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Branchenmeldungen 27.03.2019

Existenzgründung mit Blick auf Großstadt, Mittelstadt und Land

Existenzgründung mit Blick auf Großstadt, Mittelstadt und Land

Das Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) hat im Dezember 2018 aktuelle Zahlen und Analysen zu den Investitionen bei der zahnärztlichen Existenzgründung 2017 (InvestMonitor 2017) veröffentlicht. Darin werden auch Angaben zur Praxislage gemacht, die zeigen, dass die Einteilung Großstadt, Mittelstadt und Land in Bezug auf die Existenzgründung1 nicht nur eine Tendenz, sondern mehrere Entwicklungen aufzeigt.

Bei der Existenzgründung kommt der Standortwahl eine entscheidende Bedeutung zu. Die Entscheidung für eine bestimmte Niederlassungsform wird unter anderem, so die Analyse, durch die Bevölkerungsdichte im regionalen Einzugsbereich bzw. die Zahnarztdichte (Einwohner je behandelnd tätigen Zahnarzt) sowie die vorhandenen Möglichkeiten einer Übernahme beeinflusst.

Doch wie verteilt sich die Bevölkerung Deutschlands auf Großstadt, Mittelstadt und Land? Dem eher großstädtischen Raum (einschließlich der Metropolen) können 31,4 % der deutschen Wohnbevölkerung zugerechnet werden, dem mittelstädtischen Gemeindetyp 28,6 %, während 40 % der Bevölkerung in eher kleinstädtisch-ländlich geprägten Gebieten angesiedelt sind.2

Die Verteilung der zahnärztlichen Existenzgründungen auf die verschiedenen Ortsgrößen für das Jahr 2017 zeigt, dass der Anteil der Existenzgründungen im großstädtischen Bereich 35 % betrug, während im mittelstädtischen Bereich 26 % der Existenzgründungen angesiedelt waren. Auf den eher ländlichen Bereich entfiel ein Anteil von 35 %. Die Verteilung der Existenzgründungen nach Praxislage blieb über die vergangenen fünf Jahre vergleichsweise stabil.

In den alten Bundesländern wurden 39 % der Existenzgründungen im großstädtischen Bereich realisiert, in den neuen Bundesländern waren es 33 %. Demgegenüber entfielen 42 % der Existenzgründungen der neuen Bundesländer auf die ländlichen Lagen, während der entsprechende Anteil in den alten Bundesländern 34 % betrug. Bezieht man die Bevölkerungsstruktur mit ein, so lässt sich erkennen, dass die Zahnarztdichte (Zahl der Zahnärzte je 100.000 Einwohner) durch die zahnärztlichen Existenzgründungen des Jahres 2017 in großstädtischen Lagen tendenziell zu, in den eher ländlich geprägten Gebieten hingegen leicht abgenommen hat. Differenziert man die Praxisformen im Hinblick auf die relativen Häufigkeiten der Praxislage, so zeigt sich, dass Berufsausübungsgemeinschaften in großstädtischen Lagen vergleichsweise seltener, in ländlichen Lagen hingegen häufiger realisiert werden.

1 Die Analyse des InvestMonitor 2017 unterscheidet drei Arten der zahnärztlichen Existenzgründung: Neugründung einer Einzelpraxis, Übernahme einer Einzelpraxis und Niederlassung in Form einer Berufsausübungsgemeinschaft (Gemeinschaftspraxis).

Die Autoren des InvestMonitor 2017, David Klingenberger und Bernd Köhler, klassifizierten die Ortsgrößen in Anlehnung an Siebener-Systematik der sog. BIK-Strukturtypen (GESIS, 2013).

Quelle: IDZ, InvestMonitor 2017

Der Beitrag ist in der dentalfresh erschienen.

Foto: Romolo Tavani – stock.adobe.com

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