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Branchenmeldungen 04.04.2013

Informationen aus erster Hand am IDS-Messestand von 3M ESPE

Informationen aus erster Hand am IDS-Messestand von 3M ESPE

Zahnärzten, die sich über den Einsatz von MDI Mini-Dental-Implantaten von 3M ESPE zur Prothesenstabilisierung informieren wollten, bot sich während der Internationalen Dental-Schau in Köln eine ganz besondere Gelegenheit: Anwender der Minis präsentierten in der Lounge des IDS-Messestands von 3M ESPE aktuelle Studienergebnisse und berichteten von ihren eigenen praktischen Erfahrungen.

Am Donnerstag, den 14. März 2013 gab PD Dr. Friedhelm Heinemann aus Morsbach einen Überblick über MDI. PD Dr. Torsten Mundt von der Universität Greifswald und Dr. Winfried Walzer aus Berlin hielten am Freitag, den 15. März 2013 informative Vorträge und gaben hilfreiche Tipps zur Anwendung.

Begrüßt wurden die teilnehmenden Zahnärzte am Freitagnachmittag von Dr. Bettina Richter, Global Business Manager Implants and Temporization bei 3M ESPE. Sie erläuterte, dass Mini-Dental-Implantate ergänzend zu Implantaten mit Standarddurchmesser eingesetzt werden können und eine Erweiterung der Therapieform ermöglichen. Die Implantate mit einem reduzierten Durchmesser von 1,8 mm und 2,1 mm zur Prothesenstabilisierung im Unterkiefer und 2,4 mm bzw. 2,9 mm Durchmesser für den Oberkiefer werden seit rund 15 Jahren erfolgreich eingesetzt. Sie lassen sich auch bei geringem Knochenangebot innerhalb kurzer Zeit und in einem wenig belastenden chirurgischen Verfahren inserieren, um sowohl Voll- als auch Teilprothesen zuverlässig zu stabilisieren. Im Unterkiefer ist häufig eine Sofortbelastung direkt nach der Insertion möglich.

Impressionen

Fakten zu MDI

Anschließend erklärte PD Dr. Torsten Mundt u. a. das Funktionsprinzip der Mini-Implantate bei der Prothesenfixierung: Die einteiligen Implantate verfügen über einen Kugelkopf, auf dem die Prothese mittels Retentionseinsatz mit O-Ring befestigt wird. Dieser Gummiring sorgt dafür, dass die Prothese mit vordefinierter Kraft auf den Implantaten gehalten wird, während eine vertikale Beweglichkeit geboten wird. Da die Prothese auf der Schleimhaut aufliegt, werden Kaukräfte absorbiert und wirken nicht vollständig auf die Implantate ein.

Während für den Referenten die Vorteile des Systems vor allem in der atraumatischen Vorgehensweise, den vergleichsweise geringen Kosten und der Möglichkeit der Sofortversorgung liegen, wies er darauf hin, dass sie sich nicht für Patienten mit schlechter Knochenqualität oder in Verbindung mit einer Knochenaugmentation eignen. Außerdem ist aufgrund der Implantatlänge von mindestens 10 mm ein entsprechendes vertikales Knochenangebot erforderlich. Um die wissenschaftliche Basis zu verbessern, wurden insbesondere in letzter Zeit zahlreiche von 3M ESPE unterstützte Studien zum klinischen Einsatz von MDI Mini-Dental-Implantaten initiiert.

Studienergebnisse

Dazu gehört auch eine retrospektive Untersuchung der Universität Greifswald, die unter der Leitung von PD Dr. Mundt in neun unterschiedlichen Praxen im gesamten Bundesgebiet durchgeführt wurde. Untersucht werden sollte vor allem der Einfluss der Prothesenstabilisierung auf die Lebensqualität zahnloser Patienten. Die Basis bildeten die Auswertungen eines unabhängigen, erfahrenen Zahnarztes, der über 130 Patienten, deren Unter- bzw. Oberkiefer-Vollprothesen mit MDI in der vorgeschriebenen Anzahl – mindestens vier Implantate im Unter- und sechs im Oberkiefer – stabilisiert waren, nach einer Verweildauer der Implantate von bis zu fünf Jahren untersuchte. Berücksichtigt wurde neben der klinischen Untersuchung ein von den Patienten ausgefüllter Fragebogen zur mundgesundheitsbezogenen Lebensqualität.

