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Abrechnung 28.02.2013

Abrechnung der Endodontie nach GOZ 2012

Abrechnung der Endodontie nach GOZ 2012

Die GOZ 2012 ist seit mehr als einem Jahr in Kraft. Rechtsprechung zur neuen GOZ liegt – soweit ersichtlich – noch nicht vor. Allerdings gibt es zur Auslegung strittiger Bestimmungen durchaus unterschiedliche Kommentierungen. Der nachfolgende Artikel greift die Auslegung des Kommentars der Bundeszahnärztekammer auf (zurzeit Stand: 21. September 2012).

Im Einzelnen:

Einmal verwendbare Nickel-Titan-Instrumente
Die „Allgemeinen Bestimmungen“ des Kapitels C stellen klar, dass einmal verwendbare Nickel-Titan-Instrumente zur Wurzelkanalaufbereitung gesondert berechnungsfähig sind.

Hinweis: Diese Regelung ist inkonsequent. Sinnvoll wäre es, dass alle einmal verwendbaren Wurzelkanalaufbereitungsinstrumente berechnungsfähig wären.

Devitalisierung entfallen
Die in der GOZ 88 enthaltene Devitalisierung ist entfallen und kann daher über eine nach Art, Kosten- und Zeitaufwand gleichwertige Leistung aus der GOZ/GOÄ gem. §6 Abs.1 GOZ analog berechnet werden. Da die Devitalisierung in der GOZ 2012 nicht mehr beschrieben ist, wurde der Wortlaut der Leistungsbeschreibung der GOZ-Nr. 2380 in „Amputation und endgültige Versorgung der avitalen Milchzahnpulpa“ geändert.

Temporärer speicheldichter Verschluss
Aufgenommen wurde eine Gebühr nach der GOZ-Nr. 2020 für den temporären speicheldichten Verschluss einer Kavität. Diese kann im Rahmen der Endodontie nur zusätzlich in Ansatz gebracht werden, wenn durch den Verschluss Speicheldichtigkeit gewährleistet ist. In diesem Zusammenhang ist eine Berechnung der GOZ-Nr. 2197 (Adhäsive Befestigung) möglich. Im Gegenzug wurde der Leistungstext der GOZ-Nrn. 2330, 2340, 2350, 2360, 2430 und 2440 um den Zusatz des temporären ­Verschlusses gekürzt.
Die GOZ-Nr. 2020 ist mit 12,68 € beim 2,3-fachen Satz bewertet.

Zuschläge
Neu sind die Zuschlags-Nrn. 0110 (OP-Mikroskop) und 0120 (Anwendung eines Lasers). Der Zuschlag für die Anwendung eines Operationsmikroskops (GOZ-Nr. 0110) kann neben den GOZ-Nrn. 2330, 2340, 2360, 2410 und 2440 in Ansatz gebracht werden. Die Wurzelkanalste­­rilisation i.V.m. der Wurzelkanalaufbereitung (GOZ-Nr. 2410) wird über den Zuschlag (GOZ-Nr. 0120) berechnet. Der Laserzuschlag (GOZ-Nr. 0120) hingegen kann in diesem Abschnitt nur neben der Wurzelkanalaufbereitung (GOZ-Nr. 2410) berechnet werden. Für jede weitere Wurzelkanalsterilisation mittels Laser kann nach Abschluss der mechanischen Wurzelkanalaufbereitung in einer separaten Sitzung eine Analoggebühr gem. §6 Abs.1 GOZ angesetzt werden. Voraussetzung hierfür ist, dass es sich um eine selbstständige Leistung handelt.

