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Branchenmeldungen 11.09.2017

Lachgassedierung in der Zahnmedizin unterbunden

Lachgassedierung in der Zahnmedizin unterbunden

WIEN – Der „Oberste Sanitätsrat“ hat sich in einer Stellungnahme für das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen (BMGF) dafür ausgesprochen, die Anwendung von Lachgas zur Sedierung durch Zahnärzte „nicht zu erlauben“. Davon wurde die Österreichische Zahnärztekammer (ÖZÄK) durch Kopie eines Schreibens von Ende Juli aus dem BMGF an die Österreichische Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde unterrichtet.

Zum Prüfvorgang heißt es in dem BMGF-Schreiben zur „Anwendung von Lachgas“: Der Oberste Sanitätsrat hat das  Thema  in  seiner  Sitzung am 3.12.2016 behandelt und folgenden Beschluss gefasst:

„In der dazu eingeholten Stellungnahme der ÖGARI, Österreichischen Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin, ist festgehalten, dass prinzipiell eine sichere Verwendung von Lachgas für die Sedierung durch Zahnärzte ohne Beiziehung eines Facharztes für Anästhesiologie möglich ist. Allerdings wird darauf hingewiesen, dass v.  a. aufgrund der Gefahr einer Diffusionshypoxämie mit potenziellen  lebensbedrohlichen Konsequenzen für den Patienten, organisatorische, personelle und technische Voraussetzungen unbedingt notwendig sind.

In der Stellungnahme wird dazu auf eine „DGAI-Info“ in Anästh Intensivmed 2013; 54:323–326 hingewiesen. Demzufolge wird in der Stellungnahme die Erfüllung der geforderten Voraussetzungen im extrahospitalen Bereich für nicht realisierbar angesehen. Es wird daher empfohlen, die Anwendung von Lachgas zur Sedierung durch Zahnärzte in Österreich nicht zu erlauben. Der OSR hat sich in der Sitzung vom 3.12.2016 einstimmig den Empfehlungen der Stellungnahme angeschlossen.“

Eine allfällige fortgesetzte Diskussion wird auf fachlicher Ebene zu führen sein, so das BMGF in seinem Brief an die ÖZÄK. 

Der Beitrag erschien in Dental Tribune Austrian Edition No. 6/2017.

Foto: oneblink1 – stock.adobe.com
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