Branchenmeldungen 02.04.2026
Tagung der SSO und Winterhilfe Schweiz soll Zugang zur Zahnmedizin verbessern
Für Menschen an der Armutsgrenze ist es mitunter schwierig, notwendige Zahnbehandlungen zu bezahlen. Dies, obwohl Unterstützungsangebote existieren. Aber gerade jene Menschen, die am dringendsten Hilfe benötigen, wissen am wenigstens um ihre Rechte. Es fehlt also nicht nur Geld, sondern auch Orientierung: Wer ist zuständig? Welche Unterstützung ist möglich? Und wie arbeiten Sozialdienste, Hilfswerke und Zahnarztpraxen zusammen?
Genau hier setzt die erste Koordinationstagung zur sozialen Zahnmedizin an, die die Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft SSO und die Winterhilfe Schweiz in Bern durchführten. Die Tagung will zu einer besseren Zusammenarbeit beitragen, damit armutsgefährdete Menschen schneller und einfacher zur richtigen Stelle finden und die Unterstützung erhalten, die ihnen zusteht.
Prof. Dr. Thierry Carrel, Präsident der Winterhilfe Schweiz, betont: «Mundgesundheit darf keine Frage des Einkommens sein. Unerwartete Rechnungen für Zahnbehandlungen bringen Menschen mit wenig Geld an ihre Grenzen. Wer auf notwendige (zahn-)medizinische Behandlungen verzichtet, riskiert gesundheitliche und soziale Folgen. Gemeinsam mit der SSO setzen wir uns dafür ein, den Zugang zur Zahnmedizin für alle zu verbessern.»
Markus Kaufmann von der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) macht deutlich, unter welchen Bedingungen die Sozialhilfe bei hohen, unvorhergesehenen Ausgaben wie Zahnbehandlungen einmalig oder längerfristig unterstützen kann. Und er erklärt, warum Gemeinden und Kantone die SKOS-Richtlinien unterschiedlich umsetzen. Peter Suter zeigt seitens der Vereinigung der Kantonszahnärztinnen und Kantonszahnärzte der Schweiz (VKZS) auf, wie sich Fälle in der Praxis klarer und einheitlicher prüfen lassen: mit verständlichen Abläufen und einer fachlichen Beurteilung als Grundlage für Entscheide.
Die Tagung richtet sich an Fachleute und Verantwortliche aus der Zahnmedizin, aus dem Sozialbereich und von Hilfswerken. Sie soll den Austausch zwischen kantonalen und lokalen Akteuren stärken und weitere Schritte ermöglichen.