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Branchenmeldungen 26.02.2020

Durchgefallen: Wasserhygiene in Schweizer Praxen miserabel

Durchgefallen: Wasserhygiene in Schweizer Praxen miserabel

Trinkwasserqualität in Dentaleinheiten? Von wegen! Eine aktuelle Reportage des Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) enthüllt, die Wasserhygiene in vielen Schweizer Zahnarztpraxen ist unterirdisch. Die SSO schiebt die Verantwortung von sich.

Vorbildliche Hygienemassnahmen sollten eigentlich der Anspruch einer jeden Zahnarztpraxis sein. Das fängt bei Schutzkleidung an, über sterilisierte Instrumente und schlussendlich bis hin zum keimfreien Spülwasser. Doch Letztgenanntes scheint bisher unter dem Radar gelaufen zu sein. Insbesondere weil tatsächlich verbindliche Grenzwerte für das Praxiswasser fehlen, ebenso wie entsprechende Kontrollinstanzen.

Wie die Reportage «Kassensturz» des SRF aufdeckt, mit bedenklichen Folgen. Dem Sender wurden Laborwerte von 260 Wasserproben aus 21 Praxen der Deutschschweiz zugespielt. Davon sind nicht einmal die Hälfte hygienisch einwandfrei. Rund 57 Prozent wiesen mikrobiologische Verunreinigungen auf – in sehr hohem Masse. Der Grenzwert für sogenannte Keimbildende Einheiten pro Milliliter liegt für Trinkwasser bei 300 KBE. Die Praxisproben wiesen Zehn- bis mehrere Hunderttausend KBE auf, in einem Fall sogar eine Million. Das darunter auch krankmachende Keime sind, ist mehr als wahrscheinlich.

Die SSO sieht ihrerseits jedoch keinen Handlungsbedarf, die Kontrolle müsse auf Ebene der kantonalen Gesundheitsbehörden umgesetzt werden. Zu den Enthüllungen der Reportage veröffentlichte die SSO lediglich ein offizielles Statement. Dieses kann hier eingesehen werden.

Foto: Viacheslav Iakobchuk – stock.adobe.com

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