Wurzelkanalaufbereitung in einer zweiten Sitzung
Neu ist die Berechnungsfähigkeit der Wurzelkanalaufbereitung in einer zweiten Sitzung, wenn die Aufbereitung aufgrund anatomischer Besonderheiten in der ­ersten Sitzung nicht möglich war oder nach der Aufbereitung eine definitive Versorgung des Kanals erfolgte, ­danach aber eine weitere Aufbereitung notwendig war. Die Wurzelkanalaufbereitung nach Reinfektion stellt nach Auffassung der BZÄK einen neuen Behandlungsfall dar. Dies ist in der Liquidation zu begründen. Die Berechnung der GOZ-Nr. 2410 ist auf insgesamt maximal 2x je Kanal begrenzt und auch für retrograde Wurzelkanalaufbereitungen im Zusammenhang mit ­einer Wurzelspitzenresektion in Ansatz zu bringen.

Präendodontischer Aufbau
Ist es notwendig, den Zahn abweichend vom üblichen Verfahren zunächst adhäsiv aufzubauen und danach die Wurzelbehandlung durchzuführen, ist dieser prä­endodontische Aufbau analog gem. §6 Abs.1 GOZ zu berechnen. Für die adhäsive Befestigung kann zusätzlich die GOZ-Nr. 2197 in Ansatz gebracht werden.

Elektrometrische Wurzellängenbestimmung
Neu ist auch die Abrechnungsbestimmung zu der GOZ-Nr. 2400. Die elektrometrische Längenbestimmung eines Wurzelkanals kann maximal 2 x je Kanal in einer Sitzung in Ansatz berechnet werden.

Stiftaufbau und definitive Füllung
Wird ein Zahn mit einem Stiftaufbau und mit einer ­definitiven Füllung versorgt und erfolgt somit keine ­anschließende bzw. baldige Zahnersatzversorgung, so wird der Stiftaufbau analog gem. §6 Abs.1 GOZ berechnet. Wird dieser Stift adhäsiv befestigt, kann zusätzlich die GOZ-Nr. 2197 für die adhäsive Befestigung in Ansatz gebracht werden. Die Materialkosten für den Stift sind in diesem Fall nicht gesondert berechnungsfähig, sondern müssen in die Analoggebühr mit einkalkuliert werden. Die definitive Füllung wird direkt nach den GOZ-Nrn. 2050 und 2060ff. berechnet.
Positionen im Überblick

2020     Temporärer speicheldichter Verschluss
2190     Gegossener Aufbau mit Stiftverankerung
2195    Schraubenaufbau oder Glasfaserstift o.Ä. zur ­Aufnahme einer Krone
2197    Adhäsive Befestigung (plastische Aufbaufüllung, Stift, Inlay, Krone, Teilkrone, Veneer etc.)
2330     Indirekte Überkappung, je Kavität
2340     Direkte Überkappung, je Kavität
2350     Amputation und Versorgung der vitalen Pulpa
2360    Vitalexstirpation
2380     Amputation und Versorgung der avitalen ­Milchzahnpulpa
2390     Trepanation eines Zahnes
2400     Elektrometrische Längenbestimmung
2410     Wurzelkanalaufbereitung
2420     Elektrophysikalisch-chemische Methoden
2430     Medikamentöse Einlage
2440     Wurzelkanalfüllung

Entfallene Positionen


237     Devitalisieren der Pulpa einschließlich Exkavieren, ggf. temporärer Verschluss (jetzt analog zu berechnen)

Mögliche Analogleistungen


Analogberechnung gem. §6 Abs.1 GOZ erfolgt unter Beachtung der formellen Vorgaben des §10 Abs.4 GOZ. Selbstständige, medizinisch notwendige zahnärztliche Leistungen, die nicht in der GOZ oder GOÄ enthalten sind, können entsprechend einer nach Art, Kosten- und Zeitaufwand gleichwertigen Leistung der GOZ berechnet werden. Sofern keine nach Art, Kosten- und Zeitaufwand gleichwertige Leistung aus der GOZ gefunden werden kann, kann eine Analogleistung aus der GOÄ herangezogen werden (aus dem für den Zahnarzt geöffneten Bereich).

