aufgabenmanagement und Check-out sind ohne Ansichtswechsel möglich.

Gleichzeitig erweitert Doctolib seinen KI-Sprechstundenassistenten sowie den KI-Telefonassistenten.
KI-Sprechstundenassistent: Breitere Verfügbarkeit, individuelle Vorlagen
Der KI-Sprechstundenassistent transkribiert das Arzt-Patienten-Gespräch, übernimmt die strukturierte medizinische Dokumentation und senkt den Aufwand dafür um bis zu 80 Prozent. Die Lösung ist nun für nahezu alle Fachrichtungen verfügbar; Zahnmedizin folgt Ende Mai, Physiotherapie im Juni. Neu sind praxisindividuelle Vorlagen sowie die Möglichkeit, die Sprache je Behandlung festzulegen.
KI-Telefonassistent: Terminverschiebungen und Absagen jetzt möglich
Der KI-Telefonassistent steht nun auch für Praxen mit mehreren Fachrichtungen zur Verfügung, die Ausweitung auf mehrere Standorte ist geplant. Ein neues Anrufprotokoll verbessert die Nachvollziehbarkeit. Terminbuchung, Verschiebung und Absage sind direkt am Telefon möglich, ohne Wartezeit am Empfang.