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Branchenmeldungen 13.11.2017

Kieferorthopädie auf den Punkt gebracht

Cornelia Pasold
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Kieferorthopädie auf den Punkt gebracht

Mit rund 2.600 registrierten Teilnehmern ging am 14. Oktober die nunmehr 90. Wissenschaftliche Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kieferorthopädie (DGKFO) im World Conference Center Bonn zu Ende. Unter dem Motto „Kieferorthopädie auf den Punkt gebracht“ standen dabei die zwei Hauptthemen „Zahndurchbruchsstörungen – Ätiologie, Differenzialdiagnostik und Therapie“ sowie „Erkrankungen des Kiefergelenks – Bedeutung für Funktion, Wachstum und kieferorthopädische Therapie“ im Mittelpunkt. Tagungspräsident war Prof. Dr. Andreas Jäger, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kieferorthopädie des Universitätsklinikums Bonn. Dieser hatte gemeinsam mit dem DGKFO-Vorstand ein attraktives Vortragsprogramm auf die Beine gestellt, das neben nationalen Größen des Fachbereichs auch internationale Experten in die ehemalige Bundeshauptstadt führte.

Wissenschaftliches Vortragsprogramm

Aus Israel angereist war Dr. Stella Chaushu von der Hebrew University of Jerusalem. Sie sprach über Zahndurchbruchsstörungen aus kieferorthopädischer Sicht und verwies auf diagnostische und therapeutische Anforderungen für die Gratwanderung zwischen Erfolg und Misserfolg. Dabei ging sie insbesondere auf die Position der Nachbarzähne ein (seitliche Schneidezähne und erste Prämolaren), die den aus ihrer Sicht oft unterschätzten Schlüssel für eine akkurate Diagnose vor Therapiebeginn und den Erfolg der Behandlung darstellen. Nicht selten werde die Position der benachbarten Zähne bei der initialen Diagnose teils oder sogar komplett ignoriert, so Chaushu. Im Laufe der Therapie bewegen sich diese dann in völlig falsche Positionen, was wiederum zu iatrogenen Schäden und Misserfolgen führt. Werden die Hinweise, welche uns die Position der Nachbarzähne vor Behandlungsbeginn geben, jedoch verstanden und deren Positionen während der angestrebten Therapie strategisch geplant, kann diese auch erfolgreich durchgeführt werden.

Beim Referentenduo Prof. Dr. Angelika Stellzig-Eisenhauer/ Prof. Dr. Martin Eigenthaler (Würzburg) standen die Differenzialdiagnostik und Konsequenzen für die Therapie bei primären Zahndurchbruchsstörungen im Mittelpunkt. Eigenthaler ging zunächst auf die Physiologie des Zahndurchbruchs, pathophysiologische Grundlagen der primären Zahndurchbruchsstörung (PFE) sowie deren mögliche Ursachen ein. Bosker et al. (1978) sowie DiBiase und Leggat (2000) nahmen in ihren Untersuchungen einen autosomal dominanten Erbgang an und Wise et al. (2001) folgerten, dass Gene betroffen seien, die ausschließlich in den Zellen des Zahnfollikels exprimiert werden. Untersuchungen der Arbeitsgruppe um Stellzig-Eisenhauer, die versuchten zu eruieren, welche Gene genau bei dieser Erkrankung defekt seien, konnten schließlich den PTHR1-Rezeptor (Parathormon) als verantwortliches Gen bzw. drei heterozygote Mutationen im PTHR1-Gen ausmachen. Stellzig-Eisenhauer ging anschließend auf die klinische Differenzialdiagnostik ein. Sie präsentierte klinische Fälle, wo Mutationen im PTHR1-Gen vorlagen und zeigte Optionen für die Therapie primärer Durchbruchsstörungen auf. Eine orthodontische Extrusion sei laut Referentin dabei immer erfolglos und führe zur Ankylose. Empfehlungen seien hingegen die Extraktion oder eine kleine alveoläre Segmentosteotomie, die den nicht durchgebrochenen Zahn nach chirurgischer Freilegung enthält. Weitere Optionen stellen die kombiniert kieferorthopädisch-kieferchirurgische Therapie oder die Erstellung eines prothetischen Zahnersatzes dar, insbesondere, wenn eine subapikale Osteotomie nicht möglich ist. In jedem Fall sei der Nachweis der nonsyndromalen PFE sinnvoll. Eine frühzeitige Identifizierung (molekulargenetische Analyse), ein angepasstes Therapieschema sowie eine realistische Prognose verhindern jahrelange erfolglose KFO-Therapien, so Stellzig-Eisenhauer resümierend.

