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Lifestyle 22.04.2020

Wenn eine Kinderzahnärztin über den Wolken schwebt

Wenn eine Kinderzahnärztin über den Wolken schwebt

Mit einem Fuß auf der Erde, mit dem anderen in der Luft – das geht nicht nur im Zirkus, sondern auch im realen Leben, wie die junge Berliner Zahnärztin Dr. Alexandra Wolf zeigt. Sie ist sowohl angestellte Kinderzahnärztin ebenso wie Stewardess bei der Lufthansa. Wie dies logistisch überhaupt möglich ist, verrät sie im Interview.

Frau Dr. Wolf, Sie sind angestellte Kinder- und Jugendzahnärztin in der Berliner Zahnarztpraxis KU64 und zugleich als Flugbegleiterin tätig. Wie ist es denn zu dieser ungewöhnlichen Berufskombination gekommen?

Schon als Kind hat mich das Fliegen und die Tätigkeit der Flugbegleiter sehr beeindruckt. Der Kindheitstraum, auch einmal Stewardess zu werden, hat mich nie los gelassen. Eines Tages dachte ich mir, wenn ich mir diesen Traum jetzt nicht erfülle, am Beginn meiner beruflichen Laufbahn, dann werde ich es nie tun. Denn wenn man einmal tief in der Zahnmedizin eingebunden ist, einen Patientenstamm aufgebaut und gute Kollegen gefunden hat, ist es schwer, sich einfach davon zu trennen.

Nach dem positiven Bewerbungsausgang bei Lufthansa hatte ich geplant, für ein Sabbatical (längerer Sonderurlaub [Anm. d. Red.]) eine Zeit lang als Flugbegleiterin tätig zu sein. Die Arbeit an Bord und das Leben als Stewardess gefiel mir so sehr, dass ich es nicht mehr aufgeben wollte. Lufthansa bietet verschiedene Teilzeitmodelle an und auch als Zahnärztin ist es möglich, stundenreduziert zu arbeiten, und somit ließ sich beides gut miteinander kombinieren.

Und wie organisieren Sie beide Bereiche? Arbeiten Sie Vollzeit als Zahnärztin und Fliegen am Wochenende oder gestaltet sich die Verteilung ganz anders?

Die Praxis, in der ich jetzt tätig bin, hat ein modernes Schichtsystem, mit dem es möglich ist, mehrere Tage am Stück stundenintensiv zu arbeiten und darauf wieder mehrere Tage am Stück frei zu haben. In meinen freien Zeiten lege ich mir dann entsprechend die Flüge. Beide Berufe haben ein Schichtsystem und somit arbeite ich auch am Wochenende. Es gibt daher keine klassische Arbeitswoche, wie zum Beispiel Montag bis Freitag von 9 Uhr bis 17 Uhr – sondern jeder Monat ist anders terminiert. Das bedarf natürlich viel Organisation und wochenlanger Vorausplanung. Doch ich organisiere gerne, sodass dies keine Last für mich ist.

Die Zahnmedizin und das Fliegen – ergänzen sich beide Bereiche oder sind es zwei ganz und gar „verschiedene Paar Schuhe“?

Es gibt durchaus Parallelen. In der Zahnmedizin kann ich dazu beitragen, Kindern die Angst vor dem Zahnarztbesuch zu nehmen und eine gute Mundgesundheit aufrechtzuerhalten oder wiederherzustellen. Beim Fliegen gilt es in erster Linie, für die Sicherheit an Bord zu sorgen und den Flug für den Gast zu einem schönen Reiseerlebnis werden zu lassen.

Bei beiden Berufen treffe ich auf sehr viele Menschen unterschiedlichster Kulturen, für beide Berufe sind Fremdsprachenkenntnisse wichtig sowie Freundlichkeit und Empathie. Außerdem sollte man Handlungssicherheit ausstrahlen und ein stetig aktuelles Fachwissen aufweisen – sei es in der Zahnmedizin oder Kenntnisse für jedes Flugzeugmuster oder auch in der Gastronomie.

Sie erwähnen Fremdsprachenkenntnisse? Wo haben Sie diese erworben?

Mein Zahnmedizinstudium schloss ich 2014 an der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden ab. Ein Teil meines Studiums habe ich im Ausland an der University of Oslo (Norwegen) und während eines Austauschprogrammes an der University of Alberta (Kanada) absolviert. Während beider Aufenthalte habe ich intensiv Englisch und Norwegisch gelernt und gesprochen. Die Sprache eines Landes lernt man sowieso am besten vor Ort. Und bei der Bewerbung zur Flugbegleiterin kamen mir diese Kenntnisse sehr zugute.

Und wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Hoffentlich weiter in beiden Branchen. Wenn ich eine Tätigkeit aufgeben müsste, würde mir etwas fehlen. Mein Alltag wäre dann zwar sicherlich ruhiger, aber auch nicht mehr so spannend und abwechslungsreich.

Das Interview ist in der dentalfresh erschienen.

Foto Teaserbild: Wolf

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