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Branchenmeldungen 21.02.2011

Stiftung Warentest: Nicht implantierende Praxen verlieren Patienten

Stiftung Warentest: Nicht implantierende Praxen verlieren Patienten

Rund 40 % der von Stiftung Warentest um den Jahreswechsel 2008/2009 befragten Patienten mit Zahnersatzerfahrung in den letzten 5 Jahren würden sich nicht mehr in der bisherigen Praxis behandeln lassen, sondern wechseln: Zu den meistgenannten Gründen der knapp 1000 Befragen gehörte, dass keine Implantate gesetzt werden. Diese Angaben wurden in der März-Ausgabe von „test“ veröffentlicht und damit pünktlich zur IDS, bei der das Thema Implantate erwartungsgemäß wieder eine große Rolle spielte. Weitere Anlässe für den Praxiswechsel waren laut Stiftung Warentest zu hohe Kosten und Unzufriedenheit mit der Behandlung.

Bei der Umfragte bestätigte sich erneut, dass ein großer Teil der Patienten über eine Zahnzusatzversicherung verfügt, um sich eine bessere Qualität leisten zu können. Auch Ratenzahlungen durch Abrechnungsstellen werden gut genutzt, allerdings besteht hier noch Spielraum: Bei der Umfrage gaben rund 14 % der Zahnersatz-Patienten an, auf Ratenzahlungsmöglichkeiten angesprochen worden zu sein, und bei zu erwartenden Behandlungskosten über 1500 Euro nahm weit über ein Drittel der angesprochenen Patienten diese Möglichkeit auch an.

IDS bestätigte fundierte Implantologie-Ausbildung

IDS-Besucher wie Prof. Dr. Günter Dhom, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI) konnten sich ein Bild davon machen, wie viele ursprünglich nicht-implantologisch aufgestellte Unternehmen sich von diesem Boom-Bereich in der Zahnheilkunde einen reizvollen Markt versprechen und Zahnärzte mit zum Teil extremen Billigangeboten ohne wissenschaftliches Fundament anlocken: „Es macht mich mehr als unruhig, wenn ich mir vorstelle, dass sich ungeübte Implantologen und Implantatsysteme ohne anerkannte Qualitätsprüfung verbünden und aus Marktinteressen die Qualität der Implantologie in der Praxis gefährden“, sagte Prof. Dr. Dhom nach der IDS. Die Frage der Auswahl eines vertrauenswürdigen Implantat-Systems spiele daher in den Curricula der DGI ganz bewusst eine große Rolle. Einsteigern legte er dringend ans Herz, sich zuerst ausführlich im Verfahren schulen zu lassen, ehe man den ersten Implantat-Termin mit einem Patienten vereinbart: „Erst wenn man Erfahrung hat und auch Misserfolge erleben konnte, wie sie bei uns in der Fortbildung bewusst dargestellt werden, kann ansatzweise einschätzen, was ein gutes System leisten können muss. Und dann beurteilen, ob das angebotene Produkt das auch schafft.“ Die Preis-Diskussion in der Implantologie nahm bei der diesjährigen IDS einen ungewöhnlich breiten Raum ein: Während die einen Anbieter mit durchaus beabsichtigter marktschreierischer Werbung für Aufmerksamkeit und Diskussionsstoff sorgten, bekannten sich eher traditionelle Anbieter zu ihren hohen Preisen und begründeten sie mit aufwändigen Entwicklungs- und Studienkosten sowie hoher und nachhaltiger Endprodukt-Qualität.

Dass sich Zahnärzte, ob sie wollen oder nicht, mit Implantologie als Thema befassen müssen, verlangt nicht nur die rechtliche Pflicht zur umfassenden Aufklärung der Patienten über Behandlungsalternativen, sondern offenbar der Patient auch selbst, wie die Ergebnisse der Umfrage von Stiftung Warentest zeigen: „Die Patienten wollen Implantate, und sie wollen gute Behandlungserfolge. Das verlangt vom Behandler umfassendes Wissen und Können von der Beratung über die Planung und das Verfahren bis zur Nachsorge – sowie die Souveränität, in unerwarteten kritischen Momenten die richtige Entscheidung zu treffen.“ Einsteiger kommen an einer umfangreichen Fortbildung nicht vorbei – oder sie beschränken sich darauf, der Zahnarzt des Vertrauens zu sein mit guter Beratung und einem erstklassigen Netzwerk an spezialisierten Profis für die profunde Rundum-Versorgung der zufriedenen Patienten.

Quelle: DGI, 31.03.2009

Foto: © Shutterstock.com

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