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Branchenmeldungen 27.06.2016

Brückengliedauflagen vorhersagbar gestalten

Dr. Jan Hajto
Dr. Jan Hajto
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Brückengliedauflagen vorhersagbar gestalten

YourDentalExperts stellen im Rahmen der Artikelserie „Expertentipp“ ihre Fälle aus der Praxis vor. ZWP online-Leser erhalten auf der Plattform yourdentalexpert.com die Möglichkeit, von der Expertise ausgewählter Fachkollegen zu profitieren.

Sicher haben Sie das auch schon erlebt: Eine Brücke, die aus dem Labor kommt, liegt an der Auflagefläche des Zwischengliedes nicht genauso an, wie Sie es sich wünschen. Dafür kommen zwei mögliche Ursachen in Betracht:

Einerseits können während der provisorischen Phase Veränderungen an der Schleimhaut auftreten. Dies kann niemals ganz ausgeschlossen werden. Zum anderen ist die Kommunikation mit dem Labor nur äußerst ungenau möglich, denn es ist kaum quantifizierbar zu beschreiben, wie viel an einer Auflagefläche radiert werden soll. Persönlich bevorzuge ich Brückenglieder, die sich auf einer definierten Fläche, die weder zu sattelförmig noch zu eiförmig sein sollte, mit sanftem Druck in die Schleimhaut einlagern. Nun ist die Schleimhaut fallweise unterschiedlich dick oder resilient, zum Teil auch unterhalb desselben Brückengliedes. Angaben an den Zahntechniker wie „gleichmäßig leicht radieren“, „Auflage nur glätten“ oder „bukkal 0,6 mm, palatinal 0,3 mm radieren“ sind nicht wirklich genau umzusetzen, da es sich hierbei nur um unscharfe Begriffe bzw. Schätzwerte sowohl im Mund als auch bei der Herstellung handelt.

Folgende Methode, die mit einen geringen Mehraufwand am Patienten verbunden ist, jedoch eine sehr verlässliche Gestaltung der Brückenglieder ermöglicht, wird von mir seit einiger Zeit erfolgreich angewendet: Da ohnehin bei jeder Brücke ein Bissregistrat genommen wird, fertige ich alle Registrate generell aus LuxaBite (DMG, Hamburg) an. Der harte Kunststoff erlaubt im Gegensatz zu elastischen Silikonen eine sehr präzise und eindeutige Zuordnung.

Im Falle von Brücken wird das Material nun bis zur Schleimhaut im Auflagebereich aufgefüllt und formt diesen passiv ab. Nach dem Aushärten nach ca. 45 bis 60 Sekunden ist es nun auf einfache Weise möglich, die Auflage extraoral mit lichthärtendem Kunststoff (in diesem Fall Venus Flow, Heraeus Kulzer, Hanau) zu unterfüttern (Abb. 1). Entweder nur sehr dünn als glättende Schicht oder stellenweise bis komplett verstärkend. Der Zahnarzt kann damit sofort im Mund die Gewebekompression überprüfen (Abb. 2). Dieses Registrat wird nun mit der entsprechenden Arbeitsanweisung in das Labor geschickt. Die Kontrastfarbe der Unterfütterung ist beabsichtigt, um das Ausmaß des  Antrags besser nachvollziehen zu können, und damit dem Zahntechniker auffällt, dass an dieser Stelle vom Zahnarzt bewusst gestaltet wurde.

Im Labor wird nun auf dem Gipsmodell der entsprechende Bereich einfach hohlgelegt und wiederum mit Gips, Kunststoff oder Silikon unterfüttert. Der Zahntechniker erhält somit korrekt die komprimierte Mundsituation und kann die Brücke ohne weitere Radierung, lediglich mit evtl. ein wenig Glättung anliegend gestalten (Abb. 3 bis 6). Eine Gerüsteinprobe, um die Auflage zu kontrollieren, kann somit entfallen. Falls Sie dies selbst ausprobieren wollen, so vermerken Sie das bitte deutlich auf dem Laborzettel und verwenden idealerweise die gleichen Materialien.

Foto: © Autor
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