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Branchenmeldungen 24.05.2015

Prozess um inhalierten Zahnbohrer in der Lunge

Katja Kupfer
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Prozess um inhalierten Zahnbohrer in der Lunge

Berichte über vergessene chirurgische Utensilien wie Tupfer, Kompressen oder Instrumente in Patientenkörpern sind heutzutage in der breiten Medienlandschaft keine Seltenheit mehr. Der Fall eines 42-jährigen Patienten, der kürzlich erneut vor Gericht verhandelt wurde, liest sich ebenfalls sehr außergewöhnlich: Während einer zahnärztlichen Behandlung brach das Instrument und landete in der Lunge des New Yorkers.

Don Liyanage, dem im Zivilprozess um einen eingeatmeten Bohrer die Schadensersatzsumme von 430.000 Dollar zugesprochen wurde, musste nun im Berufungsverfahren eine Niederlage hinnehmen. Die zuständige Berufungskammer entschied, dass nicht klar sei, ob der Kläger das kleine Stück Metall während der Behandlung bei der beschuldigten Zahnärztin inhaliert habe oder bei dem früheren Besuch eines anderen Zahnarztes. Die Angeklagte wies jegliche Schuld von sich.

Nur durch Zufall wurde bei dem Betroffenen der Teil des Bohrers in der Lunge entdeckt. Als er sich 2008 aufgrund von Fieber und starken Schmerzen in der Brust in eine Klinik begab, gaben ihm wenig später die diensthabenden Ärzte das dentale Fundstück in seiner Lunge auf den Röntgenbildern preis. Den Gerichtsakten zufolge, nahm der Kläger an, dass der Bohrer während einer Behandlung im Jahr 2007 bei seiner Zahnärztin gebrochen sein muss. Er vernahm damals während des Vorfalls ein Gespräch zwischen der Assistentin und der Behandlerin, dass das Instrument sofort getauscht werden müsse. Ein weiteres Indiz für den Zwischenfall sei der Aspekt, dass man ihm mehrfach auf den Rücken geklopft habe, damit er wieder frei atmen konnte, denn nach dem Bruch des Instrumentes habe der Patient unter starken Atembeschwerden gelitten. Was er in diesem Moment nicht ahnen konnte: Ein Stück metallisches Medizinprodukt hatte sich den Weg in seinen linken Lungenflügel gebahnt. 

Aufgrund der Faktenlage ist der Betroffene umso mehr über die Entscheidung des Gerichtes schockiert. Auch das Entfernen des Bohrers gestalte sich als schwierig, da sich der Fremdkörper sehr nah am Herzen befände, berichtete Liyanage nach dem Richterspruch gegenüber der New York Post.

Foto: © nerthuz - Fotolia.com
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