Beispiele
– Devitalisierung
– Entfernung eines frakturierten ­Wurzelkanalinstrumentes
– Mortalamputation am bleibenden Zahn
– Präendodontische Aufbaufüllung
– Schraubenaufbau oder Glasfaserstift ohne ­anschließende Überkronung
– Wurzelkanalsterilisation mittels Laser in separater Sitzung nach Abschluss der mechanischen ­Wurzelkanalaufbereitung
– …

Hinweis:
Bitte beachten Sie auch die Analogliste der BZÄK
(Stand 31.10.2012) unter www.bzaek.de

BEMA besser als GOZ 2012


Bei den in der Übersicht aufgeführten Leistungen sind die vergleichbaren BEMA-Positionen besser bewertet (siehe Grafik oben).

Materialliste im Überblick (Endodontische Leistungen)
Materialkostenberechnung
– Anästhetika (Nr. 0090, 0100 GOZ)
– Nickel-Titan-Instrumente, einmal verwendbare (Abschnitt C, Allg. Bestimmungen)
– Glasfaserstifte (Nr. 2195 GOZ)
– Keramikstifte (Nr. 2195 GOZ)
– Stiftverankerungselemente (Nr. 2195 GOZ)

Zumutbarkeitsgrenze
Nach Auffassung der Bundeszahnärztekammer lässt sich die Zumutbarkeitserwägung des BGH (Urteil aus 2004) auch auf die neue GOZ übertragen. Wie mit der Berechnung der ossären Aufbereitungsinstrumente vergleichbar, gilt die Zumutbarkeitsgrenze auch für andere Auslagen, deren Kosten die zahnärztliche Gebühr in vergleichbarer Weise aufzehren (>75 Prozent des 2,3-fachen Satzes der Gebühr, bei der die Auslage anfällt).
 

Die wichtigsten Änderungen im Gebührenteil

(GOZ-Abschnitt A und C)

Zuschlag 0110 „Zuschlag für die Anwendung ­eines Operationsmikroskops“ (22,50 €)

Berechnungsfähig
– 1 x je Behandlungstag
– Für die Anwendung eines OP-Mikroskops
– Nur mit dem einfachen Gebührensatz;
es sei denn, der Zuschlag wird nach §2 Abs. 1 und 2
frei vereinbart (Ansicht BZÄK)
– Neben GOZ-Nr. 2360 (Vitalexstirpation)
– Neben GOZ-Nr. 2410 (Wurzelkanalaufbereitung)
– Neben GOZ-Nr. 2440 (Wurzelfüllung)

Nicht berechnungsfähig
– Neben GOÄ-Zuschlägen für dieselbe Sitzung


Zuschlag 0120 „Zuschlag für die ­Anwendung ­eines Lasers“

Berechnungsfähig
– 1 x je Behandlungstag
– Für die Anwendung eines Lasers
– 100 Prozent des einfachen Gebührensatzes der betreffenden Leistung; max. 68,00 EUR;
es sei denn, der Zuschlag wird nach §2 Abs. 1 und 2 frei vereinbart (Ansicht BZÄK)
– Neben GOZ-Nr. 2410
(Wurzelkanalaufbereitung)

Nicht berechnungsfähig
– Neben GOÄ-Zuschlägen für dieselbe Sitzung

2020 (12,68 € bei 2,3-fache GOZ)


Temporärer speicheldichter Verschluss einer Kavität

Berechnungsfähig
– 1 x je Kavität
– Speicheldichtigkeit muss gewährleistet sein
– Auch im Rahmen der Endodontie
– Neben GOZ-Nr. 2197 (Adhäsive Befestigung)
– Auch im Rahmen der Überkappung und Behandlung von Caries profunda
– …

Nicht berechnungsfähig
– Wenn der Verschluss nicht speicheldicht ist
– Für die provisorische Versorgung von Inlay-Kavitäten: GOZ-Nr. 2260 oder GOZ-Nr. 2270

2190 (58,21 € bei 2,3-fache GOZ)


Vorbereitung eines zerstörten Zahnes durch
gegossenen Aufbau mit Stiftverankerung
zur Aufnahme einer Krone