Einen ebenfalls hochinteressanten Beitrag zeigte Prof. Dr. Michael Bornstein (Bern/Schweiz). Der Oralchirurg widmete sich der Differenzialdiagnostik sowie chirurgischen Verfahren zur Einordnung durchbruchsgestörter Zähne. Das klassische Durchbruchshindernis seien Odontome, neben Zysten oder Zahnengständen. Aber auch Hyperdontie führe zu Platzmangel mit Zahnverlagerung/-retention. Zudem sei die Vererbung (vor allem bei Syndromen) als Ursache festzuhalten. Retinierte Eckzähne bzw. überzählige Zähne führen laut Bornstein zu diversen Komplikationen wie einem verzögerten Zahndurchbruch, Zahnfehlstellungen, Wurzelresorptionen oder der Bildung von Zysten. Retinierte obere Eckzähne stellen in jedem Fall interdisziplinäre Probleme dar, die eine Kooperation von KFO und Oralchirurgie erfordern. Für den Chirurgen ist hierbei als erstes die dreidimensionale Lage der Zähne zu beurteilen (sagittal – Krone des 3ers in Relation zu Nachbarzähnen; vertikal – Kronenspitze des 3ers in Relation zur Zahnachse der Nachbarzähne; transversal – Kronenspitze des 3ers in Relation zur medianen Gaumensutur in mm). Ein in diesem Zusammenhang für Bornstein unverzichtbares Instrument stelle dabei die DVT dar. Sie ermögliche die exakte Lokalisation sowie die genaue Beurteilung von zystischen Strukturen/erweiterten Follikelsäckchen, von Resorptionen der Schneide-/Nachbarzähne (inkl. Prämolaren) sowie der Beziehung zur Nasen- und/oder Kieferhöhle. Zudem können über die 3D-Rekonstruktion auch für die Kieferorthopädie Aussagen hinsichtlich der Prognose bei der Einreihung retinierter/verlagerter Eckzähne getroffen werden.

Ein herausragender Vortrag, welcher sich dem zweiten Hauptthema, den Erkrankungen des Kiefergelenks widmete, stellte der Beitrag von Prof. Dr. Sylvain Chamberland dar. Der Gast aus Kanada sprach über Krankheitsbilder (z. B. kondyläre Hyperplasie Typ B) und zeigte anhand klinischer Fälle deren Konsequenzen für Wachstum und Entwicklung sowie die kieferorthopädische Therapie auf. Insbesondere ein Fall einer weiblichen Patientin, deren Kondylen über den Zeitraum von drei Schwangerschaften aufgrund einer Arthrose-Erkrankung regelrecht verschwanden, war hier besonders beeindruckend. Jeweils nach der Geburt stellten sich bei dieser Patientin KG-Probleme (z. B. eingeschränkte Mundöffnung) ein, die stets mittels okklusaler Splinttherapie erfolgreich behandelt wurden. Während anhand der ersten beiden MRTs keinerlei Veränderungen der Kiefergelenke feststellbar waren, zeigte sich nach Erstellung der dritten Aufnahme eine beidseitige kondyläre Resorption. Ein Jahr später waren die Kondylen verschwunden. Wie konnte das passieren? Vielleicht, so Chamberland, weil wir dieses Krankheitsbild nur wie ein dentales Problem betrachten. Vielleicht sei es an der Zeit, dass wir eine Arthrose der Kiefergelenke besser als eine medizinisch-orthopädische Krankheit ansehen. Dennoch, auch wenn er es wünschte, die Resorption hätte bei dieser Patientin nicht verhindert werden können.

