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Branchenmeldungen 14.09.2015

Implantologie und kontroverse Konzepte in Leipzig

Implantologie und kontroverse Konzepte in Leipzig

Am 11. und 12. September fand das nunmehr 12. Leipziger Forum für Innovative Zahnmedizin statt und stand ganz unter dem Leitthema: Die Implantologie als chirurgische Disziplin – OP-Techniken und Risikomanagement.

Mehr als 150 Teilnehmer konnten sich in verschiedenen Seminaren, Workshops, Vorträgen und in der begleitenden Industrieausstellung zu diesem Schwerpunktthema weiterbilden. Experten von Universitäten und aus der Praxis berichteten über ihre Erfahrungen und erörterten mit den Teilnehmern die praktische Umsetzung. Ein vielseitiges begleitendes Kursprogramm zu den Themen Veneers, Biologische Zahnheilkunde und Endodontie rundeten die Vorträge im Hauptpodium ab.

Bereits am Freitag startete das Forum mit namhaften Referenten in den Pre-Congress. Die wissenschaftliche Leitung der Tagung hatte Dr. Theodor Thiele, M.Sc., aus Berlin inne, der mit einer kurzen Retrospektive der Implantologie das Hauptpodium eröffnete.

Impressionen vom 12. Leipziger Forum für Innovative Zahnmedizin

Komplikationsvermeidung, Laserzahnmedizin und Risikomanagement

Zu Beginn stellte Dr. Peter Hentschel in seinem Vortrag „Ultraschallgestützte Chirurgie beim Sinuslift. Operative Techniken und Komplikationsvermeidung“ den internen dem externen Sinuslift gegenüber. Der jeweilige Einsatz des Sinuslifts hänge dabei auch vom Budget des Patienten ab. So sei der interne Sinuslift bei eingeschränkten finanziellen Ressourcen zu empfehlen, während der externe Sinuslift bei freiem finanziellen Spielraum anzuwenden sei.

Ein weiteres Thema des Hauptpodiums stellte die Laserzahnmedizin – vorgestellt von Matthias Mergner – dar, bevor sich erneut Vorträge zu aktuellen Aspekten der Implantologie anschlossen. Dr. Ole Dahl und Michael Menzel sprachen danach über das einteilige INDI-Implantat, welches sich individuell an die Anatomie des Patienten anpassen würde. Die Thematik des „maßgeschneiderten Implantats“ sowie die vorangehende 3-D-Diagnostik mit der 3-D-Planung standen in der Diskussionsrunde am Ende der Hauptveranstaltung im Fokus. Dabei wurde über die Notwendigkeit und deren Einsatz gesprochen.

Nach einer kurzen Pause stellte Prof. Dr. Georg-H. Nentwig das Gewebetrauma beim Implantieren und Freilegen vor. Die Risiken seien dabei für den Behandler besonders bei der Weichgewebs- und Knochenpräparation erkennbar. Prof. Nentwig demonstrierte dabei anhand eines Anwenderbeispiels, dass eine dynamische Phase durch ein vorsichtiges Belastungstraining den Knochen zurückhole und sich wieder selbst aufbauen lasse. Insgesamt sei es von höchster Priorität, das Knochentrauma so minimal wie möglich zu halten.

Den Abschluss des Pre-Congresses am Freitag machte Prof. Dr. Torsten W. Remmerbach. Sujet seines Referats bildete das Infektionsrisiko bei chirurgischen Eingriffen. Ein striktes Einhalten der Hygienerichtlinien sei, laut Remmerbach, in der Praxis unerlässlich. Die Prophylaxe stelle dabei eine orale Desinfektion dar. Hinsichtlich der Antibiotika-Abgabe sei speziell auf eine strenge Indikationseinstellung zu achten. „Die Dosierungen sind auf Dauer zu beachten, es sollte nicht leichtfertig damit umgegangen werden“, so Remmerbach.

Mit Bindegewebstransplantaten und Gewebeschutz in die zweite Runde

Der Hauptkongress begann am Samstag mit einem Vortrag von Dr. Theodor Thiele, der die Sandwichosteotomie sowie die Schalentechnik als Möglichkeiten bei starken Atrophien vorstellte. Gleich, welche Lösung gefunden würde, „die Verantwortung gegenüber der Patienten ist, das eigene Können und Wissen richtig einzuschätzen“, so Thiele.

