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Branchenmeldungen 25.09.2019

Klischee erfüllt: Schweizer Dentalassistenten sind weiblich

Klischee erfüllt: Schweizer Dentalassistenten sind weiblich

Wie eine aktuelle Studie belegt, wird das Bild typischer Frauen- und Männerberufe noch immer bedient. Während Maurer oder Elektroinstallateure nahezu reine Männerdomänen sind, trifft man in der (Zahn-)Arztpraxis fast ausschliesslich Frauen am Empfang an.

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analyse des Eidgenössischen Hochschulinstituts für Berufsbildung (EHB), die sich auf die Daten des Bundesamts für Statistik (BFS) stützt. Die Forscher betrachteten alle laufenden Lehrverträge vom Ausbildungsjahr 2017/18 und stellten fest, dass ca. 65 Prozent der Männer und 42 Prozent der Frauen einen «geschlechtstypischen» Beruf ergreifen.

Selbst unter den 20 beliebtesten Ausbildungsberufen der Schweiz sind die meisten entweder von Frauen oder von Männern dominiert. Das gilt auch für den Ausbildungsberuf zur Dentalassistentin. Laut Untersuchung belegt die Lehre mit knapp 2'800 Lehrverträgen aus dem Jahr 2017/18 Platz 16 auf der Beliebtheitsskala – allerdings fast ausschliesslich bei Frauen. So sind lediglich 1,11 Prozent der Dentalassistenten männlich. Bei der Ausbildung zum Medizinischen Praxisassistenten sind es mit 0,94 Prozent sogar noch weniger. Am ausgeglichensten scheint das Verhältnis der Geschlechter in den Berufen Kaufmann/-frau und Detailhandelsfachmann/-frau.

Neben den in der Fachzeitschrift skilled veröffentlichten Analyseergebnissen beleuchteten die Forscher auch Ursachen und Auswirkungen der unausgewogenen Geschlechterverteilung. Nach Aussagen der Autoren sind die Gründe häufig rationaler Natur. Sprich, Jugendliche malen sich grössere Erwerbschancen in Berufen aus, die von ihrem Geschlecht dominiert sind. Frauen achten beispielsweise darauf, dass sie Familie und Job u.a. durch Teilzeitmöglichkeiten unter einen Hut bekommen. Auch kulturelle Vorstellungen bezüglich unterschiedlich ausgeprägter Kompetenzen – soziale vs. technische Fähigkeiten – sollen eine Rolle spielen.

Foto: rh2010 – stock.adobe.com

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