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Branchenmeldungen 11.06.2020

Enttarnt: Vermeintlicher Zahn entpuppt sich als Speichelstein

Enttarnt: Vermeintlicher Zahn entpuppt sich als Speichelstein

Ein männlicher Patient wurde an die Oralchirurgie mit dem Vorhaben, einen retinierten Zahn zu extrahieren, verwiesen. Doch wie sich herausstellte, handelte es sich dabei gar nicht um einen Zahn, sondern einen Sialolithen.

Der Sialolith, wie der Speichelstein in der Medizin bezeichnet wird, ist zwar nicht so bekannt wie der Gallenstein, kommt dennoch relativ häufig vor. In der Regel sind Männer zwischen 30 und 50 betroffen, in den meisten Fällen treten die Steine an der Glandula submandibularis auf.

So auch im Fall des 37-jährigen indischen Patienten, der über starke Schmerzen im rechten Unterkiefer klagte. Akut wurden sie jedoch immer in Verbindung mit Kaubewegungen. Darüber hinaus war das Vermögen der Mundöffnung des Patienten stark eingeschränkt – auf lediglich 15 Millimeter.

Anhand einer Sonografie ließ sich der Übeltäter jedoch schnell ermitteln: Ein gut zwei Zentimeter großer Sialolith. Unter Vollnarkose wurde dem Inder der Speichelstein chirurgisch entfernt.

Quelle: © 2020 BMJ Publishing Group Ltd.

Die Ursache für die Entstehung dieser kalziumhaltigen Sialolithen ist noch nicht eindeutig geklärt. Es gibt Vermutungen, dass infolge einer veränderten Konsistenz des Speichels (gelartig) eine verkalkte Masse gebildet wird. Beispielweise, wenn der Körper plötzlich mehr Speichelbikarbonat produziert. Möglich sei aber auch, dass Mikroben oder Epithelzellen im Speicheltrakt stecken bleiben.

Der Bericht hierzu ist in BMJ Case Reports erschienen.

Foto Teaserbild: © 2020 BMJ Publishing Group Ltd.

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