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Branchenmeldungen 08.04.2019

Kittelversorgung an Universitäten: Top oder Flop?

Kittelversorgung an Universitäten: Top oder Flop?

Die Handhabung der Versorgung der Studierenden der Zahnmedizin mit der notwendigen Schutzkleidung ist von Uni zu Uni verschieden. Der eine Standort bietet die komplette Kittelversorgung, einschließlich Reinigung, an anderer Stelle müssen die Studierenden allein für alles aufkommen. Wir haben mit den Fachschaftenvertretern zweier Unis über „Kittel und Kasacks“ gesprochen.

Wie wird die Kittelversorgung an eurer Uni gehandhabt und was ist recht oder schlecht daran?

Christian Bäuchle, Universität Ulm: Wir können die Kittel, Kasacks und Hosen in der Wäschekammer der Uniklinik ausleihen. Jedem Studierenden stehen zwei Kasacks/Kittel und zwei Hosen in entsprechender Größe zu. Dies wird auf einer Liste vermerkt. Während des Semesters kann dann ein benutztes Kleidungsstück gegen ein frisches getauscht werden. Dazu geht man in die Wäschekammer, nennt die Größe, wirft z. B. den benutzten Kasack in einen dafür vorgesehenen Wäschesack und erhält einen frisch gewaschenen Kasack. Um die Reinigung selbst müssen wir uns also nicht kümmern. Am Ende des Semesters wird die ausgeliehene Kleidung dann zurückgegeben. Da aber im klinischen Studienabschnitt auch in der vorlesungsfreien Zeit die Kleidung benötigt wird (Famulaturen, Mitarbeit im Schmerzdienst etc.), läuft das eher fließend ineinander über. Die Klinikkleidung ist vorgeschrieben, sprich, wir dürfen keine eigenen Kasacks anziehen, sondern müssen die der Uniklinik verwenden. Fest steht: Das System ist für uns Studenten sehr angenehm. Manchmal muss man ein wenig vorausplanen, da die Wäschekammer nur zu bestimmten Zeiten offen hat. Grundsätzlich kommen wir Studenten mit der Regelung aber sehr gut klar. 

David Lukas Stark, Universität Münster: Bei uns sieht das leider ganz anders aus! Derzeit wird uns vonseiten der Universität keinerlei Bekleidung in den Behandlungskursen gestellt. Da es keine bindenden Vorschriften bezüglich der Art der Kleidung gibt, dürfen die Studierenden frei entscheiden, ob sie lieber im Kittel oder im Kasack behandeln möchten. Die Oberbekleidung muss aber selbstverständlich weiß sein. Die Reinigung der Kleidung und ein regelmäßiger Wechsel liegen in der Hand der Studierenden, wobei die Reinigung zu Hause erfolgen muss. Leider haben die Studierenden nur einen Spind zur Verfügung, in welchem Arbeits- und Freizeitkleidung nicht getrennt untergebracht werden können. Fest steht: Seitdem ich an der Uni bin, ist die Forderung nach einer zentralisierenden und qualitätssichernden Aufbereitung der Arbeitskleidung ein sehr wichtiges Anliegen der Studierendenschaft. Aus unserer Sicht sollte die Universität wenigstens ein System zur Verfügung stellen, mit dem die Studierenden sicherstellen können, höchste Hygienestandards in der Zahnklinik einzuhalten. Nun soll allerdings noch in diesem Jahr Bewegung in die Problematik kommen, so stehen zum Sommer große Umbauten an unserem Klinikum an. Im Rahmen dessen sollen neue Umkleidebereiche und Spindräume sowie ein sogenannter „Kittelautomat“ installiert werden. Das Prozedere sähe dann folgendermaßen aus: Jeder Student schafft sich zu Beginn eine gewisse Anzahl Kleidungsstücke in seiner Größe an. Wenn man ein Kleidungsstück z. B. für die Behandlung benötigt, kann man dieses per Chipcode automatisiert an einer Ausgabestelle erhalten. Nach dem Tragen kommt dies zur Reinigung in einen Wäscheschlucker. Die Kleidungsstücke sind nicht personalisiert, man bekommt also jedes Mal ein anderes, aber in seiner Größe und hygienisch aufbereitet. Das System wäre vollautomatisch und, nach derzeitigem Stand, bis auf die einmalige Anschaffung der Kleidung, für die Studierenden kostenfrei. Wir hoffen sehr, dass aus der derzeitigen Planung Realität wird.

Sind nicht happy mit der derzeitigen Kittellösung und hoffen auf geplante Neuerungen: David Lukas Stark (links im Kittel) und Etienne Krohmann (rechts im Kasack).

Der Beitrag ist in der dentalfresh erschienen.

Foto: © Maximilian Bäuchle

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