Berechnungsfähig
– 1 x je Zahn
– Neben GOZ-Nr. 2197 (Adhäsive Befestigung)
– …
– Material- und Laborkosten

Nicht berechnungsfähig
– Neben GOZ-Nr. 2180 (Aufbaufüllung)
– Neben GOZ-Nrn. 2150–2170 (Einlagefüllung)
– Für einen Schraubenaufbau/Glasfaserstift
(GOZ-Nr. 2195)

2195 (38,81 € bei 2,3-fache GOZ)


Vorbereitung eines zerstörten Zahnes durch einen Schraubenaufbau oder Glasfaserstift o.Ä. zur Aufnahme einer Krone
Berechnungsfähig
– 1 x je Zahn
– Neben GOZ-Nr. 2180 (Aufbaufüllung)
– Neben GOZ-Nr. 2197 (Adhäsive Befestigung)
– Ggf. plus Zuschlag für OP-Mikroskop (GOZ-Nr. 0110)
– …
– Material- und Laborkosten

Nicht berechnungsfähig
– Neben GOZ-Nrn. 2150–2170 (Einlagefüllung)
– Für einen gegossenen Stiftaufbau (GOZ-Nr. 2190)

2197 (16,82 € bei 2,3-fache GOZ)


Adhäsive Befestigung (plastische Aufbaufüllung, Stift, Inlay, Krone, Teilkrone, Veneer etc.)

Berechnungsfähig
– 1 x je adhäsive Befestigung
– Adhäsive Befestigung von z.B. Aufbaufüllung, Stifte, ­Inlays, Kronen, Teilkronen, Brücken- oder Prothesen­anker, Veneer; dentinadhäsive Befestigung des Sealers bei Wurzelfüllung

Nicht berechnungsfähig
– Neben GOZ-Nrn. 2060/2080/2100/2120 (Restauration in Adhäsivtechnik) – nach Auffassung der BZÄK

2330 (14,23 € bei 2,3-fache GOZ)


Indirekte Überkappung, je Kavität

Berechnungsfähig
– 1 x je Kavität
– Bei getrennten Kavitäten auch mehrfach je Zahn
– Neben GOZ-Nrn. 2050–2120
(Füllung/Restauration in Adhäsivtechnik)
– Ggf. plus Zuschlag für OP-Mikroskop GOZ-Nr. 0110
– Neben GOZ-Nr. 0070 (Vitalitätsprüfung)
– Ggf. zusätzlich GOZ-Nr. 2020
(Temporärer speicheldichter Verschluss)
– …
       
– Für direkte Überkappung (GOZ-Nr. 2340)

2340 (25,87 € bei 2,3-fache GOZ)


Direkte Überkappung, je Kavität

Berechnungsfähig
– 1 x je Kavität
– Bei getrennten Kavitäten auch mehrfach je Zahn
– Neben GOZ-Nrn. 2050–2120
(Füllung/Restauration in Adhäsivtechnik
– Ggf. plus Zuschlag für OP-Mikroskop GOZ-Nr. 0110
– Neben GOZ-Nr. 0070 (Vitalitätsprüfung)
– Ggf. zusätzlich GOZ-Nr. 2020
(Temporärer speicheldichter Verschluss)
– …
 
Nicht berechnungsfähig
– Für indirekte Überkappung (GOZ-Nr. 2330)

2350 (37,51 € bei 2,3-fache GOZ)


Amputation und Versorgung der vitalen Pulpa ­einschließlich Exkavieren

Berechnungsfähig
– 1 x je Zahn
– Bei Milch- und bleibenden Zähnen
– Neben GOZ-Nr. 2390 (Trepanation)
– Ggf. zusätzlich GOZ-Nr. 2020
(Temporärer speicheldichter Verschluss)
– …

Nicht berechnungsfähig
– Neben GOZ-Nr. 2340 (Direkte Überkappung)
– Neben GOZ-Nr. 2360 (Vitalexstirpation)

2360 (14,23 € bei 2,3-fache GOZ)