Bei den freien Themen sei abschließend noch auf den beeindruckenden Vortrag von Dr. Björn Ludwig (Traben-Trarbach) verwiesen, der zum Thema „Dosis abhängige Bildqualität von Kieferstrukturen bei der digitalen Volumentomografie“ referierte. Dieser stellte die Ergebnisse einer Studie vor, die die subjektive und objektive (technische) Bildqualität so wie deren mögliche Eignung für verschiedene zahnmedizinische Disziplinen bei DVT untersuchte, die sich im Ausmaß der Strahlenbelastung unterschieden. Dabei wurden DVT-Aufnahmen eines humanen mazerierten Schädels so wie eines Patienten ohne und mit verschiedenen Röntgen-Dämpfungsfiltern zunehmender Materialstärke erstellt. Aus den Datensätzen wurden insgesamt 16 Ansichten generiert, die jeweils neun für die Zahnmedizin relevante anatomische Strukturen enthielten. Diese wurden bzgl. Bildqualität sowie Erkennbarkeit und Sichtbarkeit der anatomischen Strukturen begutachtet. Ergebnis: Die Verringerung der effektiven Strahlenbelastung beim DVT auf bis zu 6,5 μSv bietet eine akzeptable quantitative und technische Bildqualität speziell in der KFO. Die Bildqualität für die Patientenabbildung sinkt drastisch im Vergleich zu einem mazerierten Schädel für die gleichen Dosiswerte. Die Beurteilung der Bildqualität auf Grundlage von mazerierten Schädeln ist daher klinisch nicht anwendbar.

Industrieausstellung

Brackets/Bögen
Ein im CIM-Verfahren (Ceramic Injection Molding) hergestelltes, selbstligierendes Keramikbracket der Firma Leone ist ab sofort über dessen deutschen Vertriebspartner dentalline beziehbar. Das sehr ästhetische Aqua SL verfügt über einen rhodiumbeschichteten und somit weniger reflektierenden NiTi-Clip mit Memory-Effekt, der ein zuverlässiges Öffnen und Schließen ermöglicht. Abgerundete Sloteingänge sorgen für beste Gleiteigenschaften des Bogens und weniger Binding- und Notching- Effekte. Um eine rein mechanische Retention zu gewährleisten, wurde die anatomisch gewölbte Basis mit speziellen Unterschnitten versehen. Des Wei teren bietet Aqua SL extrem glatte und stark verrundete Haken zum Einhängen von Gummizügen sowie großzügige Unterschnitte für den Einsatz von Elastikketten.

Die neue Linie rhodiumbeschichteter Brackets (Rhodium Coated, RC) der Firma GC Orthodontics wurde um ein weiteres Mitglied erweitert. So sind neben den bisher erhältlichen EXPERIENCETM mini metal SL-Brackets sowie den LEGENDTM Standardbrackets ab sofort auch die selbstligierenden EXPERIENCETM metal Brackets als RC-Variante beziehbar. Durch das Rhodinieren der Bracketoberflächen wird ein lichtabweisender, matter Effekt erzielt, der Reflexionen verhindert und somit ein sehr ästhetisches Erscheinungsbild der Behandlungsapparatur ermöglicht. Parallel zur RC-Bracketlinie bietet GC Orthodontics zudem ein Sortiment rhodinierter Bögen an.

Mit BREEZE SLTM stellte Adenta ein neues komplett metallfreies selbstligierendes Bracket vor. Dieses ist aus einer speziellen, hochfesten Keramikmischung gefertigt und ermöglicht laut Anbieter optimale Gleiteigenschaften, wie sie sonst nur Metallbrackets aufweisen. Darüber hinaus bietet das Bracket ein extrem flaches Design für einen hohen Tragekomfort und weist trotz seiner geringen Bauhöhe großzügige Unterschnitte zum Einhängen von Gummizügen oder Ketten auf. Der Clip mit Schiebemechanismus wurde mesial-distal extra breit gestaltet, wodurch Klemm- und Kerbeffekten einligierter Bögen vorgebeugt wird. BREEZE SLTM ist in den Brackettechniken Roth und McLaughlin/ Bennett/Trevisi mit .018''er bzw. .022''er Slot beziehbar.

