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Branchenmeldungen 02.11.2018

Gips statt Erholung: Krank im Urlaub! Was tun?

Gips statt Erholung: Krank im Urlaub! Was tun?

Endlich ist er da, der langersehnte Urlaub. Doch dann Fieber, Schnupfen, Husten oder gar eine Darmgrippe: Da bleibt nur krank das Bett zu hüten.

Stellt sich die Frage: Kann der Urlaub auch zum Krankenstand werden? „Ja, unter gewissen Voraussetzungen“, weiß AK-Arbeitsrechtsexperte Herbert Karner und konkretisiert: „Die Erkrankung muss länger als drei Kalendertage dauern. Sie darf nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig herbeigeführt worden sein. Ich muss mich ärztlich krankmelden - direkt vor Ort und nicht erst zu Hause - und dazu die Erkrankung auch dem Arbeitgeber nach spätestens drei Tagen melden. Unerlässlich ist auch die Krankenstandbestätigung. Sie ist bei Wiedereintritt des Dienstes unaufgefordert vorzulegen.“

Erkrankung im Ausland

Etwas komplizierter wird es beim Urlaub im Ausland. Hier bedarf es im Krankheitsfall neben dem ärztlichen Zeugnis einer behördliche Bestätigung, aus der hervorgeht, dass das ärztliche Zeugnis von einem zugelassenen Arzt ausgestellt wurde. Sie entfällt, wenn die Behandlung in einem öffentlichen Krankenhaus erfolgte.

„Um lästige Formalitäten zu vermeiden, sollten Sie sich vor ihrem Auslandsurlaub erkundigen, ob die E-Card im Zielland gilt“, rät Karner. Je nachdem entstehen auch Kosten, oder auch nicht. Karner: „In der EU, in Island, Liechtenstein, Mazedonien, Norwegen und in der Schweiz brauchen Sie beim Arzt nur Ihre Europäische Krankenversicherungskarte für die Krankenbehandlung vorweisen. Diese befindet sich auf der Rückseite Ihrer E-Card. Trotzdem vor Abreise kontrollieren, ob Ihre EKVK noch nicht abgelaufen ist. In Bosnien-Herzegowina, Serbien und in Montenegro gilt ebenfalls die EKVK. Sie muss aber vor einer Behandlung beim zuständigen Krankenversicherungsträger vorgelegt werden – dieser stellt dann einen ortsüblichen Krankenschein aus. Ähnlich in der Türkei. Hier muss man sich vor dem Urlaub einen so genannten Betreuungsschein bei der Krankenkassa holen. Vor Ort ist es notwendig den Betreuungsschein gegen den ortsüblichen Behandlungsschein zu tauschen. In allen anderen Ländern müssen Sie die Behandlung zunächst selbst zahlen. In Österreich ersetzt Ihnen dann die Krankenkasse 80 Prozent der Kosten, die bei der gleichen Behandlung bei einem Vertragsarzt im Inland entstanden wären.“

Zu bedenken: Die krankheitsbedingte Unterbrechung verlängert den Urlaub nicht. Sobald der vereinbarte Urlaub zu Ende ist oder der Arbeitnehmer wieder gesund ist, muss er sofort wieder arbeiten gehen.

Quelle: AK Burgenland

Foto: contrastwerkstatt – stock.adobe.com
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