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Branchenmeldungen 05.06.2018

KZVB begrüßt Nachverhandlungen zur Telematik-Infrastruktur

KZVB begrüßt Nachverhandlungen zur Telematik-Infrastruktur

Zahnärzte fordern Planungssicherheit

Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KZVB) begrüßt die jüngste Einigung zwischen Ärzten und Krankenkassen auf Bundesebene. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband haben sich auf Eckpunkte zur weiteren Finanzierung der Ausstattungskosten zur Einführung der Telematik-Infrastruktur (TI) verständigt. „Dass Ärzte und Krankenkassen schnell zueinander gefunden haben, zeigt die Handlungsfähigkeit der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen“, betonte KZVB-Vorsitzender Christian Berger.

Hintergrund der Verhandlungen ist, dass die Krankenkassen den Ärzten und Zahnärzten die Kosten für die Anbindung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) an die TI erstatten. Die im vergangenen Jahr ausgehandelten Pauschalen sind in der Höhe zeitlich gestaffelt, da KBV, Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung und GKV-Spitzenverband von sinkenden Preisen ausgegangen waren, wenn durch mehrere Anbieter eine echte Marktsituation entsteht. Diese Erwartung hat sich jedoch nicht erfüllt. Bislang gibt es immer noch nur einen einzigen Anbieter. Durch die Nachverhandlungen steht nun fest, dass Praxen ab Juli für den Konnektor deutlich mehr Geld erhalten als bislang vereinbart war. Statt der bisher vereinbarten 720 Euro sind das im dritten Quartal nun 1.719 Euro, ab dem vierten Quartal 1.547 Euro. Hinzukommen wie bisher jeweils 435 Euro für ein stationäres Kartenterminal sowie 900 Euro für die Installations- und Integrationsaufwände in die Praxisverwaltungssysteme.

Die KZVB geht davon aus, dass auch Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung und GKV-Spitzenverband zügig zu einer vergleichbaren Einigung kommen werden, was die Kosten für die Online-Anbindung der eGK betrifft. „Nicht nur die Ärzte brauchen Planungssicherheit – auch die Zahnärzte wollen wissen, dass sie nicht auf den Kosten sitzen bleiben für etwas, was in erster Linie den Krankenkassen dient“, erklärte Dr. Rüdiger Schott, stellvertretender Vorsitzender der KZVB.

Den Gesetzgeber fordert die KZVB indessen auf, die Fristen für den Online-Rollout der eGK zu verlängern. „Es kann nicht sein, dass die Zahnärzte nur bis Ende des Jahres Zeit haben, die nötigen Voraussetzungen für den Online-Rollout zu schaffen, wenn es noch keinen Markt für Konnektoren gibt“, betonte Berger. Beim Konnektor handelt es sich um eine Art Router, der die Praxis-IT-Systeme über einen Internetanschluss mit der TI verbindet. Sobald weitere Konnektoren verfügbar sind, werden GKV-Spitzenverband und KBV die Vereinbarung überprüfen und gegebenenfalls anpassen. Auch diese Lösung hat aus Sicht der KZVB Vorbildcharakter für die Verhandlungen zwischen Zahnärzten und Krankenkassen auf Bundesebene.

Die KZVB ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Mitglieder sind die rund 10.000 bayerischen Vertragszahnärzte, also die Zahnärzte, die berechtigt sind, Leistungen über die gesetzliche Krankenversicherung abzurechnen. Die KZVB stellt die flächendeckende zahnmedizinische Versorgung für die mehr als zehn Millionen gesetzlich Krankenversicherten in Bayern sicher, organisiert den zahnärztlichen Notdienst, bietet eine neutrale Patientenberatung an und rechnet die zahnärztlichen Leistungen mit den gesetzlichen Krankenkassen ab.

Quelle: KZVB

Foto: fotobieshutterb – stock.adobe.com
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