Exstirpation der vitalen Pulpa einschließlich Exkavieren, je Kanal

Berechnungsfähig
– 1 x je Kanal
– Bei Milch- und bleibenden Zähnen
– Ggf. plus Zuschlag für OP-Mikroskop GOZ-Nr. 0110
– Ggf. zusätzlich GOZ-Nr. 2020
(Temporärer speicheldichter Verschluss)
– Neben GOZ-Nr. 2390 (Trepanation)
– …

Nicht berechnungsfähig
– Neben GOZ-Nr. 2350 (Vitalamputation)

2380 (20,70 € bei 2,3-fache GOZ)


Amputation und endgültige Versorgung der avitalen Milchzahnpulpa

Berechnungsfähig
– 1 x je Zahn
– Nur bei Milchzähnen
– Neben GOZ-Nrn. 2050–2120
(Füllung/Restauration in Adhäsivtechnik)
– Neben GOZ-Nr. 2250 (Konfektionierte Kinderkrone)
– Neben GOZ-Nr. 2390 (Trepanation)
– Endodontische Maßnahmen GOZ-Nr. 2360ff.

Nicht berechnungsfähig
– Bei bleibenden Zähnen

2390 (8,41 € bei 2,3-fache GOZ)


Trepanation eines Zahnes, als selbstständige Leistung

Berechnungsfähig
– 1 x je Zahn
– Bei vitalen und devitalen Zähnen
– Neben GOZ-Nr. 0070 (Vitalitätsprüfung)
– Neben GOZ-Nr. 0080–0100 (Anästhesie)
– Neben GOZ-Nr. 2020
(Temporärer speicheldichter Verschluss)
– …
– Erneut bei Wiedereröffnung eines definitiv ­verschlossenen Zahnes
– Auch bei WF-Revision
 
Nicht berechnungsfähig
– Für die Eröffnung eines provisorisch
verschlossenen Zahnes

2400 (9,05 € bei 2,3-fache GOZ)


Elektrometrische Längenbestimmung eines Wurzelkanals

Berechnungsfähig
– Je Kanal
– Max. 2 x je Kanal in einer Sitzung
– Erneut in Folgesitzung
– Bei Milch- und bleibenden Zähnen
– Auch neben einer Röntgenmessaufnahme
(GOÄ-Nr. 5000)
– Bei WF Revision
– Neben GOZ-Nr. 2390 (Trepanation)

2410 (50,71 € bei 2,3-fache GOZ)


Aufbereitung eines Wurzelkanals
auch retrograd, je Kanal, gegebenenfalls in mehreren Sitzungen

Berechnungsfähig
– 1 x je Kanal, je Sitzung
– Erneut in 2. Sitzung, wenn die Aufbereitung aufgrund anatomischer Besonderheiten in der 1. Sitzung nicht möglich war (insgesamt max. 2 x) ➙ dies ist in der Rechnung zu begründen
– Auch für retrograde Wurzelkanalaufbereitung im Zusammenhang mit einer WSR
– Bei WF-Revision
– Neben GOZ-Nr. 2390 (Trepanation)
– Präendodontische Aufbaufüllung ➙ Analogberechnung gem. §6 Abs.1 GOZ
– Ggf. plus Zuschlag für OP-Mikroskop GOZ-Nr. 0110
– Ggf. plus Zuschlag für Laser GOZ-Nr. 0120
– …
– Einmal verwendbare Nickel-Titan-Instrumente

Nicht berechnungsfähig
– Für die Aufbereitung eines wurzelgefüllten Zahnes zur Aufnahme eines Stiftes/einer Schraube

2420 (9,05 € bei 2,3-fache GOZ)


Zusätzliche Anwendung elektrophysikalisch-chemischer Methoden, je Kanal

Berechnungsfähig
– 1 x je Kanal, je Sitzung (auch bei mehreren Anwendungen in gleicher Sitzung)
– Neben GOZ-Nr. 2400
(Elektrometrische Längenmessung)
– Neben GOZ-Nr. 2390 (Trepanation)
– Neben GOZ-Nr. 2410 (Wurzelkanalaufbereitung)
– Neben GOZ-Nr. 2440 (Wurzelfüllung)
– …

