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Wissenschaft und Forschung 07.11.2017

Zwei-Klassen-System? Der Zahnarztbesuch als soziale Frage

Zwei-Klassen-System? Der Zahnarztbesuch als soziale Frage

Das Schweizer Gesundheitssystem schneidet im internationalen Vergleich regelmässig gut ab. Es deuten sich aber laut einer aktuellen Untersuchung des Bundesamts für Statistik (BfS) Anzeichen eines Zwei-Klassen-Systems an: Wer ein hohes Bildungsniveau oder Einkommen hat, nimmt signifikant häufiger Behandlungen bei Spezialisten in Anspruch. Bei den Generalisten-Besuchen ist das Verhältnis sogar umgekehrt, diese nehmen Menschen mit geringerem Einkommen und Bildungsniveau sogar häufiger in Anspruch als der Rest der Bevölkerung.

Der soziale Gradient zeigt sich besonders deutlich bei Leistungen, die nicht von der Grundversorgung gedeckt werden. Personen, deren Bildungsabschluss nicht über die obligatorische Schule hinausreicht oder deren Einkommen im unteren Fünftel der Bevölkerung liegt, konsultieren deutlich weniger häufig einen Zahnarzt oder nehmen dentalhygienische Leistungen in Anspruch. „Beispielsweise haben lediglich 42 Prozent der Personen, deren Einkommen sich im untersten Quintil befindet, im Jahr vor der Erhebung eine Dentalhygienikerin oder einen Dentalhygieniker konsultiert, gegenüber 64 Prozent der Personen im obersten Quintil“, schreiben die Statistiker.

Diese Ergebnisse weisen auf den gleichen Missstand hin, der bereits im Sommer bekannt wurde: 180‘000 Schweizer meiden aus Kostengründen den Zahnarztbesuch.

Die Publikation des BfS findet man hier.

Quelle: Bundesamt für Statistik

Foto: thingamajiggs – stock.adobe.com
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