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Wissenschaft und Forschung 09.01.2019

Effizienz von 3-D-Druck bei Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte

Effizienz von 3-D-Druck bei Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte

Forscher der TU München haben das Nasoalveolar Molding (NAM), welches zur Behandlung von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten eingesetzt werden kann, weiterentwickelt. 3-D-Druck und ein halbautomatisierter Workflow sollen logistische Verbesserung bringen.

Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten gehören zu den häufigsten Fehlbildungen Neugeborener, wie die Technische Universität München (TUM) schreibt. Säuglinge erhalten zur Spaltbehandlung im Vorfeld chirurgischer Eingriffe Trinkplatten. Eine besondere Form dieser Platten wird für das Nasoalveolar Molding (NAM) hergestellt. Üblicherweise werden NAM-Platten von einem Zahntechniker gefertigt, die Umsetzung mit CAD/CAM-Technologie stellt eine weitere Option dar, um die Dauer der jeweiligen Behandlungstermine zu verkürzen.

Zunächst werden Abformungen des Oberkiefers genommen, um ein Gipsmodell zu erstellen, welches als Grundlage für die Platten dient. Aufgrund des Wachstums der Neugeborenen sind beim herkömmlichen NAM immer wieder neue Trinkplatten und damit auch mehrere Abdrucknahmen nötig.

Foto: © Dr. med. Florian D. Grill/Technische Universität München

Um diesen Prozess zu optimieren, hat die TUM eine Technik entwickelt, die das nasoalveoläre Molding mit einem halbautomatischen Workflow und 3-D-Druck kombiniert – das sogenannte RapidNAM. Statt mehrerer notwendiger Abdrucknahmen, sollen mit RapidNAM anhand nur eines Abdrucks eine ganze Serie an NAM-Platten generiert werden.

Die Ergebnisse ihrer Pilotstudie, die im Scientific Reports Journal veröffentlicht wurden, sind vielversprechend. Während die herkömmliche CAD/CAM-gestützte Planung pro Plattenserie ca. anderthalb Stunden benötigt, sind mit dem RapidNAM nur zehn bis 15 Minuten Zeitaufwand einzuplanen.

Gewährleistet wird die Zeitersparnis durch die automatische Erkennung des Alveolarkamms, die dennoch, wenn nötig, über eine Benutzeroberfläche Änderungen erlaubt. Anschließend erfolgt der Druck mithilfe eines 3-D-Scanners.

Quelle:
Facilitating CAD/CAM nasoalveolar molding therapy with a novel click-in system for nasal stents ensuring a quick and user-friendly chairside nasal stent exchange.

Grill FD, Ritschl LM, Dikel H, Rau A, Roth M, Eblenkamp M, Wolff KD, Loeffelbein DJ, Bauer FX.
Sci Rep. 2018 Aug 14;8(1):12084. doi: 10.1038/s41598-018-29960-z.

A semi-automated virtual workflow solution for the design and production of intraoral molding plates using additive manufacturing: the first clinical results of a pilot-study.
Grill FD, Ritschl LM, Bauer FX, Rau A, Gau D, Roth M, Eblenkamp M, Wolff KD, Loeffelbein DJ.
Sci Rep. 2018 Aug 7;8(1):11845. doi: 10.1038/s41598-018-29959-6.

Foto: jean song – stock.adobe.com
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