2430 (26,39 € bei 2,3-fache GOZ)


Medikamentöse Einlage in Verbindung mit Maßnahmen nach den Nummern 2360, 2380 und 2410, je Zahn und Sitzung

Berechnungsfähig
– 1 x je Zahn und Sitzung
– Bei Milch- und bleibenden Zähnen
– Die Berechnung der GOZ-Nr. 2430 setzt Leistungen nach den GOZ-Nrn. 2380 oder 2360 und/oder 2410 in gleicher oder vorangegangener Sitzung voraus
– Erneut in Folgesitzung  
– Neben GOZ-Nr. 2020
(Temporärer speicheldichter Verschluss)
– Neben GOZ-Nr. 2390 (Trepanation)
– …
– Bei WF-Revision

Nicht berechnungsfähig
– Neben GOZ-Nr. 2350 (Vitalamputation)

2440 (33,37 € bei 2,3-fache GOZ)


Füllung eines Wurzelkanals

Berechnungsfähig
– 1 x je Kanal und Sitzung
– Auch für eine retrograde Wurzelkanalfüllung
– Ggf. zusätzlich GOZ-Nr. 2020 (Temporärer speicheldichter Verschluss) oder die definitive Versorgung nach den GOZ-Nrn. 2050–2170
– Neben GOZ-Nr. 2400
(Elektrometrische Längenbestimmung)
– Neben GOZ-Nr. 2420
(Elektrophysikalisch-chemische Methoden)
– Zusätzlich GOZ-Nr. 2197 (Adhäsive Befestigung) bei einer dentinadhäsiven Verankerung der Wurzelfüllung im Kanal
– …

(GOZ-Abschnitt A und C)

Auch gegenüber GKV-Patienten können in bestimmten Fällen private Endo-Leistungen erbracht werden. Dabei sind aber die formellen und materiellen Voraussetzungen des Kassenarztrechts zu beachten.

Für den Bereich der Endodontie ist keine Mehrkosten­vereinbarung/Zuzahlung möglich. Entweder kann die ­Behandlung gem. den Richtlinien (Erhalt geschlossener Zahnreihe, Vermeidung einseitiger Freiendsituation, Erhalt von funktionstüchtigem Zahnersatz) über die KVK, oder, sofern die Richtlinien nicht einschlägig sind, auf Grundlage der GOZ erfolgen. Dies ist der Fall, wenn die Zähne außerhalb der Richtlinien sind, nicht richtlinienkonform behandelt werden können oder wenn Arbeitsaufwand, Zeitaufwand und apparative Maßnahmen das Maß des Notwendigen und Wirtschaftlichen übersteigen (zum Beispiel bei geräte- und/oder technikintensiver WK/WF).

Dennoch gibt es die Ausnahme, Leistungen privat zusätzlich zur „Kassen-Endobehandlung“ zu vereinbaren, die es nicht im BEMA gibt. Dazu gehören die GOZ-Nrn. 2400 (Elektrometrische Längenbestimmung) und GOZ-Nr. 2420 (Anwendung elektrophysikalisch-chemischer Methoden). Da die BEMA-Nr. 34 für die medikamentöse Einlage bei GKV-Patienten in der Regel nur insgesamt 3 x über die gesetzliche Krankenversicherung abgerechnet werden kann, ist es möglich, jede weitere Med mit dem Patienten zusätzlich zur „Kassen“-Endo privat zu vereinbaren. Wird bei den „weiteren“ medikamentösen Einlagen ein temporärer speicheldichter Verschluss gelegt, kann die GOZ-Nr. 2020 auch privat berechnet werden. Ggf. kommt zusätzlich noch die GOZ-Nr. 2197 für die adhäsive Befestigung hinzu. Begleitleistungen, die im Rahmen der außervertraglichen Leistungen erbracht werden, sind ebenfalls privat mit dem Patienten zu vereinbaren (z.B. die GOZ-Nrn. 0090, 0100, 2197).


