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Branchenmeldungen 25.11.2019

Abzocke: Schummeln Schweizer Zahnärzte bei der PZR?

Abzocke: Schummeln Schweizer Zahnärzte bei der PZR?

Wie aktuelle Beschwerden von Patienten bei der Schweizerischen Stiftung Patientenschutz (SPO) zutage legen, nehmen es manche Zahnärzte nicht so genau, wenn es um die Abrechnung für eine professionelle Zahnreinigung geht.

Dass PZR nicht gleich PZR ist, weiss zwar das Praxisteam – aber viele Patienten scheinbar nicht. Insbesondere, dass der Preis für eine professionelle Zahnreinigung von der Qualifikation der Assistentin abhängt. Prophylaxeassistentinnen dürfen pro fünf Minuten zwischen 10.40 und 14 Franken abrechnen, Dentalhygienikerinnen hingegen 13.30 bis 18.10 Franken.

Diese Unwissenheit soll in einigen Schweizer Zahnarztpraxen in der Abrechnung auch gern mal ausgenutzt werden. Das berichtete zumindest das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). Wie viele Fälle das genau seien, wurde nicht genannt und konnte auf Nachfrage der ZWP online-Redaktion weder vom SPO noch der Schweizerischen Zahnärzte-Gesellschaft (SSO) beantwortet werden. Die SSO konnte «lediglich» für ihre Verbandsmitglieder eine Aussage treffen. Demnach würde auf 14'000 behandelte Patienten eine Honorarbeschwerde eingehen. Die Statistik der SSO differenziere jedoch nicht nach Art der Leistung.

Fakt ist, dieses Schlupfloch gibt es, eine tatsächliche Kontrollinstanz hingegen nicht. Die Prüfung der zahnärztlichen Abrechnungen liegt folglich beim Patienten. «Bei Unstimmigkeiten kann sich der Patient eines Verbandsmitglieds an die Begutachtungskommission der SSO wenden», so Markus Gubler vom Pressedienst der SSO. Ist der behandelnde Zahnarzt kein SSO-Mitglied, fungieren die kantonalen Gesundheitsdirektionen als Aufsichtsbehörde.

Getreu dem Motto «Wissen ist Macht», sieht die SSO in der Aufklärung der Patienten die effektivste Möglichkeit, dem Betrug zukünftig entgegenzuwirken.

Foto: studioprodakshn – stock.adobe.com

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