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Branchenmeldungen 19.02.2019

Telematikinfrastruktur – Sicherheit geht vor

Stefan Thieme
Stefan Thieme
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Telematikinfrastruktur – Sicherheit geht vor

Die Anbindung aller Praxen an die Telematikinfrastruktur gilt als Basis für die Digitalisierung des Gesundheitswesens. Ziel ist, den Austausch medizinisch relevanter Patienteninformationen zwischen Zahnärzten, Apothekern und Krankenkassen zu verbessern. ZWP sprach mit Dr. med. dent. Markus Heckner (DENS GmbH) und Peter Arbitter (Leiter Portfolio- und Produktmanagement Geschäftskunden, Telekom Deutschland GmbH) über die Chancen der neuen Technologie, Sicherheitsaspekte und die richtige Vorgehensweise in der Praxis.

Dr. Heckner, Sie haben mit Ihrer Firma in den vergangenen Monaten deutschlandweit über 1.000 Zahnarztpraxen an die TI angeschlossen. Wie bewerten Sie das Thema aktuell?

Vielen Zahnärzten ist nicht klar, welche Vorteile die Telematikinfrastruktur grundsätzlich mit sich bringt – sowohl für sie selbst als auch für ihre Patienten. Sie schätzen den Aufwand für die Einführung in ihrer Praxis oftmals viel zu hoch ein. Wir schauen uns daher jeden Fall individuell an und beraten dann speziell auf die einzelne Praxis zugeschnitten. Die Erfahrung zeigt, dass viele Praxen dadurch die Notwendigkeit der Telematikinfrastruktur besser verstehen und nach dem Anschluss die Vorteile dieser neuen Technik nicht mehr missen wollen. Durch das Versichertenstammdatenmanagement werden die auf der Elektronischen Gesundheitskarte gespeicherten Patientendaten beim Einlesevorgang automatisch mit den Daten der zugehörigen gesetzlichen Krankenkasse abgeglichen und somit festgestellt, ob ein aktuelles Versicherungs- verhältnis besteht und alle auf der Karte hinterlegten Informationen noch aktuell sind. Das ist sehr komfortabel, geht schnell und kann den Praxisinhaber sogar vor Honorarausfällen bei Regressansprüchen schützen. Natürlich gibt es aber auch Zahnärzte, welche trotz der nachweislichen Vorteile noch nicht an die TI angeschlossen werden wollen, zum Beispiel weil sie noch Sicherheitsbedenken haben. Im Gespräch fallen dann Sätze wie „Daten gehören in die Praxis, nicht ins Internet“ oder „Niemand weiß, was mit den Informationen passiert“.

Herr Arbitter, sind die Sicherheitsbedenken denn völlig abwegig?

Ja, denn die Datensicherheit und der Schutz sensibler Informationen sind Kernpunkte unserer Philosophie. Wir bauen derzeit die weltweit sicherste Infrastruktur für das Gesundheitswesen auf. Daten sind auf dem Transportweg hoch verschlüsselt, Konnektor und Lesegeräte zudem durch Kryptokarten gesichert. Alle von uns bereitgestellten Komponenten werden vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert sowie der Gematik zugelassen. Kurz um: Ärzte und Patienten können ganz beruhigt sein. Die Telematikinfrastruktur ist eine Datenautobahn exklusiv für die Akteure im Gesundheitswesen, die praktisch vollständig vom allgemeinen Internet abgeschirmt und durch modernste Verschlüsselungstechniken vor unbefugten Zugriffen abgeriegelt ist.

Dr. Heckner, welche Chancen eröffnet die TI über das Versichertenstammdatenmanagement hinaus?

Mit den weiteren Anwendungen, die bis Ende 2019 kommen sollen, werden sowohl für Ärzte als auch Patienten weitere Mehrwerte hinzukommen. Konkret sind bereits folgende Anwendung beschlossene Sache: Die qualifizierte elektronische Signatur (QES), das Notfalldatenmanagement (NFDM) und der elektronische Medikamentenplan (eMP). Gerade die beiden letzten Funktionen können Leben retten. Denken Sie nur einmal an Patienten, die nicht mehr ansprechbar sind – der Arzt kann dann auf die gespeicherten Patienteninformationen zugreifen. Oder zum Beispiel Penicillinallergiker – viele Patienten wissen ja gar nicht so genau, auf welche Wirkstoffe sie überreagieren. Zudem wird bis Jahresende die sichere Kommunikation zwischen Leistungserbringern (KOM-LE) eingeführt. Medizinische Dokumente mit sensiblem Inhalt können dann auf einem rechtlich und technisch sicheren Weg übermittelt werden. Ein Beispiel wäre hierfür der Versand des Befunds vom Kieferorthopäden oder Mund-Kiefer-Chirurgen zurück zum überweisenden Zahnarzt. Richtig interessant wird es, sobald auch Heil- und Kostenpläne elektronisch über die Telematikinfrastruktur beantragt und genehmigt werden können. Damit könnte man sich endlich vom Papier verabschieden und tatsächlich von einer digitalen Praxis sprechen. DENS arbeitet hier bereits an entsprechenden Lösungen.

