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Wissenschaft und Forschung 18.04.2019

Kindheitstraumata beeinflussen zahnmedizinische Versorgung

Kindheitstraumata beeinflussen zahnmedizinische Versorgung

Scheidung, Suchtkrankheiten, Missbrauch: US-amerikanische Forscher untersuchten, ob die elterliche Fürsorge bei familiären Problemen – wie diesen – negativen Einfluss auf die zahnärztliche Versorgung der Kinder hat.

Unumstritten ist, Eltern tragen die Verantwortung für die Mundgesundheit ihrer Kinder. Angefangen bei der Ernährung über die tägliche Mundhygiene bis hin zu regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt. Das Versäumen dieser Fürsorgepflicht erhöht für Kinder das Risiko, an Karies und Co. zu erkranken.

Wissenschaftler der Universität von South Carolina, USA, untersuchten, ob Eltern unter bestimmten Bedingungen regelmäßige zahnmedizinische Kontrollen der Kinder versäumen. Sie führten hierzu Befragungen mit mehr als 7.000 Erwachsenen zwischen 18 und 79 Jahren durch. Sie sollten angeben, ob sie als Kinder eine oder mehrere Erfahrungen im Elternhaus mit Scheidung, Drogen-, Alkohol-, Medikamentenmissbrauch, Inhaftierung, psychischen Erkrankungen familiärer Angehöriger, emotionaler, körperlicher Gewalt oder sexuellem Missbrauch gemacht haben. Zudem wurde die Häufigkeit von Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt abgefragt. Zahnarztbesuche mindestens alle zwei Jahre wurden in der im Community Dentistry and Oral Epidemiology erschienenen Studie als ausreichend bewertet.

Die Auswertung der Antworten ergab, dass bei Kindern, die mit vier (oder mehr) negativen Erfahrungen im Elternhaus konfrontiert waren, die Wahrscheinlichkeit für eine zahnmedizinische Unterversorgung höher war. Insbesondere bei häuslicher Gewalt könnte die Angst davor, entdeckt zu werden, eine Rolle spielen.

Foto: JenkoAtaman – stock.adobe.com

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