Branchenmeldungen 25.08.2021

Schweiz hat eines der schlechtesten Gesundheitssysteme

Schweiz hat eines der schlechtesten Gesundheitssysteme

Foto: Alexander Limbach – stock.adobe.com

Einem neuen Bericht zufolge liegt das Schweizer Gesundheitssystem unter den Ländern mit hohem Einkommen auf dem drittletzten Platz.

In dem im August vom Commonwealth Fund veröffentlichten Gesundheitsvergleichsreport wurden 11 Länder mit hohem Einkommen nach wichtigen Maßstäben für das Gesundheitssystem bewertet, darunter Gerechtigkeit, Zugang zur Versorgung, Erschwinglichkeit, Ergebnisse der Gesundheitsfürsorge und Verwaltungseffizienz. Dem Bericht zufolge sind die leistungsfähigsten Gesundheitssysteme in Norwegen, den Niederlanden und Australien zu finden, während die Schweiz (Platz 9), Kanada (Platz 10) und die USA (Platz 11) die Länder mit den schlechtesten Gesundheitssystemen sind.

Ranglistenergebnisse für die Schweiz

  • Der Zugang zur Gesundheitsversorgung umfasst Messungen der Erschwinglichkeit und der Rechtzeitigkeit der Gesundheitsversorgung. Die Niederlande schneiden in diesem Leistungsbereich unter den 11 Ländern am besten ab und liegen in beiden Teilbereichen an der Spitze oder nahe der Spitze. Norwegen und Deutschland schneiden beim Zugang zur Gesundheitsversorgung ebenfalls gut ab, die Schweiz belegt Platz 10.
  • Neuseeland, die Schweiz und die Niederlande schneiden im Teilbereich der koordinierten Versorgung am besten ab.
  • Die Schweiz, Neuseeland, Australien, Norwegen und Frankreich schneiden gut ab, wenn es um die Kommunikation zwischen Hausärzten und Spezialisten geht.
  • Kein Land zeichnete sich durch eine gute Kommunikation zwischen der Primärversorgung und dem Krankenhaus, der Notaufnahme und der häuslichen Pflege oder der Koordination mit den örtlichen Sozialdiensten aus.
  • Die Analyse der Chancengleichheit konzentriert sich auf einkommensbezogene Ungleichheiten auf der Grundlage standardisierter Daten aus den 11 Ländern. Australien, Deutschland und die Schweiz rangieren im Bereich Gerechtigkeit am höchsten.
  • Die einkommensbedingten Leistungsunterschiede sind in der Schweiz und in Australien ebenso gering wie in Deutschland und Großbritannien.
  • Die kostenbedingten Zugangsprobleme von Bewohnern mit höherem Einkommen in der Schweiz und in Australien ähneln jedoch denjenigen von Bewohnern mit niedrigerem Einkommen in den Niederlanden und Kanada.
  • Erwachsene mit höherem Einkommen in den USA, der Schweiz und Australien berichten mit gleicher oder höherer Wahrscheinlichkeit über kostenbedingte Zugangsprobleme als Erwachsene mit niedrigerem Einkommen in fünf Ländern.

Fazit und Ausblick

Um das eigene Gesundheitssystem zu verbessern, müssen die Länder dem Bericht zufolge eine flächendeckendere Versorgung sicherstellen, um Kostenbarrieren zu beseitigen, die Primärversorgung auf alle Gemeinden ausweiten, den Verwaltungsaufwand verringern, um Ressourcen freizusetzen, und in soziale Dienste investieren – insbesondere für Kinder und Erwachsene im arbeitsfähigen Alter.

Der Bericht räumt zwar ein, dass kein Gesundheitssystem perfekt ist, doch empfiehlt das Gremium den Ländern, sich gegenseitig zu prüfen, was funktioniert hat und was nicht. Auf diese Weise könnten sich die Länder dem Ideal eines Gesundheitssystems annähern, das eine optimale Gesundheit für alle Menschen zu einem erschwinglichen Preis gewährleistet.

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