Herr Arbitter, Telefonie, Internet, Telematikinfrastruktur – die Digitalisierung des Gesundheitswesens scheint den Praxisinhabern eine Menge technisches Know-how abzuverlangen. Wie entlasten Sie Ärzte davon, damit sie sich auf ihre Kernkompetenzen – den Umgang mit Patienten – konzentrieren können?

Für die TI haben unsere Sicherheitsexperten das „Medical Access Port-Bundle“ entwickelt. Zusätzlich zu diesem Konnektor bekommen die Kunden Lesegeräte, VPN-Zugang, den Praxisausweis und den Heilberufsausweis von uns. Gut zu wissen ist sicherlich auch, dass die Deutsche Telekom über eines der besten und zuverlässigsten Netze für die Datenübertragung verfügt. Und bei der Vernetzung haben wir die größte Erfahrung am Markt. Speziell für Ärzte, Zahnärzte und Psychotherapeuten bieten wir einen Kundenservice, der alle Fragen rund um den Telefon- und Internetanschluss sowie die Anbindung an die TI individuell berät und löst. Unser technischer Service sorgt über persönlichen Kontakt und Praxisbegehungen für optimale Bedingungen und eine reibungslose Installation.

Dr. Heckner, ist bei der Anbindung an die TI Eile geboten oder können sich die Praxen noch Zeit lassen?

Die Rechtslage ist eindeutig: Bis spätestens 31. März 2019 müssen Praxen ihren Anschluss bestellen, die Installation hat bis 30. Juni 2019 zu erfolgen. Wer erst nach Ablauf dieser Fristen handelt, dem droht eine Kürzung seiner Kassenhonorare um ein Prozent. Da es sicherlich einen Last-minute-Effekt geben wird, empfehlen wir, möglichst umgehend aktiv zu werden. Ein Anruf oder eine E-Mail an uns genügt und wir kümmern uns um den Rest.

Herr Arbitter, gewährleisten Sie die Versorgung aller Praxen in ganz Deutschland, auch auf dem Land oder in kleineren Städten und Gemeinden?

Das ist sicherlich ein weiterer großer Pluspunkt der Deutschen Telekom – wir sind in ganz Deutschland vertreten, und nicht nur regional. Unsere Techniker kommen daher auch überall hin, egal ob in die Praxis einer Großstadt, auf Hallig Hooge oder in den Allgäuer Alpen. Das heißt: Ebenso, wie wir überall Telefon und Internet anbieten, bieten wir auch bundesweit den Anschluss an die Telematikinfrastruktur.

Dr. Heckner, wie unterstützen Sie Zahnarztpraxen ganz konkret beim Schritt ins Digitalzeitalter?

Wir beraten seit über 20 Jahren Zahnärzte in ganz Deutschland. In den letzten Jahren haben wir uns auf das Thema Digitalisierung spezialisiert und bereits mehreren Hundert Praxen dazu verholfen, karteikartenlos zu werden und ihre Prozesse zu digitalisieren. Durch die Telematikinfrastruktur ist bei uns ein weiterer Bereich der Digitalisierung hinzugekommen. Hier haben wir uns viel Expertenwissen angeeignet. Wir können jede Praxissoftware auf ihre Kompatibilität mit der TI prüfen, und unabhängig davon, bei welchem Anbieter diese ursprünglich erworben wurde, der Praxis helfen, diese an die TI anzuschließen. Selbstverständlich unterstützen wir auch bei allen Formalitäten wie Bestellung des Konnektors, der Kartenterminals und des Praxisausweises. Die Installation vor Ort sowie die Geräteeinweisung nimmt in den meisten Fällen dann aber ein Servicetechniker der Deutschen Telekom vor. Mit dem Unternehmen verbindet uns eine langjährige gut funktionierende Partnerschaft. Davon profitieren natürlich unsere Kunden. Selbstverständlich sind wir auch nach der Inbetriebnahme im laufenden Praxisalltag bei allen Fragen da und helfen, wenn mal etwas klemmen sollte.

Dr. Heckner, worauf sollten Zahnärzte bei der Auswahl eines Anbieters achten?

Die Zahnärzte sollten sich die folgenden Leitfragen stellen: Gibt es einen zentralen Ansprechpartner, den ich bei Fragen oder Problemen schnell und unkompliziert und ohne Zusatzkosten erreichen kann? Wie gut ist der Kundenservice? Verfügt der Anbieter über genügend Techniker in meiner Region? Die Zahnärzte sollten am besten auf einen Partner setzen, der sie rundum unterstützt und alles aus einer Hand bietet – so klappt der Anschluss an die Telematikinfrastruktur in der Regel sicher und stressfrei.

Sicher in die Telematikinfrastruktur: www.telekom.de/telematikinfrastruktur
Telematikinfrastruktur-Hotline: 0800 3301368

Foto: Telekom Deutschland GmbH

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