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Branchenmeldungen 26.03.2018

Zahnärztin zu dick: „Patienten fragten, ob ich schwanger sei“

Zahnärztin zu dick: „Patienten fragten, ob ich schwanger sei“

Aktuell kämpft die Jenaer Zahnärztin Shirin gegen Pfunde und um den Titel „The Biggest Loser“ 2018. Der ZWP online-Redaktion gab die 34-Jährige ein exklusives Interview über ihre Zeit in der SAT.1-Sendung und ihren Praxisalltag.

In der Abnehm-Show „The Biggest Loser“ bist du ziemlich erfolgreich und hast schon einige Kilo abgenommen. Wie waren die bisherigen Reaktionen auf dein neues Erscheinungsbild?

Ich muss sagen, dass ich durchweg nur positives Feedback bekommen habe zu meinem neuen Erscheinungsbild. Nicht nur Familie, Freunde und Bekannte freuen sich für mich und mit mir, sondern auch meine Patienten, Tanzschüler und Zumba-Teilnehmer. Was ich besonders schön daran finde, ist, dass ich nicht nur Komplimente über mein Aussehen und die Gewichtsabnahme bekomme, sondern dass ich die Menschen anscheinend hauptsächlich mit meiner neu gewonnenen Energie und meinem Körpergefühl, meinem Auftreten als auch meiner Freude an diesem Projekt ‚The Biggest Loser‘ begeistern und inspirieren kann. Das finde ich persönlich sehr rührend und viel wichtiger, als mich nur mit einer Zahl auf der Waage zu identifizieren.

Musstest du in der Vergangenheit mit Vorurteilen bezüglich deines Gewichts kämpfen? Gab es Situationen mit Patienten, an die du dich erinnerst, die dir unangenehm waren? Wie hast du diese gemeistert?

Glücklicherweise wurde ich weder auf Arbeit noch im Fitnessstudio und auch privat mit Vorurteilen oder böswilligen Äußerungen mir oder meinem Gewicht gegenüber konfrontiert. In der Praxis kamen mal versehentliche Äußerungen von Patienten, dass sie mich fragten, in welchem Monat ich schwanger sei, obwohl ich das nicht war und nur mein Bauch so weit vorstand, dass es tatsächlich so aussah wie während einer Schwangerschaft. Auch wenn es zwar mir gegenüber keine Äußerungen zu meinem Gewicht gab, erkannte ich schon, dass sich meine Eltern und mein Mann um meine Gesundheit sorgten, und ich habe mich ja selber auch einfach total unwohl gefühlt.

Ich hatte Schmerzen im Knie und chronische Entzündungen an den Füßen, konnte nachts nur sehr unruhig und mit Rückenproblemen schlafen, wurde sehr träge und lustlos und konnte kaum mehr tanzen. All das kenne ich eigentlich gar nicht von mir, und meine größte Angst war, dass ich irgendwann meine positive Einstellung dem Leben gegenüber verliere und aufgrund des Übergewichts krank werde.

Hat der stressige Arbeitsalltag als Zahnärztin dazu beigetragen, dass du zugenommen hast?

Ich denke schon, dass Stress im Alltag eine große Rolle allgemein für die Gesundheit eines jeden Einzelnen spielt. Bei mir kam mein starkes Übergewicht hauptsächlich, weil ich nach meiner Knie-OP und den ständig wiederkehrenden Entzündungen im Fuß immer wieder ausfiel und eingeschränkt in der Bewegung war. Gleichzeitig hatte ich mein Essverhalten nicht geändert, um da aufzupassen, sodass ich schleichend immer mehr zugenommen habe. Nichtsdestotrotz hing der Alltagsstress mit Sicherheit auch mit meiner Gewichtszunahme zusammen. Ich habe ernährungstechnisch viel falsch gemacht. Da ich neben dem normalen Zahnarztpraxisalltag auch eine kleine Tanzschule mit meinem Mann leite, bin ich auch täglich von der Praxis direkt weiter zum Tanzen oder zu meinen Zumba-Kursen gefahren. Daher habe ich mir insgesamt sehr wenig Zeit zum Kochen oder Essen genommen und dann stressbedingt oft schnell zwischendurch einfach irgendetwas gegessen.

