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Wissenschaft und Forschung 19.02.2016

Forscher suchen nach neuen Methoden im Kampf gegen Karies

Forscher suchen nach neuen Methoden im Kampf gegen Karies

Jährlich werden weltweit rund 79 Milliarden Euro für die Behandlung von Zahnkrankheiten ausgegeben. Auslöser dafür sind Bakterien, die sich oft ungehindert im Mund ausbreiten können und so die Zähne angreifen. Mit verschiedenen Methoden wollen Forscher jetzt aktiv den Kampf gegen Karies angehen.

Durch regelmäßiges Zähneputzen kann zwar dem Großteil der Bakterien im Mundraum zu Leibe gerückt werden, aber besonders im hinteren Bereich und in den Zahnzwischenräumen ist es schwer, an die kleinen Biester zu gelangen. Abhilfe sollen jetzt ganz besondere Milchsäurebakterien schaffen, die zusammen von Wissenschaftlern der University of Connecticut, dem Berliner Biotech-Start-up Organobalance und dem Chemiekonzern BASF entwickelt wurden. Diese heften sich an die Karieserreger und sollen so dessen Zuwachs hemmen. Eine Zahncreme mit den Milchsäurebakterien wurde für den Handel bereits entwickelt. Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung in Braunschweig gehen einen anderen Weg und versuchen mit dem Naturstoff Carolacton die Interaktion der verschiedenen Krankheitserreger untereinander im Mund zu unterbinden. Damit erhofft man sich eine Behinderung des Wachstums.

Ganz ohne Bohren will die Leipziger Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie dem Karies den Garaus machen. Statt dem Ausbohren von kostbarer Zahnsubstanz, will man die Bakterien durch das Einschließen unter der Füllung schwächen. Mit einer ähnlichen Idee sind die Forscher des Kings Collage London aktuell beschäftigt. Auch sie streben auf eine Behandlung ganz ohne Bohrer hin, und wollen durch das Zuführen von Phosphaten und Kalzium den Zahnschmelz wieder gesunden lassen. Dies soll mithilfe von schmerzfreien elektrischen Impulsen geschehen. Obwohl im Jahr 2014 eigens dafür das Unternehmen Reminova gegründet wurde, gab es noch keine klinischen Tests dazu. Ob und wie sich die verschiedenen Ansätze in der Praxis verwirklichen lassen, bleibt abzuwarten.

Quelle: WirtschaftsWoche

Foto: © Wolfilser – Fotolia
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