Anzeige
Branchenmeldungen 07.01.2015

Implantate bei Paro-Patienten

Implantate bei Paro-Patienten

Gingen früher die meisten Zähne noch aufgrund von Karies verloren, hat mittlerweile die Parodontitis diesen unrühmlichen ersten Platz im „Zahnverlust-Ranking“ übernommen. Ein Trend, der gemeinhin auf die demografische Entwicklung einerseits und auf die Erfolge der Kariesprophylaxe andererseits zurückgeführt wird. Für die Praxis ergibt sich daraus folgendes Bild: Zukünftig ist mit immer mehr Patienten zu rechnen, die unter parodontalen Erkrankungen leiden und deren Mundgesundheit dementsprechend gefährdet ist. Mit einer aktuellen Webinar-Reihe zum Thema Parodontitis macht Oral-B Praxisteams daher fit für den Umgang mit dieser Situation. In diesem Zusammenhang stellt Priv.-Doz. Dr. Stefan Fickl, Universitätsklinikum Würzburg, in seinem Online-Seminar die Frage: „Welche Zähne können wir erhalten, welche eher nicht?“

Auf welche Weise positive Entwicklungen neue Probleme und Herausforderungen mit sich bringen können, lässt sich am Beispiel der Parodontitis deutlich erkennen. Denn dank zahlreicher Fortschritte in der Allgemein- sowie der Zahnmedizin hat es die Praxis heute immer häufiger mit Patienten zu tun, die ein hohes Lebensalter erreichen – und das sogar mit einem zunehmenden Anteil ihrer natürlichen Zähne. Die Kehrseite dieser erfreulichen Tendenz: Die über einen großen Zeitraum erhaltenen Zähne sind logischerweise länger den potenziell pathogenen Keimen im oralen Biofilm ausgesetzt, das Parodontitisrisiko steigt. Die Zahlen der letzten beiden Deutschen Mundgesundheitsstudien1,2 machen unmissverständlich klar, welche Bedeutung diesem Trend beizumessen ist. So hat die Zahl der von einer parodontalen Erkrankung betroffenen Erwachsenen im Alter von 35 bis 44 Jahren in der Zeit von 1997 bis 2005 um über 25 Prozent zugenommen. Um auf diesen Anstieg angemessen reagieren zu können, ist es notwendig, sich verstärkt mit den Möglichkeiten der Parodontitistherapie, aber auch mit ihren Grenzen zu befassen. Was sich auf dem heutigen Stand der Wissenschaft darüber sagen lässt, präsentiert Dr. Stefan Fickl in seinem Webinar am 18. Februar 2015.

fickl 1 bis 3

Abb. 1: Am Anfang einer PA-Behandlung steht immer die Entfernung von supra- und subgingivalem Biofilm. – Abb. 2: Neue Technologien wie etwa Pulver-Wasserstrahl-Geräte verbessern die Chancen auf einen Erhalt parodontal erkrankter Zähne. – Abb. 3: Sie sind ebenfalls an den Erfolgen der Parodontitistherapie beteiligt: moderne Hilfsmittel für das häusliche Biofilm-Management.

Die PA-Therapie wächst mit ihren Aufgaben

„Die Parodontitis betrifft rund 40 Prozent der Bevölkerung, insofern ist das Thema eigentlich für jeden Zahnarzt von Relevanz“, erklärt Dr. Fickl die Notwendigkeit der laufenden Webinar-Reihe. „Gerade weil man als Behandler in Zukunft tendenziell eher mehr mit parodontalen Erkrankungen zu tun haben wird, sollte man hier auf dem Laufenden bleiben.“ Wenngleich sich die Anzahl der Parodontitispatienten spürbar erhöht habe, so sähen doch zumindest die Prognosen für eine erfolgreiche Behandlung heutzutage besser aus. „Früher wurden Zähne, die von einer parodontalen Erkrankung betroffen waren, schnell als hoffnungslos eingeschätzt. Mittlerweile gelingt es uns, einen hohen Prozentsatz dieser Zähne zu erhalten“, so Dr. Fickl. Als Gründe dafür sind sowohl verbesserte Techniken in der Parodontaltherapie, aber auch Fortschritte auf dem Gebiet der häuslichen Mundpflege zu nennen. Minimalinvasive Techniken sowie unterstützend eingesetzte mikrobielle Substanzen einerseits und elektrische Zahnbürsten, insbesondere jene mit oszillierend-rotierendem Putzsystem, hätten die Erfolgsaussichten merklich verbessert. „Trotzdem ist nicht jeder Zahn zu retten“, gibt Dr. Fickl zu bedenken. „In meinem Webinar gehe ich dementsprechend auch der Frage nach, bis zu welchem Grad sich von einer Parodontitis betroffene Zähne erhalten lassen – und was zu tun ist, wenn dies nicht mehr möglich ist.“