FORESTADENT präsentierte dem deutschen Fachpublikum erstmals seine neue Prescription McLaughlin Bennett 5.0. Diese stellt die jüngste Modifikation der weltweit eingesetzten McLaughlin/ Bennett/Trevisi-Technik dar und wird mit den Mini Sprint® Standardbrackets sowie den Tulip Bukkalröhrchen im .022''er Slot angeboten. Parallel dazu ist eine komplette McLaughlin Bennett 5.0 Bogenserie verfügbar.

Am Stand von 3M konnten die Messebesucher die 3M IncognitoTM Brackets mit Tip Bar kennenlernen. Hierbei handelt es sich um eine Bracketvariante, die Fortsätze an der mesialen und distalen Seite aufweist. Laut Hersteller kann durch diese Verlängerung des Bracketslots die Stabilität des Zusammenspiels von Bracket und Bogen erhöht werden. IncognitoTM Brackets mit Tip Bar sind optional bestellbar und für die Frontzähne im Oberkiefer (3-3) sowie für die Eckzähne im Unterkiefer erhältlich. Gleiche Firma konnte sich über die Ergebnisse einer im Rahmen der Posterausstellung präsentierten Studie der Poliklinik für KFO der Universität Regensburg freuen. Diese un tersuchte, inwieweit eine ProSealTM-LED-Versieglung prä Bonding die Bracketverlustrate im Vergleich zu einer Kontrolle (Versieglung post Bonding mit 3M’s ClinproTM XT Varnish) beeinflusst und kam zu folgendem Ergebnis: Bei Einsatz von ProSealTM-LED ist mit einer erhöhten Verlust rate gegenüber der Verwendung von ClinproTM XT Varnish zu rechnen. Dies jedoch nicht in der Anfangsphase der Behandlung der Fall, sondern erst sechs bis neun Monate nach erfolgtem Bonding (und voraussichtlich nur im UK).

Gleich mehrere Neuheiten gab es am Stand von Dentaurum. Zum einen wurde mit Ortho CAST M-Series mini ein weiteres, sehr kleines und flaches Bukkalröhrchen im Rahmen der beliebten Serie vorgestellt. Zudem ist das ästhetische Bracket desicovery® pearl ab sofort auch ohne Setzhilfe beziehbar. Des Weiteren ergänzen das neue double tube 1.5 sowie das U-wire Abutment nun das skelettale Verankerungssystem tomas®. Das tomas®-abutment double tube 1.5 besitzt zwei vestibulär angebrachte Kupplungsröhrchen. Das U-wire Abutment zeichnet sich durch ein angeschweißtes, gebogenes Drahtelement aus. Als „medianes Abutment“ kombiniert, werden die parallel verlaufenden Drahtelemente des U-wire Abutments durch die Kupplungsröhrchen des double tube 1.5 Abutments geführt. Kombiniert werden die neuen Abutments mit dem für die Insertion am Gaumen entwickelten tomas®-pin EP (Elastic Palatal).

Aligner
Für Anwender des orthocaps® Twin Aligner®-Systems wird ab Januar 2018 das neue iSetup® zur Verfügung stehen. Die webbasierte Software läuft unter allen gängigen Betriebssystemen und ist nutzerfreundlich angelegt, um dem Kieferorthopäden den Einsatz in der Praxis so leicht wie möglich zu machen. Das neue iSetup® ermöglicht dem Kieferorthopäden, nach Fertigstellung des Behandlungsvorschlags direkt auf die Simulation zuzugreifen und etwaige Änderungen vorzunehmen. So können einzelne Zähne bzw. Zahngruppen bewegt oder vorgeschlagene Positionen von Attachments geändert werden. Zudem besteht die Möglichkeit, neue Attachments hinzuzufügen oder bereits geplante wieder zu entfernen. Nach Betätigung des Buttons „Send Changes“ werden die gewünschten Änderungen von Orthocaps übernommen und ein entsprechend neues iSetup erstellt. Sobald die Freigabe durch den Behandler erfolgt ist, werden die Aligner wie bisher produziert. Ebenfalls im Rahmen der orthocaps® Behandlung ab 2018 verfügbar sein werden Herbstscharniere, sogenannte „RAINMAKER“, eine Apparatur mit Kugelgelenk, die sich mit dem Nightaligner verbinden lässt. Diese ermöglichen einen hohen Patientenkomfort (Seitwärtsbewegung des UK) und werden mittels kleiner Pivots aufgeschraubt, sodass beim Alignerwechsel die Teleskoparme einfach auf den nächsten Schienensatz übertragen werden können.

