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Branchenmeldungen 23.09.2020

Zahnärztemangel kommt! Sind deutsche Studenten „Schuld“?

Zahnärztemangel kommt! Sind deutsche Studenten „Schuld“?

Eine große Pensionierungswelle unter Zahnärzten steht bevor, doch Österreich fehlt es an nachrückenden Zahnmedizinabsolventen. Grund für dieses Debakel sei die von der EU auferlegte Regelung für Bewerber der Zahnmedizin.

Bis zum vergangenen Jahr bestimmte eine Zahnmedizinerquote die Gewichtung österreichischer und ausländischer Studenten. So sicherte diese drei Viertel der Studienplätze Österreichern zu, 20 Prozent gingen an EU-Bürger und der Rest an Drittstaaten. Mit dem Urteil der EU-Kommission, die Beschränkungen seien nicht gerechtfertigt, musste die Quote weichen und der Weg insbesondere für „NC-Flüchtlinge“ aus Deutschland war somit frei.

Bereits im Studienjahr 2019/2020 fielen 60 Prozent der Studienplätze der Zahnmedizin auf Deutsche, wie krone.at berichtete. Mit Beginn des neuen Semesters habe sich die Situation deutlich zugespitzt: Nun soll der Anteil deutscher Zahnmedizinstudenten bei ca. 71 Prozent (223 Studenten) liegen. Die Krux: Acht von zehn deutschen Absolventen gehen zurück, übernehmen oftmals die Praxen ihrer Eltern.

Die Zahnärztekammer und FPÖ Tirol fordern eindringlich die Wiedereinführung der Quote – am liebsten sofort, auch ohne EU-Zustimmung. Denn wird dieser Kurs beibehalten, sind die Prognosen düster und eine zahnmedizinische Unterversorgung unaufhaltsam. Fakt ist, mehr als ein Drittel der praktizierenden Zahnärzte in Österreich ist um die 60 Jahre alt. Das heißt, eine große Pensionswelle steht kurz bevor. Bereits heute sind einige Bezirke kassenzahnärztlich unterversorgt, wie das Beispiel Tirol zeigt. Dort sind 49 Kassenstellen unbesetzt.

Foto Teaserbild: mariesacha – stock.adobe.com

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