Branchenmeldungen 01.06.2023

Konformitätsbewertungen im Pharmabereich

Konformitätsbewertungen im Pharmabereich

Foto: Dana Creative Studio – shutterstock.com

Abkommen zwischen der Schweiz und der EU problematisch.

Mit einer umfassenden Strategie versucht die EU als Standort für die Pharmaindustrie attraktiver zu werden, einen schnellen und gleichberechtigten Zugang zu Medikamenten zu ermöglichen, ungedeckten medizinischen Bedarf anzugehen und die Versorgungssicherheit zu stärken. Der Schweiz fehlt heute leider eine solche übergeordnete Strategie mit konkreten Massnahmen für den Exportmotor unseres Landes. Das kann zu einem Standortnachteil werden. Die Schweiz ist daher gut beraten, die Revision der EU genau zu prüfen und jene Massnahmen, welche auch zur Verbesserung der Attraktivität des Standortes Schweiz tauglich sind, ebenfalls einzuführen. Elemente, die schädliche Auswirkungen auf die Innovationskraft des Standortes haben könnten, sollte die Schweiz auf keinen Fall übernehmen und sich stattdessen einen Wettbewerbsvorteil schaffen.

Problematische Auswirkungen auf die bilateralen Beziehungen

Ein grosses Problem sind die möglichen Auswirkungen auf die bilateralen Beziehungen. Einige Teile des Abkommens zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen Union über die gegenseitige Anerkennung der Konformitätsbewertungen (MRA) im Pharmabereich zwischen der Schweiz und der EU verweisen sowohl inhaltlich als auch rechtlich auf die bestehenden Vorschriften. Wenn die überarbeiteten allgemeinen EU-Arzneimittelvorschriften in Kraft treten, müssen diese Teile des MRA aktualisiert werden, um rechtsgültig zu bleiben. Da aber die bestehenden Abkommen nicht mehr aktualisiert werden, kann dies ein grosses Problem für den Produktionsstandort Schweiz werden.Kritisch ist auch die vorgeschlagene Schwächung des geistigen Eigentums zu sehen. Die Entwicklung eines Medikamentes ist ein Hochrisikogeschäft, dauert im Schnitt zwölf Jahre und kostet über 2 Milliarden Franken. Ohne einen starken Schutz des geistigen Eigentums sinkt die Bereitschaft von Risikokapitalgebern, in die Forschung und Entwicklung zu investieren, was sowohl für den kontinentalen Forschungsstandort als auch für die Patienten in aller Welt schlechte Nachrichten wären.

Quelle: Interpharma

Dieser Beitrag ist in der Dental Tribune Schweiz erschienen.

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