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Wissenschaft und Forschung 24.02.2020

Studie: Fluoridlack im Vorschulalter wirklich sinnvoll?

Studie: Fluoridlack im Vorschulalter wirklich sinnvoll?

Die Wirksamkeit von Fluorid in Zahnpflegeprodukten ist mehrfach wissenschaftlich erwiesen. Daran haben auch die Forscher der aktuellen Studie keinen Zweifel. Ihr Ziel war es, im Hinblick auf eine Kosten-Nutzen-Rechnung den Einsatz von Fluoridlack bei Kleinkindern zu untersuchen.

Hierfür hatten die Wissenschaftler der University of Washington eine umfangreiche Überprüfung und Metaanalyse vorhandener Studien vorgenommen. 20 Studien aus 13 verschiedenen Ländern mit rund 2.400 Datensätzen von Kindern unter sechs Jahren wurden einbezogen. Sie berücksichtigten hierbei Arbeiten, in denen die Fluoridierung allein oder als Teil eines Gesundheitsprogramms eingesetzt wurde, und verglichen die Wirkungen mit der Verwendung von Placebos, „normaler“ Zahnpflege und keiner Behandlung.

Anhand der Daten ließ sich nur ein geringer Vorteil der Behandlung mit Fluoridlack zur Reduzierung der Kariesentwicklung feststellen. Lediglich 12 Prozent der Kinder wiesen ein geringeres Risiko für neue Kariesläsionen auf. Insgesamt bildeten sich bei dem Großteil der Vorschulkinder neue Kariesläsionen, egal, ob sie mit Fluoridlack behandelt wurden oder nicht.

Die Autoren erklären diese Ergebnisse mit der übermäßigen Exposition gegenüber Zucker. Hier müsste in erster Linie angesetzt werden. Die Reduktion der Zuckeraufnahme wäre nicht nur die effektivste, sondern zugleich auch günstigste Prophylaxe.

Die Forscher weisen zudem darauf hin, dass – bis auf eine Studie – alle ein hohes Verzerrungspotenzial in sich bargen. Ob eine Kostenübernahme der Fluoridierung bei den Milchzähnen von Kleinkindern Sinn macht oder nicht, sei somit noch nicht geklärt.

Die Studie ist in der Fachzeitschrift Caries Research erschienen.

Foto: escapejaja – stock.adobe.com

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