Zwei weitere Neuheiten innerhalb des bewährten Systems sind orthocaps® NOCTIS und orthocaps® TEN. Die NOCTIS-Variante richtet sich insbesondere an Berufstätige, die eine Behandlung am Tag als störend empfinden. Die Aligner werden daher nur nachts getragen, wobei die Geschwindigkeit der Korrektur entsprechend angepasst wird. Für kleinere Fehlstellungen mit maximal zehn Alignersets ist die TEN-Variante vorgesehen. Sie kann ohne Software (iSetup®) genutzt werden.

Und noch eine für Anfang 2018 angekündigte Neuheit aus dem Hause Orthocaps: Künftig werden acht verschiedene Alignermaterialien für die Therapie zur Verfügung stehen – vier verschiedene Stärken von DLP (Dual Layer Polymer) sowie vier verschiedene Stärken von SLP (Single Layer Polymer), sodass je nach vorliegender Malokklusion noch flexibler behandelt werden kann.

Für sein Invisalign® Teen System bietet Align Technology Inc. seit September parallel zur Korrektur von Zahnfehlstellungen nun auch die Möglichkeit der parallelen UK-Vorverlagerung. Die Klasse II-Behandlung kann je nach individuellem Fall entweder stufenweise erfolgen (in maximal acht Stufen wird der Unterkiefer nach vorn bewegt) oder als einzelner Stufensprung. Realisiert wird die Vorverlagerung durch sogenannte Precision Wings, die sowohl im OK als auch UK-Aligner zwischen den ersten Molaren und Prämolaren bukkal platziert werden. Sie halten den Unterkiefer in der Vorwärtsposition, sobald der Patient mit den Zähnen nach unten und vorwärts beißt.

Digitaler Workflow
Seit Mitte 2016 bietet das Unternehmen orthoLIZE seine Dienste bei der digitalen Fertigung von kieferorthopädischen Behandlungsapparaturen an. Auf Grundlage von Intraoralscans bzw. digitalisierten Gipsmodellen geben Kieferorthopäden und kieferorthopädisch tätige Zahnmediziner individuelle Therapiegeräte bei dem niedersächsischen Unternehmen in Auftrag. Verfügt eine Praxis weder über einen Intraoralscanner oder Modellscanner, realisiert orthoLIZE auch die Digitalisierung der angelieferten Gipsmodelle und verarbeitet die Datensätze zu hochwertigen kieferorthopädischen Lösungen. Die Palette der beziehbaren Apparaturen umfasst Herbstscharniere, GNE bzw. Herbst-GNE-Kombination, TPA, Lingualbogen, Retainer etc. sowie 3D-gedruckte Kunststoffschienen (z. B. Aufbiss, OP-Splints, Klebetrays). Vor der Fertigung erhalten die Praxen die CAD-konstruierten Daten zur Freigabe.

Das von Promedia erstmals zum EOS-Kongress vorgestellte neue Modul TADmatch ist ab sofort innerhalb der bekannten Behandlungssoftware OnyxCeph3TM verfügbar. Es ermöglicht die optimale sowie sichere Positionsplanung von Miniimplantaten im Gaumen. Diese erfolgt in Relation zu virtuellen Modellen und zusätzlichen 2D- und 3D-Bildvorlagen. Somit kann die Anfer-tigung skelettal verankerter KFOApparaturen als eigenständiger digitaler Arbeitsablauf (FRS – dessen digitale 3D-Ansicht – digitale Schraubenpositionierung – 3D-Druck OK-Modell inklusive Position der Bohrhülsen – Herstellung Insertionsschablone mittels Tiefziehverfahren oder Modellsilikon) in der Praxis eingegliedert werden.