Rückblickend war ich über den Tag verteilt eigentlich permanent am Kauen, ohne mitzubekommen, was ich mir täglich alles zugeführt und genascht hatte. Als Zahnärztin und Zumba-Trainerin, die in einem Fitnessstudio arbeitet, wusste ich auch eigentlich in der Theorie ganz genau, was ich an meiner Ernährungsweise ändern hätte müssen. Aber wie so oft sind Theorie und die Umsetzung in die Praxis zwei unterschiedliche Paar Schuhe.

Du warst trotz deines Gewichts immer sportlich, hast nebenbei als Zumba-Lehrerin gearbeitet. Wieso stellte sich dennoch kein Abnehmerfolg bei dir ein? Was machst du jetzt anders?

Ich war tatsächlich schon immer sehr sportaffin und habe viele Sportarten in meiner Kindheit und Jugend ausprobiert. Letztendlich bin ich beim Tanzen und der Zumba-Fitness hängengeblieben. Mittlerweile weiß ich, dass ich aber sehr ergonomisch Sport getrieben habe. Mein Körper hatte gelernt, Sport zu treiben und Kurse zu geben, ohne dass es für mich sehr anstrengend war, weil sich mein Körper daran gewöhnt hatte und keine neuen Reize gesetzt wurden. Außerdem hatte ich ernährungstechnisch viel falsch gemacht, zwischendurch zu gerne als auch zu viel gegessen und genascht.

Im Camp haben sich unsere Trainer gemeinsam mit unserem Ernährungsberater und Arzt vor Ort viel Zeit genommen, um individuell herauszufinden, an welchen Punkten man arbeiten muss, um nachhaltig ein gesünderes und schlankeres Leben zu erzielen. Von daher habe ich ein sehr gutes Gefühl und freue mich sehr, all das Gelernte im Alltag anwenden zu dürfen. Dank des Formats ‚The Biggest Loser‘ weiß ich nun genau, was sich bei mir ändern muss, um nicht wieder in alte Muster zu verfallen, und welche sporttechnischen und ernährungstechnischen Fehler ich nicht mehr machen darf.

Stand dir dein Gewicht im Praxisalltag im Weg, z.B. bei der Behandlung am Stuhl?

Mein Gewicht stand mir im Praxisalltag insofern im Weg, weil es immer schwieriger wurde, am Stuhl zu behandeln, weil der Bauch gestört hat. Außerdem hatte ich bemerkt, dass mir meine Arbeitskleidung immer weniger gepasst hat und ich durchweg müde und träge war. Das kannte ich so gar nicht von mir und wollte das ändern.

Wie kannst du die Tipps, die dir während der Sendung mitgegeben wurden, in deinen Arbeitsalltag integrieren?

Ich bin dem ganzen Projekt ‚The Biggest Loser‘ so dankbar, weil es für mich persönlich eine der besten Entscheidungen meines Lebens war. Ich durfte dadurch so kostbare Momente, wertvolle Anregungen sowie Tipps, tolle Freundschaften und eine unvergessliche Lebenserfahrung mitnehmen, sodass ich nun darauf brenne, all das Erfahrene in meinen Alltag einzubeziehen. Ich habe mit meiner Trainerin Mareike viel darüber gesprochen, wie ich nachhaltig abnehmen und das Gewicht dann auch langfristig halten kann. Die eigentliche Aufgabe besteht tatsächlich darin, nach dieser Sendung alles anwenden und in den Alltag integrieren zu können. Was ich großartig finde und was im Fernsehen leider etwas zu kurz kommt, ist, dass uns der Ernährungsberater und vor allem die beiden Trainer Ramin und Mareike auch weiterhin nach der Sendung unterstützen, unsere Ziele zu erreichen, und immer für uns Kandidaten da sind.

Besonders Mareike gibt sich viel Mühe und ist für mich mittlerweile eine gute Freundin geworden, die ich zu jeder Tages- und Nachtzeit anrufen kann, wenn ich etwas wissen möchte oder ihre Hilfe benötige. Auch mit einigen anderen Kandidaten haben sich Freundschaften fürs Leben gebildet, und wir pushen uns da gegenseitig, alle am Ball zu bleiben und unsere Ziele sowie Erfolge weiter zu fokussieren. Ich habe meinen Startschuss durch dieses Format bekommen und ein sehr gutes Gefühl, dass ich mit der Unterstützung meines Mannes, meiner Familie und Freunde das Gelernte langfristig in meinem Alltag umsetzen kann, und freue mich sehr darauf.

Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg, Shirin!

„The Biggest Loser“ – immer sonntags, um 17:45 Uhr in SAT.1

Foto: privat
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