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Branchenmeldungen 02.11.2018

Zahnärztin verurteilt: Statt Milchzahn bleibenden Zahn gezogen

Zahnärztin verurteilt: Statt Milchzahn bleibenden Zahn gezogen

Einem 13-jährigen Mädchen sollten im Zuge einer kieferorthopädischen Behandlung Zähne gezogen werden. Die Zahnärztin extrahierte versehentlich einen bleibenden Zahn. Ein Gericht verurteilte sie zu 20.000 Euro Schadensersatz.

Das Mädchen war bereits vor dem Vorfall in kieferorthopädischer Behandlung. Anfang vergangenen Jahres hatte der Kieferorthopäde sie an eine Zahnärztin verwiesen, um zwei Milchzähne extrahieren zu lassen, wie das Mindener Tageblatt berichtete. Einer der beiden Milchzähne war zu diesem Zeitpunkt jedoch schon herausgefallen und an dessen Stelle der bleibende Zahn getreten. Diesen hatte die Zahnärztin fälschlicherweise gezogen, obwohl sie Zweifel hegte. Der Kieferorthopäde bestätigte auf Nachfrage, dass der Zahn gezogen werden sollte – allerdings auf Grundlage eines drei Jahre alten Röntgenbildes.

Die Eltern des Mädchens reichten Klage ein – und bekamen recht. 13.000 Euro Schmerzensgeld sowie 7.000 Euro für kommende Behandlungen muss die Zahnärztin nun zahlen, wie das Bielefelder Landgericht urteilte. Nach Aussagen des Sachverständigen lag es in ihrer Verantwortung, ein neues Röntgenbild zu veranlassen.

Die heute 14-Jährige muss übergangsweise eine Prothese tragen. In ein paar Jahren soll sie für den fehlenden Dens caninus ein Implantat erhalten.

Foto: focusandblur – stock.adobe.com
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