Neben OrthoLox sind seit der DGKFO zudem zwei weitere Bibliotheken hinterlegt – nämlich OrthoEasy® (FORESTADENT) sowie Benefit® (PSM/dentalline). Einen komplett kabellosen und somit sehr bequemen Intraoralscan ermöglicht der neue TRIOS® 3 Ortho wireless von 3Shape (Vertrieb für DE: DentaCore). Der Scanner bietet laut Hersteller die gleiche Scangeschwindigkeit, Präzision und Technologie wie die TRIOS® 3 Kabelvariante, und das bei absoluter Bewegungsfreiheit. Je nach Bedarf kann zwischen der kompletten Cartversion auf Rädern mit Multi-Touchscreen oder der tragbaren Pod-Variante mit USB-Anschluss für den Laptop gewählt werden. Bei den Griffen stehen zwei Ausführungen zur Verfügung: die Stiftform oder der Handgriff. Beide werden mit je drei haltbaren, wieder aufladbaren Batterien geliefert.

Innerhalb der ivoris® ortho Praxismanagementsoftware (Computer konkret) ist ab sofort das Zusatzmodul ivoris® e.health verfügbar. Die Versichertenstammdaten werden beim Einlesen der elektronischen Gesundheitskarte online geprüft und bei Bedarf automatisch aktualisiert. Anwender der ivoris® ortho Software sind somit fit für die Telematikinfrastruktur, die das Gesundheitswesen landesweit vernetzen soll. Zusätzlich zu Online-Terminplanung und Patientenkommunikation bietet ivoris® connect nun durch die Integration von Sego4Star® von Comcotec den direkten Zugriff auf die Protokolle der Sterilisationsprozesse. Zudem kann durch die Integration von TheraMon® das Trageverhalten der Zahnspangen direkt in der Sidebar angezeigt werden. Auch der neue, schnelle Modellscanner der XLine-Serie von MedianetX kann direkt aus ivoris® angesteuert werden.

J. Morita zeigte mit dem Veraview X800 die erstmals zur IDS vorgestellte, jüngste Generation der Veraview-Serie, die noch weniger Praxis-Equipment zur vollen Ausnutzung der Leistungsfähigkeit dieses 2D-/3D-Röntgensystems erforderlich macht. Waren bisher modernste, hochpreisige Rechner vonnöten, reicht heute z. B. ein iPad zur bildlichen Darstellung völlig aus. Der Veraview X800 ermöglicht Aufnahmen in elf verschiedenen Field of View-Bereichen und bietet eine laut Herstellerangaben revolutionäre Detailtreue. Neu gegenüber dem Vorgängermodell ist z. B. die Möglichkeit der Zoom-Rekonstruktion. Auf Basis einer Aufnahme mit einer Voxelgröße von 125 μm kann dabei ein hochauflösender Bildausschnitt mit 80 μm rekonstruiert werden, ohne dass hierfür eine neue Aufnahme angefertigt werden muss. Sollen möglichst viele Details sichtbar gemacht werden, steht Anwendern neben dem bisherigen 180°-Modus jetzt zudem ein 360°-Modus zur Verfügung.

Weitere Neuheiten
ODS hat seine iXionTM Serie um verschiedene Zangen ergänzt. Das Unternehmen entspricht damit Rückmeldungen des Marktes, indem es durch Entwicklungen spezieller Instrumente auf Wünsche von Behandlern eingeht. Neu im Sortiment sind z. B. die Utility Weingart-Zange (IX 843) mit abgerundeten Spitzen, die selbst bei größer dimensionierten Bögen eine gute Sicht ermöglicht, des Weiteren die Heavy Duty Bird Beak Zange (IX 711) für den Einsatz bei Bögen bis .040'' (1 mm) so wie eine neue intraorale Detailing-Zange (IX 976). Diese verfügt über einen besonders zierlich gestalteten doppelseitigen Kopf, der selbst bei engsten Verhältnissen (interproximal zwischen Lingualbrackets) ein problemloses intraorales Einbringen von Biegungen erster und zweiter Ordnung ermöglicht. Die IX 976 kann bei Bögen bis zu einer Größe von .018'' x .018'' (.46 mm x .46 mm) eingesetzt werden.

