Wissenschaft und Forschung 25.06.2021

Biomaterial aus Spinnenseide: Zauberformel gegen Biofilme

Biomaterial aus Spinnenseide: Zauberformel gegen Biofilme

Foto: dachux21 – stock.adobe.com

Spinnennetze sind ein wahres Wunder der Natur, sie zählen zu den stärksten Materialien der Erde. Forscher haben sich diese ausgeklügelte Strategie zunutze gemacht und ein vielversprechendes Biomaterial entwickelt.

Natürliche Spinnenseide ist hochgradig resistent gegen mikrobiellen Befall – und das jahrelang. Sie zeigt eine Zähigkeit, die selbst Polymerfasern weit übertrifft und trotzt dabei Witterungsbedingungen wie Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen. Wissenschaftler der Universität Bayreuth ist es nun gelungen, nach diesem Vorbild ein Biomaterial zu reproduzieren.

Ziel ihres Forschungsansatzes war es, eine Lösung für das noch immer unterschätzte Infektionsrisiko zu finden. Mikroben, die auf Oberflächen haften bleiben und Biofilme bilden, sind ein Gesundheitsrisiko. Bakterien und Pilze dringen in angrenzendes Gewebe, behindern so die Heilungsprozess und können schwerwiegende Infektionen hervorrufen.

Wie die Studie nun belegt, kann reproduzierte Spinnenseide das Infektionsrisiko von vornherein bannen. Das Material aus biotechnologisch hergestellten Proteinen der Spinnenseide unterbindet die Anlagerung von Mikroben auf Oberflächen, selbst multiresistente Streptokokken sind machtlos. Zusätzlich unterstützt es proaktiv die Regeneration von menschlichem Gewebe. Damit ist der Einsatz des Materials unter anderem für Implantate, Wundverbände, Prothesen oder Kontaktlinsen extrem gut geeignet.

Die Forscher konnten zwei verschiedene Arten von Spinnenseidenmaterialien erfolgreich testen: Folien und Beschichtungen. Voraussetzung für die mikrobenabweisende Wirkung sei jedoch, dass sie in feste Morphologien eingearbeitet werden.

Die Untersuchungsergebnisse sind in der Zeitschrift Materials Today veröffentlicht worden.

Mehr News aus Wissenschaft und Forschung

ePaper