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Branchenmeldungen 05.06.2020

Mostviertler stirbt durch Narkose: Zahnarzt trägt Mitschuld

Mostviertler stirbt durch Narkose: Zahnarzt trägt Mitschuld

Zu diesem Urteil kam nun der Oberste Gerichtshof, nachdem der Fall alle Instanzen durchlaufen hatte. Aber nicht nur dem Zahnarzt wurde in dem Todesfall – ausgelöst durch einen anaphylaktischen Schock – eine Teilschuld zugeschrieben.

Der tragische Fall ereignete sich bereits im Frühjahr 2016. Der damals 52-jährige Patient aus Mostviertel hatte für eine Behandlung bei seinem Zahnarzt auf eine Vollnarkose bestanden, obwohl diese nicht notwendig gewesen wäre. Er hatte zwar im üblichen Fragebogen eine Allergie gegen ein Medikament angegeben, aber im Vorgespräch der Behandlung mit dem Narkosearzt diese nicht mehr erwähnt. Genau dieses Mittel war dann jedoch im Narkotikum enthalten, wie meinbezirk.at berichtete. Nach einer Viertelstunde trat der anaphylaktische Schock ein, der Patient starb kurz darauf.

Das Problem: Der Zahnarzt hatte die Information zur Allergie des Patienten nicht an den Anästhesisten weitergegeben. Nachdem die Witwe des Verstorbenen geklagt hatte, galt es nun, die Schuldfrage zu klären.

Der Oberste Gerichtshof sprach den Anästhesisten von jeglicher Schuld frei. Nicht so den Zahnarzt. Ihm wurde eine Teilschuld zugesprochen, ebenso wie dem verstorbenen Patienten. Zahnarzt und Witwe konnten sich außergerichtlich einigen.

Foto Teaserbild:  Evgeniy Kalinovskiy – stock.adobe.com

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