Prof. Dr. Christian R. Gernhardt widmete sich dem Bindegewebstransplantat bei koronalen Verschiebelappen, Semilunarlappen, Brückenlappen sowie lateralen Verschiebelappen. Dafür stellte er die Envelope-Technik und die Doppelpapillenlappen als Operationstechnik zur Deckung von Rezessionen vor. Außerdem sprach er Kieferkammdefekte und deren Therapiemöglichkeiten an, wie beispielsweise Weichgewebsaugmentation, geführte Geweberegeration und Distraktionsosteogenese.

Über J-Graft als „Working Horse“ in der Implantologie und Oralchirurgie, Bindegewebstransplantate und die Beckenkammpunktion aka iliac punch biopsy sprach im Anschluss Prof. Dr. Dr. Frank Palm in seinem Vortrag „Chirurgische Aspekte für den Langzeiterfolg von Implantaten – Aktuelle Aspekte der Weichgewebs- und Knochenaugmentation“. Sein Fazit: Knochenaugmentationen seien durchaus ein wichtiger Bestandteil in der präimplantologischen Chirurgie bei hochatrophen Situationen. Das J-Graft und die Beckeninnenschaufel seien nach wie vor die wichtigsten Transplantate. Insgesamt hänge der Langzeiterfolg von vielen Faktoren, wie Hart- und Weichgewebe, Prothetik, Recall und der individuellen Situation des Patienten ab. Vor allem aber solle darauf geachtet werden, weniger Implantate einzusetzen, so Palm.

Aus Bern, Schweiz, angereist referierte Prof. Dr. Michael Bornstein über Septen in der Kieferhöhle und gab Tipps für deren Befundung, wie die Kontrolle, ob radiopake Strukturen in der Verschattung sichtbar oder Knochen intakt oder arrodiert sind, aber auch, ob Nachbarstrukturen unauffällig erscheinen. Weiterhin erklärte er den Einsatz einer Schneider’schen Membran.

Patientenmanagement und kontroverse Abschlussdiskussion

In der Abschlussrunde des Hauptpodiums fand der Vortrag von Jens-Christian Katzschner besonderen Anklang bei den Teilnehmern. In seinem Referat zu Defiziten in der präoperativen Patientenaufklärung riet er dazu, die Patienten ernst zu nehmen, ihnen zuzuhören und sie vor allem über Eingriffe aufzuklären, um mögliche juristische Konsequenzen zu vermeiden.

Der Herausforderung eines schräg atrophierten Kieferkamms mit minimalinvasivem Vorgehen mit und ohne Augmentation nahm sich Jiaoshou (Prof.) Shandong University, China, Dr. med. Frank Liebaug in seinem Referat an. Sein Fazit lautete, dass das Implantatdesign entscheidend ist für die Langzeitstabilität des marginalen Knochens und Profile Implantate je nach Konfiguration im schräg atrophierten Kieferkamm auch ohne zusätzliche augmentative Methoden inseriert werden können.

Eine kleine Abschlusskontroverse lieferte zuletzt Dr. Dominik Nischwitz. In seinem Vortrag „Störfelder im Mund und deren Auswirkungen auf den menschlichen Körper“ erörterte er die Neuraliga Inducing Cavitational Osteonecrosis (NICO) als multiple Ursache für Schmerzen in den Zähnen und im Mundraum. Seine Aussage, einen verletzten Zahn zu ziehen, statt diesen endodontisch zu behandeln, löste Skepsis im Publikum aus. So auch bei Dr. Zafiropoulos, der widersprechend in die Diskussion einstieg.

Trotz hitziger Abschlussdiskussion, verabschiedete der wissenschaftliche Leiter Dr. Thiele alle Teilnehmer und dankte für spannende Vorträge, wissenschaftliche Diskussionen und den großen Anklang.

Ausblick FIZ 2016

Das Leipziger Forum für Innovative Zahnmedizin hat sich in den letzten zehn Jahren aufgrund seiner Themenvielfalt und Aktualität einen festen Platz im jährlichen Fortbildungskalender erobert, daher sollten sich Interessierte schon jetzt den Termin im kommenden Jahr vormerken: Das 13. Leipziger Forum für Innovative Zahnmedizin findet am 16. und 17. September 2016 im pentahotel Leipzig statt.

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Foto: © OEMUS MEDIA AG

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