Branchenmeldungen 01.09.2026
„Jede Praxis kann Freude an QM haben … mit den richtigen Strukturen und geeigneten Produkten“
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Frau Knauber, wo genau liegen die Chancen und Herausforderungen für Zahnarztpraxen im Bereich QM in 2026?
Das Jahr 2026 können Zahnarztpraxen nutzen, um QM gezielt als Chance zu begreifen und es zur Weiterentwicklung einzusetzen. Verstehen Sie mich nicht falsch: Es geht nicht darum, ein richtlinienkonformes QM mit aller Gewalt umzusetzen. Sondern darum, ein QM zu definieren, das zu den Menschen in der Praxis passt. QM bietet Spielraum, es ist nicht starr. Wer sein QM beispielsweise nach ISO 9001 umsetzt, muss in diesem Jahr eine Vielzahl von Weiterentwicklungen sowie Änderungen einarbeiten, hier geht es unter anderem um Klimawandel/Ökonomie. Anpassungen gibt es zudem in den Bereichen Arbeitsschutz und Arbeitssicherungsgesetz, bei den Gefährdungsbeurteilungen und Unterweisungen. Diese müssen individualisiert werden, die Vorlagen der Kammern reichen heute nicht mehr aus. Weitere Änderungen im Bereich Hygiene folgen im Laufe des Jahres.
Lassen Sie uns über Digitalisierung und Automatisierung in den Praxen sprechen. Wie weit ist beides Ihrer Erfahrung nach tatsächlich fortgeschritten?
Schätzungsweise 70 bis 80 Prozent der Praxen, in die ich von Berufswegen her Einblicke habe, arbeiten bereits teilweise digital. Aber Achtung: „Digital“ bedeutet nicht, dass ich QM-Unterlagen als Word- und Excel-Dateien auf dem Server ablege. Das ist natürlich nicht smart. Wenn Praxen mit Videos, Fotos, QR-Codes im QM arbeiten, mit digitalen Checklisten, mit KI-unterstützter Software, dann sprechen wir von einem zeitgemäßen QM. Und hier beträgt die Quote deutlich unter 50 Prozent.
Woran liegt das?
Wenn ich alle Möglichkeiten nutzen möchte, die ich gerade erwähnte, dann muss ich sie zunächst erst einmal kennen. Und hier kommt der Faktor Zeit ins Spiel, diese muss ich mir nehmen, um mich entsprechend einzulesen und zu informieren. Zeitgemäße Systeme sind wiederum mit Investitionen verbunden, auch das ist eine weitere mögliche Hürde. Schlussendlich ist ein zeitgemäßes QM immer auch eine Teamentscheidung und muss von allen getragen werden. Hinzu kommt, dass die derzeitige Ausbildung zur QMB sehr paragrafenlastig ist. Das theoretische Wissen darum ist das eine, diese Power letztlich in die Praxis zu transportieren und durch entsprechende Hardware, Software und Workflows umzusetzen, das andere. Meiner Erfahrung nach erhält man den größten Mehrwert, wenn man sich verschiedene Anbieter in die Praxis kommen lässt und sich die Lösungen konkret vor Ort anschaut. Auch sollte man nicht zögern, sich freie Expert/-innen an die Seite zu holen.
Inwiefern kann ein effektives QM einen Wettbewerbsvorteil schaffen?
Zunächst einmal ist es wichtig zu unterstreichen, dass QM Struktur und Klarheit schafft. Jeder im Team weiß, wer was wann wie umsetzt. Es gibt einen roten Faden, alles ist für jeden transparent. QM ist folglich ein wertvoller Wissenstransfer. Als Faustregel gilt: Komme ich nicht innerhalb von fünf Sekunden an die Information, die ich benötige, dann ist das QM zu kompliziert aufgebaut.
Zudem sollte man sich als Praxisinhaber immer vor Augen führen, dass QM Sicherheit ins Team bringt. Teams wollen Struktur! Wird Struktur nach außen gelebt, dann zieht dies wiederum passende Mitarbeiter an. Und Einklang, Zufriedenheit sowie Wohlbefinden merken am Ende auch die Patienten. Verdeutlichen wir uns außerdem, dass QM Erfolge sichtbar macht. Zu Beginn einer jeden QM-Reise werden Ziele festgelegt. Erreichen wir diese, ist es ein Erfolg. Und wer ist nicht glücklich und zufrieden über berufliche Erfolge?
Wie bewerten Sie hochtechnisierte Produktlösungen wie W&H Lisa oder W&H Thed, die Abläufe automatisieren und administrative Prozesse grundlegend vereinfachen?
Ich bin zwar ein freier Coach und um Neutralität bemüht, kann aber sagen, dass ich ein großer Fan des Thed Thermodesinfektors bin. Thed ermöglicht es uns, 14 Hand- und Winkelstücke maschinell in einem Schnellprogramm aufzubereiten. Das ist schon ein echter Mehrwert für die Praxen und klarer Hersteller-USP. Auch schätze ich die Flexibilität von Thed, die Aufbereitungsschiene lässt sich unkompliziert ein-/ausbauen, es wird kein weiteres Gerät benötigt. Als absolut smart ist auch der Lisa Sterilisator zu bewerten. Lisa spart Energie und dadurch Ressourcen. Die durch ioDent® ermöglichte automatisierte Verwaltung der Daten ist mehr als zeitgemäß und unverzichtbar, wenn es um die digitale Dokumentation geht. Sehr spannend ist außerdem der damit einhergehende Remote-Service mit Blick auf Wartung, Fehlermeldungen, Ersatzteilbedarf. Oft werden bei behördlichen Kontrollen genau in diesem Segment Mängel festgestellt – die Validierung ist überfällig, die Dichtung wurde zyklisch nicht getauscht etc. W&H nimmt der Praxis die gesamte Geräteorganisation ab. Vom Auto kennen wir das, da blinkt der kommende Ölwechsel schon vier Wochen vorher im Display auf. Warum nutzen wir das nicht auch im Job? Wir müssen weg von analogen Systemen.
Zu guter Letzt: Warum macht Ihnen QM persönlich so viel Freude?
Ich behaupte zu wissen: Eine Praxis, die gut läuft und selten Mitarbeitermangel hat, hat immer ein gut funktionierendes QM. Und umgekehrt: Praxen, in denen es nicht gut läuft, denen mangelt es an QM und Struktur. Kurzum: QM spart Zeit und wertvolle Ressourcen, es ist ein Motivationstool und kann so viel bewegen. Beim ersten Kennenlernen blicke ich oft in kritische Gesichter, doch das ändert sich meist rasch: Wir lachen viel, das Team hat Spaß, QM macht auf einmal Spaß. Diesen Nutzen und Fortschritt zu vermitteln, und Praxen durch ihr eigenes Potenzial voranzubringen – das ist für mich Berufung und Passion zugleich.
Weitere Infos zu den Produktlösungen von W&H auf www.wh.com.