fickl 4

Abb. 4: Gerät die PA-Therapie jedoch an ihre Grenzen, stellt je nach individueller Voraussetzung eine Implantation einen attraktiven Lösungsweg dar.

Wenn PA-Patienten zu Implantatpatienten werden

In vielen Fällen erscheine dann das Inserieren von Implantaten als attraktive Option. Dabei gelte es jedoch, eine Reihe von Faktoren zu berücksichtigen. „Gerade Parodontitispatienten sind besonders anfällig für postimplantologische Komplikationen. Daher sollte der Behandler im Vorfeld der Implantation einige wichtige Fragen klären“, so Dr. Fickl. Zunächst müsse geprüft werden, ob überhaupt ein Implantat gesetzt werden könne bzw. ob die dafür nötigen Voraussetzungen gegeben seien. Insbesondere bei Lückengebissen ergäben sich hier zum Teil beachtliche Schwierigkeiten: „Ist das Gebiss zuvor schon prothetisch versorgt worden, stehen die Chancen für eine erfolgreiche Therapie mitunter deutlich schlechter. Bei einer noch geschlossenen Zahnreihe jedoch lässt sich eine Implantation in der Regel ziemlich risikolos durchführen.“ Mit der Implantatinsertion ist die Behandlung aber noch lange nicht abgeschlossen. Vielmehr beginnt damit lediglich der langfristige Erhaltungsprozess. „Man muss sich klar machen, dass ein PA-Patient, bei dem eine Implantation vorgenommen wurde, gleich in doppelter Hinsicht ein Patient auf Lebenszeit ist. Insofern gewinnt die kontinuierliche zahnärztliche Betreuung des Patienten unmittelbar an Bedeutung.“ Da nämlich die therapeutischen Möglichkeiten bei periimplantären Erkrankungen oftmals nur unbefriedigend seien, gelte es, deren Entstehung um jeden Preis zu verhindern.

Info:
Das Webinar „Moderne Parodontitistherapie – welche Zähne können wir erhalten, welche eher nicht?“ unter der Leitung von Priv.-Doz. Dr. Stefan Fickl, Universitätsklinikum Würzburg, findet am 18. Februar 2015 um 18 Uhr statt. Die kostenfreie Anmeldung kann auf der Website www.dentalcare.com vorgenommen werden. Im Anschluss an das Webinar bietet sich den Teilnehmern die Möglichkeit, dem Referenten im Chat Fragen zum Thema zu stellen. Des Weiteren kann die Onlinefortbildung durch das Ausfüllen eines Multiple-Choice-Fragebogens abgeschlossen werden, dafür winken den Teilnehmern zwei Fortbildungspunkte (Fortbildungspunkte werden nur in Deutschland und Österreich angerechnet). Wer sich in der Zwischenzeit bereits intensiver mit dem Thema Parodontitis beschäftigen möchte, hat die Möglichkeit, die bereits aufgezeichneten Webinare von Prof. Dr. Georg Gassmann, praxisHochschule Köln, und Priv.-Doz. Dr. Adrian Kasaj, Universitätsklinikum Mainz, kostenfrei auf www.dentalcare.com abzurufen.

Literatur

1 Micheelis W., Schiffner U.: Vierte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS IV). Deutscher Ärzte-Verlag, Köln (2006).
2 Micheelis W., Reich E.: Dritte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS III). Deutscher Ärzte-Verlag, Köln (1999).

Autor: Marius Urmann

Mehr News aus Branchenmeldungen

ePaper

Anzeige