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Branchenmeldungen 22.11.2019

Neue Wege: Marco Gadola übergibt 2020 an Guillaume Daniellot

Georg Isbaner
Georg Isbaner
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Neue Wege: Marco Gadola übergibt 2020 an Guillaume Daniellot

Zum Jahresende verabschiedet sich der erfolgreiche CEO von Straumann und wird das Amt an Guillaume Daniellot übergeben. Marco Gadola im Gespräch mit Georg Isbaner, Redaktionsleiter Implantologie Journal der OEMUS MEDIA AG.

Die Straumann Group hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Global Player auf dem Dentalmarkt entwickelt. Marco Gadola, CEO der Straumann Group, hat daran maßgeblichen Anteil.

Herr Gadola, Sie beenden Ende dieses Jahres Ihre Karriere als Firmenchef bei Straumann. Wie geht es für Sie beruflich weiter?

Ab Januar 2020 werde ich mich mit meiner Zukunft beschäftigen. Ich habe bereits einige Projekte, welche aufgegleist sind. Dazu zählen meine mögliche Wahl in den Aufsichtsrat der Straumann Group – ich hoffe, dass sie mich wählen (lacht) – und die damit verbundenen Aufsichtsratmandate sowie ein bis zwei neue Projekte, welche aber erst am Jahresanfang 2020 spruchreif werden. Eins kann ich jedoch sagen: Ich werde nicht zur Konkurrenz übersiedeln – mein Herz schlägt für Straumann.

Rückblickend auf die Jahre Ihrer Tätigkeit bei Straumann – Wie haben Sie sich und wie hat sich das Unternehmen verändert?

Als ich im Jahr 2013 angefangen habe, war es eine schwierige Situation für die Straumann Group – da musste das Unternehmen einen harten Strukturierungsprozess durchlaufen – wir mussten Kosten abbauen und die gesamte Organisation verschlanken. Auch Anfang 2015 gab es durch die Eurokrise erst einmal einen kleinen Rückschlag, aber danach hat es angefangen, Spaß zu machen, und die erfolgreichen Jahre begannen. Durch den Zusammenschluss mit anderen Dentalunternehmen, zum Teil durch Übernahmen und wirtschaftliche Beteiligungen, begann die Wachstumsphase der Straumann Group. Das war auch für mich selber eine ganz tolle Zeit, auf die ich sehr gerne zurückblicke. In dieser Zeit bin ich auch etwas entspannter geworden (lacht). Ich denke, Erfolg gibt eine bestimmte Gelassenheit sowie Ruhe und Selbstvertrauen …

… aber, das kann gefährlich sein …

… natürlich, also immer mit dem Bewusstsein, aufkommende Trends nicht zu verpassen.

Gerade das Thema Zahnreihenkorrekturen haben Sie als einen Wachstumsmarkt für Ihr Unternehmen identifiziert. Darüber hinaus sagen Sie, die Digitalisierung wird zunehmend den Dentalmarkt beherrschen. Sehen Sie dabei in der Diagnostik noch weitere zukunftsweisende Trends?

Die gesamte Anamnese von Zahnfehlstellungen ist heute bereits über dentales Monitoring möglich. Allerdings lässt sich derzeit darüber streiten, wie gut diese Anamnese momentan schon ist. Wir sind noch nicht so weit, dass man diesen Datenerhebungen blind vertrauen kann – aber es geht schon in diese Richtung. Ich glaube, auch bei Implantaten müssen irgendwann keine großen CBCT-Aufnahmen mehr stattfinden, sondern man kann relativ einfach und ziemlich genau über Bilddateien feststellen, welche Herausforderung es zu meistern gilt. Allgemein kann man sagen, dass sich der Trend der Digitalisierung in allen zahnmedizinischen Bereichen über kurz oder lang durchsetzen wird, ob es sich dabei um die professionellere Betreuung in Zahnarztpraxen, z. B. Recall-Systeme, die Zahn- und Weichgewebserhaltung oder regelmäßige Überprüfungen bzw. Kontrollen handelt. Da muss eines Tages vielleicht gar nicht mehr so viel implantiert werden. All das müssen wir als Unternehmen im Blick behalten und uns bewusst darauf vorbereiten, damit wir entsprechend reagieren können.

Vielen Dank für die spannenden Einblicke, Herr Gadola, und alles Gute für Ihre Zukunft.

Vielen Dank, das wünsche ich Ihnen auch. Vielleicht sieht man sich wieder.

Das Interview ist in der Dental Tribune erschienen.

Foto: OEMUS MEDIA AG

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