CA DIGITAL präsentierte in Bonn seine brandneue Endverbraucherkampagne „Start to love your smile“. Dabei informiert die Lifestyle-Bloggerin Romy auf www.start-to-love-your-smile.de über ihre eigene Alignerbehandlung und ganz nebenbei über die Vorteile des CA® CLEAR ALIGNER Systems. Zudem können Websitebesucher, die Romys Geschichte erfahren haben, neugierig geworden sind und ebenfalls eine solche Behandlung wünschen, mittels Praxissuche den passenden Kieferorthopäden in ihrer Nähe finden. KFO-Praxen, die innerhalb dieser Suchfunktion gelistet sein möchten, müssen sich hierfür nur über CA DIGITAL registrieren lassen. Sie erhalten dann zudem ein entsprechendes Marketing-Kit inklusive Infomaterial für Patienten und Praxis. Bereits in der ersten Woche der Kampagne wurde eine Reichweite von über 100.000 Kontakten generiert.

Zwei neue Leone-Apparaturen für die Schnarchtherapie wurden am Stand von dentalline (exklusiver DE-Vertrieb) gezeigt. So ist zum einen der TELESCOPIC ADVANCER verfügbar – eine Teleskopapparatur geringer Größe, die aufgrund großzügig realisierbarer Lateral- und Mundöffnungsbewegungen einen hohen Tragekomfort gewährt. In den Teleskoparmen integrierte Dehnschrauben sorgen dabei für den Vorschub des Unterkiefers, wodurch die Einengung der Atemwege verhindert wird. Zum anderen ist mit der FORWARDI-Apparatur ein Therapiegerät erhältlich, welches anstatt mit Teleskoparmen mithilfe spezieller Expansionsschrauben nach dem Prinzip der schiefen Ebene agiert. Die Metallkörper der in der OK-Schiene integrierten Schrauben verfügen an ihrem nicht in die Schiene eingebetteten Ende über eine Neigung von 70°. Bei Aktivierung wird diese schiefe Ebene gegen die in der UK-Schiene integrierten, ebenfalls geneigten Flügel gedrückt, wodurch der Unterkiefer nach vorn bewegt wird.

Zum Bearbeiten von Aligner-Schienen und thermoelastischen Materialien stellte Greiner Orthodontics kleine, ohne Paste einsetzbare Softbrush-Bürstchen vor. Deren offenporiges Material, in drei abrasiven Stufen, schützt vor Überhitzung und somit vor Verformung der Kunststoffschienen. Des Weiteren konnten sich Standbesucher über die neuen Prophylaxe-Polierer „ProxyCups“ zur Verwendung mit Polierpaste informieren. Diese für den einmaligen Gebrauch gedachten Aufsätze zur Zahnreinigung verfügen auf ihrer Außenseite über Noppen, die ein Wegdrücken der Paste verhindern, und auf der Innenseite über spezielle Lamellen. Diese sorgen dafür, dass die Paste besser zum Zahn hingeführt wird und nicht gleich verspritzt. Eine dritte Neuheit wurde mit dem Jevan System für Retainer gezeigt. Dieses unterstützt die Platzierung des Retainers beim Kleben und umfasst den Thumb zum Halten des Retainerdrahts sowie je ein Handinstrument für den Oberund Unterkiefer zum Andrücken des Drahtes am Zahn während des Klebevorgangs.

Ausblick

Die nächste wissenschaftliche Jahrestagung findet vom 10. bis 13. Oktober 2018 im Congress Centrum & Messe Bremen statt. Tagungspräsidentin wird Prof. Dr. Franka Stahl sein.

Foto: OEMUS MEDIA AG
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