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Branchenmeldungen 24.09.2013

Neue Empfehlungen zur Periimplantitis-Prävention verabschiedet

Neue Empfehlungen zur Periimplantitis-Prävention verabschiedet

Am 3. September traf sich der Fachbeirat des Aktionsbündnisses gesundes Implantat in Bonn, um einen Konsens zu den Themen Risikofaktoren periimplantärer Infektionen und Behandlungsplanung der Implantattherapie abzustimmen. Mit den hier erarbeiteten Empfehlungen will das Bündnis niedergelassene Zahnmediziner bei der Betreuung von Patienten, die mit Implantaten versorgt werden sollen oder versorgt wurden, fachlich unterstützen.

Anlass des Arbeitstreffens des Fachbeirats des Aktionsbündnisses gesundes Implantat waren die Finalisierung eines Positionspapiers zu Risikofaktoren periimplantärer Erkrankungen und die Erarbeitung von Empfehlungen zur gesamtheitlichen Implantatplanung. Als Ergebnis konnte ein Konsens zu beiden Themen gefunden werden.

Gesamtheitliche Behandlungsplanung

In der Empfehlung zur Prävention periimplantärer Entzündungen durch eine gesamtheitliche Behandlungsplanung kam der Fachbeirat des Aktionsbündnisses gesundes Implantat darin überein, dass eine umfangreiche Vorplanung die Grundlage des Implantaterfolges ist. Die konservierend-parodontologische Vorbehandlung des Patienten, die prothetische Planung und die chirurgische Vorgehensweise müssen hierfür aufeinander abgestimmt sein. Nur so können die periimplantären Infektionen periimplantäre Mukositis und Periimplantitis sowie die Fehlpositionierung von Implantaten vermieden werden.

Risikofaktoren für periimplantäre Erkrankungen

Das zweite im Rahmen des Arbeitstreffens verabschiedete Papier bietet eine aktuelle Übersicht über die in der wissenschaftlichen Literatur genannten Risikofaktoren für periimplantäre Infektionen. Bei Patienten mit diesen Risikofaktoren muss eine gründliche Nutzen-Risiko-Abwägung vor einer geplanten Implantation vorgenommen werden. Risikopatienten sind in jedem Fall über ihr erhöhtes Risiko, die damit verbundenen häufigeren Kontrollen und die gründliche Pflege der Implantate zu informieren. Bestimmte Risikofaktoren führen nicht zwingend zur Kontraindikation für Implantate, können aber besondere Maßnahmen sinnvoll machen.

Die Veröffentlichung der entsprechenden Artikel in der Fachpresse und als kostenfreier Download auf der Webseite des Aktionsbündnisses folgt in Kürze.

Spannende Mischung aus Praxis und Wissenschaft

„Die Atmosphäre während des Arbeitstreffens war sehr konzentriert, extrem kollegial, fast freundschaftlich. Unterschiedliche Auffassungen wurden intensiv, aber mit großem gegenseitigen Respekt diskutiert“, beschreibt Dr. Björn Eggert (Zahnarzt, Geschäftsführer goDentis) die Zusammenarbeit im Fachbeirat des Aktionsbündnisses.

Mit Prof. Dr. Marcel Wainwright (niedergelassen in Düsseldorf), Priv.-Doz. Dr. Dirk Ziebolz (Oberarzt für Parodontologie, Universitätsmedizin Göttingen), Sylvia Fresmann (1. Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Dentalhygieniker/-innen e.V.), Dr. Sigmar Kopp (niedergelassen in Güstrow), Dr. Oliver Müller (niedergelassen in Tuttlingen), Dr. Björn Eggert, Christian Berger (Präsident des Bundesverbands der implantologisch tätigen Zahnärzte in Europa e. V.) und Prof. Dr. Johannes Einwag (Direktor Zahnmedizinisches Fortbildungszentrum Stuttgart) kamen anlässlich des Arbeitstreffen des Aktionsbündnisses renommierte Experten auf dem Gebiet der Implantologie, Parodontologie und Prophylaxe zusammen. „Da die Teilnehmer aus unterschiedlichen Bereichen kamen, flossen verschiedene Blickwinkel in die Bearbeitung der Themen ein, was eine große Bereicherung für alle darstellte“, charakterisiert Sylvia Fresmann den Fachbeirat. Moderiert wurde das Arbeitstreffen von Jan-Philipp Schmidt (Geschäftsführer Aktionsbündnis gesundes Implantat). Das Treffen fand im Redaktionssitz des Zahnärztlichen Fach-Verlags, einer der Medienpartner des Bündnisses, statt.

Aktionsbündnis etabliert sich zusehends

Eine Übersicht über die bisherigen Projekte des Aktionsbündnisses während des Beiratstreffens verdeutlichte, wie schnell sich dieser Zusammenschluss von Unternehmen, Verbänden, Fachverlagen und Wissenschaftlern im Bereich der Prävention periimplantärer Infektionen etabliert hat. So wurde in diesem Jahr bereits die dritte Auflage der erfolgreichen Patientenbroschüre „Implantate brauchen Pflege“ veröffentlicht sowie der „ImplantatPass für Sicherheit & Pflege“ erstmals zur IDS vorgestellt. Die IDS Fachdiskussion zum Thema „Nachhaltige Prophylaxe – auch bei Implantatpatienten“ in der Speakers Corner fand regen Zuspruch. Während der gelungenen Messeauftritte des Aktionsbündnisses auf der IDS und auf den regionalen Herbstmessen offenbarte die große Nachfrage der Fachbesucher nach den Materialien des Aktionsbündnisses deutlich den hohen Stellenwert von Konzepten zur Prävention periimplantärer Erkrankungen in der Zahnmedizin. „Wir arbeiten für eine gute und notwendige Sache und sollten weitermachen!“, erklärt Priv.-Doz. Dr. Dirk Ziebolz. Mit der Erarbeitung weiterer Positionspapiere im kommenden Jahr will das Aktionsbündnis seine fachliche Kompetenz festigen und besonders niedergelassenen Zahnmedizinern und ihren Praxisteams hilfreiche Hilfestellung zur Förderung der periimplantären Gesundheit an die Hand geben. „Es werden zwar sehr viele Implantate gesetzt, jedoch sind viele Fragen zur Langzeitbetreuung noch offen. Das Aktionsbündnis gesundes Implantat trägt enorm dazu bei, wichtige Themen im Bereich der Prävention periimplantärer Erkrankungen für die Praxen aufzuarbeiten und Empfehlungen zu geben“, erklärt Sylvia Fresmann die Notwendigkeit dieser gemeinsamen Arbeit.

Quelle: Aktionsbündnis gesundes Implantat

Foto: © Aktionsbündnis gesundes Implantat
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