Branchenmeldungen 07.01.2015

ITI-Kongress 2015: Implantologische Fortbildung in Dresden

Dr. Georg Bach
Dr. Georg Bach
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ITI-Kongress 2015: Implantologische Fortbildung in Dresden

Prof. Dr. Gerhard Wahl, Leiter der Poliklinik für Chirurgische Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde an der Rheinischen Friedrich-Wihelms-Universität zu Bonn und Vorsitzender der ITI-Sektion Deutschland im Interview mit Dr. Georg Bach.

In wenigen Tagen wird der neunte nationale ITI-Kongress stattfinden, dieses Mal in Dresden. Bis dato war der deutsche ITI-Kongress und Köln untrennbar miteinander verbunden – wie kam es zu diesem Ortswechsel?

Ganz zu Beginn der ersten ITI-Kongresse der ITI-Sektion Deutschland war der Standort Köln mehr oder weniger eine rein verkehrstechnische Entscheidung, weil gleichzeitig auch in Köln ausreichend Raum- und Hotelkapazitäten vorhanden waren. Dass dann auch alle weiteren Kongresse – mittlerweile acht – in Köln stattfanden, hat einerseits etwas mit rheinischer Tradition zu tun, wo alles nach einer zweimaligen Gegebenheit nahezu schon Traditionscharakter hat. Schon in dieser Zeit aber wurde mit der wachsenden Teilnehmerzahl bei den ITI-Kongressen in Köln die Raumfrage immer problematischer, sodass schon länger auch nach anderen Standorten für einen solchen Kongress gesucht wurde. Unter mehreren Kongressorten, die dann mit entsprechender Raum- und Hotelkapazität zur Diskussion standen, fiel schließlich die Wahl dann auf Dresden, weil das ITI gerne auch ein Zeichen setzen wollte, den Kollegen in den neuen Bundesländern ortsnah eine solche Veranstaltung zu bieten und gleichermaßen allen Kongressteilnehmern eine hoch attraktive und geschichtsträchtige Stadt mit entsprechendem Flair zu präsentieren.

Zum Kongressthema „Implantologische Versorgungskonzepte“ – was kann man sich darunter vorstellen?

Implantatgestützte prothetische Versorgungen werden hinsichtlich des Implantationszeitpunktes nach Zahnverlust, hinsichtlich des Belastungszeitpunktes nach erfolgter Implantation, hinsichtlich der Auswahl des Implantatmaterials und letztlich auch unter Aspekten einer simultanen oder primären Augmentation diskutiert und geplant. Daneben kann die individuelle Gebisssituation auch verschiedene prothetische Versorgungsvarianten möglich erscheinen lassen, und die Art der zahntechnischen Ausfertigung der Prothetik ist mit unterschiedlichen Techniken heute zu diskutieren. Insofern trifft das Thema „Implantologische Versorgungskonzepte“ die gesamte Bandbreite der verschiedenen Planungs- und Ausführungsebenen in der Implantologie und hat zudem im Untertitel noch den Anspruch, nicht nur moderne und praxisnahe, sondern auch evidenzbasierte Konzepte vorzustellen.

Erneut wird es ein Parallelprogramm für Zahntechniker geben, nunmehr nahezu eine kleine Tradition bei den deutschen ITI-Kongressen.

Implantologie ist eine Herausforderung an das zahnärztliche Team zusammen mit dem verantwortlichen Zahntechniker. Um die Möglichkeiten der heute zur Verfügung stehenden Techniken auch für die jeweiligen individuellen fallbezogenen Situationen ädaquat anwenden und ausschöpfen zu können, ist die zahntechnische Expertise ein wichtiger Faktor in der erfolgreichen implantatgestützten Restauration und wird auch in der digitalen Prozesskette ein unverzichtbarer Faktor bleiben.

Viele der bisherigen deutschen ITI-Kongresse fanden in der Zeitspanne, in der Sie der ITI-Sektion Deutschland vorstanden, statt. In diesem Zeitraum haben sich für den nationalen deutschen Kongress, noch mehr jedoch für die ITI-Sektion Deutschland, wesentliche Veränderungen ergeben?

Während der Zeit, in der ich im Leadership-Team der ITI-Sektion Deutschland arbeiten durfte, hat sich das ITI weltweit stürmisch entwickelt und zählt mittlerweile über 16. 000 Mitglieder, wobei die ITI-Sektion Deutschland im Jahr 2014 die Zahl von 1.000 Mitgliedern überschritten hat und damit zu einer der größten internationalen ITI-Sektionen zählt. Gleichzeitig haben in den Jahren mehrere Konsensuskonferenzen stattgefunden, an denen auch deutsche Fachvertreter maßgeblich beteiligt waren. Die ITI-Study Clubs, die ebenfalls in diesem Zeitraum eingeführt wurden, helfen nicht nur innerhalb Deutschlands kollegiale Netzwerke zu bilden, sondern auch die Inhalte der Konsensuskonferenzen im kleinen Kreise kritisch zu diskutieren und – soweit möglich – für die Patientenversorgung sinnvoll zu nutzen. Die Organisation all dieser damit verbundenen Fortbildungsaktivitäten waren und sind für das Leadership-Team jeder Sektion eine zunehmende Herausforderung, die sich jedoch in Deutschland durch die kollegiale und freundschaftliche Zusammenarbeit im Leadership-Team gut bewältigen ließ. Dazu kommt die sehr gute Zusammenarbeit mit dem industriellen Partner des ITI, der Straumann-Vertretung in Deutschland, und hier insbesondere basierend auf dem Engagement des Sektionsadministrators und des Sektionssekretariats. Dem im Februar 2015 neu gewählten und zusammengesetzten Leadership-Team der ITI-Sektion Deutschland wünsche ich viel Erfolg auf der Basis dieser vertrauensvollen und von gegenseitigem Respekt getragenen  Zusammenarbeit.

Ende Februar werden Sie nach zwei überaus erfolgreichen Legislaturperioden den Sektionsvorsitz abgeben – was überwiegt, das lachende oder das weinende Auge?

Zu weinen gibt es nichts, da es neben der schon zuvor geschilderten unproblematischen Zusammenarbeit im Leadership-Team im Übrigen ja auch noch die Gruppe der ITI-Fellows gibt, die eigentlich die ITI-Sektion tragen. Da ich mich in dieser kollegialen und freundschaftlichen Atmosphäre der Fellows schon immer sehr wohl gefühlt habe, überwiegt das lachende Auge, und ganz besonders, wenn man auf die Gesamtentwicklung der ITI-Sektion in Deutschland über die letzten Jahre zurückblickt, die von vielen Faktoren abhängig war und ist, insbesondere aber von vielen sehr aktiven Kolleginnen und Kollegen gestützt wird, die zu diesen Erfolgen wesentlich beigetragen haben.

Vielen Dank für das Interview.

Mehr Informationen zum Event erhalten Interessierte unter www.iti.org

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