Die Ergebnisse der Studie, so der Referent, waren positiv: Erzielt wurden trotz einer multimorbiden Patientengruppe und der Sofortversorgung der Implantate (häufig mit Sofortbelastung im Unterkiefer) Überlebensraten, die mit denen konventioneller Implantate vergleichbar sind. Zudem ergab die Auswertung der Fragebögen, dass die MDI eine positive Auswirkung auf die mundgesundheitsbezogene Lebensqualität hatten. Das Fazit von PD Dr. Mundt: Mini-Dental-Implantate stellen insbesondere in atrophierten, zahnlosen Kiefern eine Alternative zu konventionellen Implantaten dar.

Workflow und praktische Tipps

Dr. Winfried Walzer machte anhand zahlreicher klinischer Fallbeispiele deutlich, dass Patienten ihrem Alter entsprechend passende Lösungen angeboten werden sollten und bei der Behandlungsplanung auch Aspekte wie die Hygienefähigkeit mit einbezogen werden müssen. Bei einigen Patienten stellen laut Dr. Walzer mit MDI Mini-Dental-Implantaten stabilisierte Prothesen die einzig sinnvolle Möglichkeit der Versorgung dar. An konkreten Patientenfällen zeigte er den gesamten Arbeitsablauf von der Pilotbohrung bis zum Einsetzen der Prothese auf und gab dabei hilfreiche Tipps: Beispielsweise lassen sich die Einmalbohrer als Pins verwenden, um die Parallelität der Implantate zu überprüfen. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass die Kaubelastung je nach Versorgungsart im Gegenkiefer unterschiedlich hoch sein kann. Bei einem transversalen Knochenangebot von weniger als 3,5 mm sollte ein Mukoperiostlappen gebildet werden, um eine sichere Implantation zu gewährleisten. Während im Unterkiefer die Implantate mit dem Kugelkopf leicht nach lingual anguliert eingebracht werden, sollten im Oberkiefer besonders bei Einziehungen im vestibulären Bereich die Implantatpositionen nach palatinal gelegt werden, um die Angulation zu optimieren und die erforderliche Primärstabilität zu erzielen. Im Unterkiefer benötigt Dr. Walzer ungefähr 90 Minuten für den gesamten Eingriff von der Insertion von vier Minis bis hin zu deren prothetischer Versorgung.

Abschließend präsentierte der Referent einige Patientenfälle, in denen MDI zur strategischen Pfeilervermehrung bei Teilprothesen eingesetzt wurden. Durch eine Arbeitsgruppe von MDI-erfahrenen Zahnärzten, zu denen auch PD Dr. Mundt und Dr. Walzer gehörten, wurde ein Klassifizierungssystem entwickelt, aus dem sich die empfohlene Anzahl und Positionierung strategischer und optionaler Implantate pro Quadrant ableiten lässt. Durch die Pfeilervermehrung ist es möglich, die Belastung auf die Restbezahnung wesentlich zu reduzieren und so zu einer längeren Lebensdauer dieser beizutragen, so Dr. Walzer.

Ausklang

Im Anschluss an die Vorträge standen die Referenten für Fragen und den Erfahrungsaustausch mit den Teilnehmern zur Verfügung. Interessierte Zahnärzte, die die Gelegenheit vor Ort verpasst haben, finden unter www.3MESPE.de/Implantologie Informationen zum MDI System sowie zu Fortbildungsveranstaltungen im gesamten Bundesgebiet. Auch besteht die Möglichkeit, eine kostenlose E-Learning DVD mit den wichtigsten Inhalten in komprimierter Form anzufordern.

Quelle: 3M Deutschland GmbH

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