Branchenmeldungen 22.09.2021

Normalität ist das größte Erlebnis – „Business kann wieder wachsen“

Normalität ist das größte Erlebnis – „Business kann wieder wachsen“

Foto: VDDI

VDDI-Vorstandsvorsitzender Mark Stephen Pace gibt einen Ausblick auf die IDS 2021.

„Impfen & Testen“ erweist sich als Erfolgversprechende Strategie gegen das Coronavirus. Mit vergleichsweise niedrigen Sieben-Tages-Inzidenzen steigt gleichzeitig die Attraktivität eines Besuchs der Internationalen Dental-Schau (IDS). Im Vorfeld der Veranstaltung verriert Mark Stephen Pace, Vorstandsvorsitzender des VDDI (Verband der Deutschen Dental-Industrie), warum er optimistisch nach vorn blickt.

Herr Pace, welche Bedeutung kommt für Sie der IDS 2021 in der heutigen Zeit zu?

Ich stehe immer noch unter dem Eindruck unseres Europäischen Pressegesprächs im Vorfeld der IDS am 20. Mai dieses Jahres. Hier habe ich zum ersten Mal seit Langem wieder eine größere Zahl von DentalKolleginnen und -Kollegen persönlich getroffen. Ich kann Ihnen sagen: Normalität ist momentan eines der größten Erlebnisse, die es gibt. Mit der IDS 2021 gewinnen wir ein weiteres, noch viel größeres Stück dieser Normalität hinzu.

Aber ganz wie gewohnt kann die IDS 2021 nicht stattfinden, oder?

Die Messe wird etwas anders aussehen als die vorangegangenen. Wie gewohnt steht der persönliche Kontakt von Mensch zu Mensch im Mittelpunkt. Das ist für die IDS normal und bleibt es. Die Coronaschutzverordnungen des Landes Nordrhein-Westfalen setzen allerdings einen neuen Rahmen.

Wie reagieren Sie als Veranstalter gemeinsam mit der Messegesellschaft Koelnmesse darauf?

Nach dem Motto „show safe, meet safe, stay safe und visit safe“ haben wir das Sicherheitskonzept #B-SAFE4business entwickelt. Es umfasst unter anderem die bekannten Maßnahmen wie Mindestabstand, Maskenpflicht und den Online-Erwerb von Eintrittskarten. Die Tickets sind diesmal nur online buchbar; Kassen vor Ort gibt es nicht. Zur Lenkung der Besucherströme wurde mit Samsung SDS ein neues Indoor-Positioning-System entwickelt. Es erfasst die Personenzahlen und die Aufenthaltsdichte in den Hallen und stellt die Erkenntnisse den Besuchern und Ausstellern in Echtzeit zur Verfügung. Die zugehörige SmartphoneApp eGuard ist Teil unserer Maßnahmen, um professionelle Sicherheit auf höchstem Niveau zu gewährleisten. So schaffen wir eine Umgebung, in der Begegnung und Business wieder wachsen können.

Wie sieht das in der Praxis aus?

Die App eGuard spielt jeder Besucher auf sein Smartphone auf und nutzt sie während seines gesamten Aufenthalts auf der Messe. Sie hilft ihm dabei, sich von Hallen mit hoher Besucherdichte fernzuhalten. Gleichzeitig behält die Koelnmesse den Überblick und kann zum Beispiel bei Bedarf dem Sicherheitspersonal signalisieren: Besucher bis auf Weiteres um Halle X herumlenken.

Wie unterscheidet sich ein Messestand unter Corona-Schutzbestimmungen von den gewohnten Ständen?

Wir werden mehr PlexiglasTrennwände sehen und keine Ständer mit Informationen auf Papier. Die Anzahl der Menschen auf dem Stand ist limitiert, und bei großem Andrang warten die Messebesucher nach dem Parkhaus-Prinzip auf grünes Licht. Wir werden hier und da mehr Objekte in Vitrinen betrachten, aber desinfektionsfähige Ausstellungsstücke dürfen wir auch in die Hand nehmen. Letztlich regelt dies jedes Unternehmen individuell an seinem Messestand. Vertiefende Gespräche sind immer möglich, sie sind das A und O der IDS. Auf diese Weise kann sich der Besucher, wie gewohnt, einen umfassenden Überblick über aktuelle Trends und den Stand der Technik in der Zahnheilkunde verschaffen. Ich habe mir die Liste der Aussteller mit großem Interesse angesehen. Zusammen bringen sie die nötige kritische Masse auf die Waage.

Wie stehen nach Ihrer Einschätzung die Chancen, dass sich Investitionen in der heutigen Zeit am Ende auszahlen?

Nach einem Einbruch im letzten Jahr stehen die Chancen für einen Aufschwung jetzt wirklich gut. Denn die Patienten sind sensibilisiert. Wenn die Coronapandemie ein Gutes hat, so das Folgende: Breiten Bevölkerungsschichten hat sie bewusst gemacht, wie eng Mundgesundheit und Zahngesundheit miteinander zusammenhängen. Das gipfelt in der Erkenntnis, dass COVID-19-Patienten mit Parodontitis ein höheres Risiko für die Aufnahme auf die Intensivstation, die Notwendigkeit einer unterstützten Beatmung und sogar für einen tödlichen Ausgang der Erkrankung aufweisen auf als parodontal gesunde COVID-19-Patienten.1

Was bedeutet dies für die zahnärztliche Praxis?

Auf der Basis dieser Erkenntnis sollte es leichter fallen als vor anderthalb Jahren, die Patienten zum regelmäßigen Zahnarztbesuch zu motivieren – an erster Stelle zum gewissenhaften Wahrnehmen von Recall-Terminen im Rahmen parodontaler Prophylaxe und Therapien. Darüber hinaus dürfte das Interesse an hochwertigen, bestens hygienefähigen und dabei auch ästhetisch ansprechenden Versorgungen steigen – gemäß dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik. Und den erfasst man bei keiner anderen Gelegenheit so gut wie auf der IDS 2021.

1 Marouf N, Cai W, Said KN, Daas H, Diab H, Chinta VR, Hssain AA, Nicolau B, Sanz M, Ta-mimi F. Association between periodontitis and severity of COVID-19 infection: a case-control study. J Clin Periodontol. 2021 Apr;48(4):483–91. doi: 10.1111/jcpe.13435.

Autor: Christian Ehrensberger

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