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Wissenschaft und Forschung 08.04.2019

Keimschleuder Tastatur: Auf jeder siebten sind resistente Keime

Keimschleuder Tastatur: Auf jeder siebten sind resistente Keime

Multiresistente Keime sind weltweit in Gesundheitseinrichtungen ein wachsendes Problem. Um dem entgegenzuwirken, ist das Einhalten von Hygienevorschriften das A und O. Computerhardware sollte hierbei ebenfalls Beachtung finden. Denn wie eine aktuelle Studie der Universität Seattle zeigt, wurden Tastaturen, Mäuse & Co. als mögliche Infektionsherde in Krankenhäusern, Praxen usw. bisher deutlich unterschätzt.

Die Forscher bezogen in der Metaanalyse insgesamt 75 Studien mit ein, von denen zwei Drittel „nur“ die Keimbelastung betrachteten und ein Drittel darüber hinaus den Nutzen von Desinfektionsmaßnahmen erfasste.

Von mehr als 2.800 untersuchten Geräten – die Mehrzahl davon Tastaturen – waren nahezu alle mit irgendwelchen Keimen belastet. Im Schnitt lag die Kontaminationsrate nach Auswertung aller Studien bei 97 Prozent. Lediglich eine Untersuchung, die auf einer Intensivstation durchgeführt wurde, fiel mit 24 Prozent Keimbelastung aus dem Rahmen.

Auch wenn sich der Großteil als ungefährliche Keime der natürlichen Hautflora entpuppte, die Anzahl potenzieller Pathogene war nicht unbedeutend. Allein Methicillin-resistente Staphylokokken (MRSA) waren auf 28 Prozent der Tastaturen zu finden. Daneben wurden Clostridium difficile, Vancomycin-resistente Enterokokken und Escherichia coli nachgewiesen. Eine signifikante Reduktion der Keimbelastung konnte in 14 von 25 Studien mit Isopropanol, Chlorhexidin oder UV-Licht bestätigt werden.

Anhand der Ergebnisse war das Forscherteam dennoch nicht in der Lage, einen direkten Zusammenhang zwischen Kontamination der Hardware und Infektion von Patienten bzw. dem Personal herzustellen.

Die Metaanalyse ist im BMJ Journals erschienen.

Foto: tashka2000 – stock.adobe.com

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