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Wissenschaft und Forschung 11.04.2019

Darmkrebs durch orale Bakterien deutlich aggressiver

Darmkrebs durch orale Bakterien deutlich aggressiver

Das orale Bakterium Fusobacterium nucleatum, welches unter anderem an der Entstehung von Parodontitis beteiligt ist, steht seit Längerem im Verdacht, bei Darmkrebs eine entscheidende Rolle zu spielen. Eine aktuelle Studie legt nun Details offen.

Bereits vor einigen Jahren wurde in verschiedenen Untersuchungen eine Assoziation zwischen Darmkrebs und F. nucleatum hergestellt, da Forscher das orale Bakterium vermehrt in Darmkrebszellen nachweisen konnten. Unklar war jedoch bis dato, wie der Zusammenhang genau zustande kommt bzw. ob F. nucleatum auch Auslöser oder vielmehr Beschleuniger der Krebserkrankung ist. Wissenschaftler des College of Dental Medicine der Columbia University haben nun die gesuchten Antworten gefunden. Die in der Zeitschrift EMBO Reports veröffentlichte Studie belegt: Das Bakterium treibt das Wachstum kolorektaler Karzinome voran.

Eine Schlüsselrolle nimmt dabei das Adhäsin FadA ein, welches vermehrt in Krebszellen produziert und dessen Bildung zusätzlich durch F. nucleatum angeregt wird. Tests in Zellkulturen und anschließend mit Mäusen bewiesen, dass durch Hemmen des Proteins FadA das Anhaften des oralen Bakteriums an Krebszellen verhindert und so das Wachsen der Krebszellen unterbunden werden kann.

Das Team untermauerte seine Studienergebnisse anhand einer Metaanalyse mit mehr als 450 Krebspatienten. Es zeigte sich, dass Patienten mit einem höheren Anteil des Anhäsins deutlich schlechtere Prognosen aufwiesen.

Foto: ryanking999 – stock.adobe.com

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