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Branchenmeldungen 23.08.2017

Schweizer Gesundheitssystem liegt im Mittelfeld

Frank Weißbach
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Eine vergleichende Studie von The Commonwealth Fund untersuchte die Gesundheitssysteme von elf einkommensstarken Staaten. Am besten Schnitten Grossbritannien, die Niederlande und Australien ab, am schlechtesten die USA, Frankreich und Kanada. Im Mittelfeld bewegten sich neben der Schweiz Norwegen, Neuseeland, Schweden und Deutschland.

Anhand von 72 Indikatoren, die sich in fünf Gruppen einordnen lassen, wurden die Systeme der einzelnen Länder bewertet. Besonders gut schnitt die Schweiz in den Gruppen Gleichberechtigung („Equity“, Platz 4) und Allgemeiner Gesundheitszustand („Health Care Outcomes“, ebenfalls Platz 4) ab. Ein unterdurchschnittliches Ergebnis wurde beim Zugang zur Gesundheitsversorgung erzielt: Platz 8. Hier schlug vor allem negativ zu Buche, dass laut Studie 22 Prozent der Schweizer sich aus finanziellen Gründen eine medizinische Behandlung im letzten Jahr nicht leisten konnten. Erst im Juli wurde bekannt, dass jährlich 180'000 Schweizer aus Kostengründen den Zahnarztbesuch vermeiden.

Die Bewertungskriterien im Überblick:

  • Versorgungsprozess („Care Process“, Platz 7): In diesem Bereich fragten die Wissenschafter nach Präventionsangeboten und -beratung, dem Patientenschutz z. B. vor Fehlbehandlungen, der Koordination und Kooperation von verschiedenen Pflegeinstanzen z. B. anhand des Informationsflusses von Ärzten, Spezialisten und Notfallabteilungen; und der Einbeziehung der Patientenbedürfnisse in die Versorgungsplanung.
  • Zugang zum Gesundheitssystem („Access“, Platz 8): Gemessen wird hier, einerseits, ob sich Patienten die Gesundheitsversorgung leisten können und andererseits die Verfügbarkeit von medizinischen Dienstleistungen wie Wartezeiten für einen Termin beim Spezialisten.
  • Verwaltungstechnische Effizienz („Administrative Efficiency“, Platz 8): Die Indikatoren dieser Gruppe beschreiben administrative Hindernisse für Patienten, wie die mangelnde Verfügbarkeit von Untersuchungsergebnissen oder des Arztes überhaupt. Ausserdem wurde u. a. untersucht, wieviel Zeit Patienten und Ärzte mit Schreibarbeit verbringen.
  • Gleichberechtigung („Equity“, Platz 4): In dieser Kategorie wurde untersucht, wie weit der Leistungsumfang eines Gesundheitssystems für überdurchschnittliche und unterdurchschnittliche Verdiener auseinandergeht.
  • Gesundheitszustand („Health Care Outcomes“, Platz 4): In dieser Gruppe von Indikatoren wurden gesundheitliche Aspekte der Bevölkerung abgefragt, die als Ergebnis des Wirkens des Gesundheitssystems des jeweiligen Landes angesehen werden können. So wurden beispielsweise Daten zur Kindersterblichkeit, zu chronischen Krankheiten oder zu Überlebenschancen bei Schlaganfällen und Herzinfarkt abgefragt.

Quelle: The Commonwealth Fund

Foto: everythingpossible - adobe.stock.com
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