Besteht die Notwendigkeit, den Zahn vor Beginn der Wurzelkanalbehandlung zunächst adhäsiv aufzubauen (Prä­endodontischer Aufbau), wird diese Leistung gem. §6 Abs. 1 GOZ über eine nach Art, Kosten- und Zeitaufwand gleichwertige Leistung aus der GOZ/ GOÄ berechnet.
Neu ist die Analogberechnung gem. §6 Abs.1 GOZ eines von vornherein beabsichtigten Stiftaufbaus einer Füllung als definitive Versorgung. Die Füllung kann direkt nach den GOZ-Nrn. 2050  und 2060ff. über die Mehrkostenvereinbarung gem. §28 Abs. 2 Satz 4 SGB V berechnet werden. Für den Stiftaufbau kann in diesem Fall kein Festzuschuss in Ansatz gebracht werden. Die Behandlung erfolgt nach rein privater Vereinbarung gem. §4 Abs. 5d BMV-Z bzw. §7 Abs. 7 EKVZ.

Bezüglich der Anwendung des Lasers bei GKV-Patienten ist zu beachten, dass dieser nur im Rahmen der Wurzel­kanalsterilisation als selbstständige Leistung analog gem. §6 Abs.1 GOZ zusätzlich berechnet werden darf.
Die Anwendung eines Lasers im Rahmen der Wurzel­kanalaufbereitung löst nicht den Ansatz der Zuschlagsgebühr GOZ-Nr. 0120 aus, da dieser nur zu einer GOZ-Hauptleistung (GOZ-Nr. 2410) berechnet werden darf. Somit kann gegebenenfalls die gesamte endodontische Behandlung privat mit dem Patienten gem. §4 Abs. 5d BMV-Z bzw. §7 Abs. 7 EKVZ vereinbart werden.


Eine weitere neue Zuschlagsgebühr ist die GOZ-Nr. 0110 für die Anwendung eines OP-Mikroskops. Wie der Laserzuschlag kann auch dieser nicht mit dem GKV-Patienten zusätzlich zur „Kassen“-Endo gesondert vereinbart werden, da er nur zu der GOZ-Hauptleistung (GOZ-Nrn. 2410 und 2440) berechnet werden kann. Eine Zuzahlung durch den GKV-Patienten ist nicht möglich. Gegebenenfalls kann die gesamte Endobehandlung mit dem Patienten privat gem. §4 Abs. 5d BMV-Z bzw. §7 Abs. 7 EKVZ vereinbart werden.


Eine Lupenbrille stellt kein OP-Mikroskop dar. Findet eine Behandlung unter Einsatz einer Lupenbrille statt, darf für diesen Mehraufwand keine Zuzahlung erfolgen. Gegebenenfalls kann auch hier die Berechnung der gesamten endodontischen Behandlung nach GOZ erfolgen.


Nur in den Fällen, in denen die komplette endodontische Behandlung auf Grundlage der GOZ berechnet wird, können einmal verwendbare Nickel-Titan-Instrumente gesondert zur Wurzelkanalaufbereitung berechnet werden.


Sollen nun ergänzende/zusätzliche/alternative endodontische Leistungen aus der neuen GOZ mit Kassenpatienten vereinbart werden, ist die nachfolgende Vorgehensweise nötig, da der Kassenpatient zunächst Anspruch auf den Erhalt der Vertragsleistung hat. Ist keine Vertragsleistung vorhanden und wünscht der Kassenpatient private Leistungen in Anspruch zu nehmen, muss mit ihm zunächst eine Vereinbarung nach §4 Abs. 5d BMV-Z/§7 Abs. 7 EKVZ getroffen werden. Damit wird aus dem Kassenpatient ein Privatpatient. Dieser erhält dann über die erbrachten Leistungen eine Liquidation nach GOZ.

Von der Vertrags- zur Privatleistung


Prinzip: Der Kassenpatient hat Anspruch auf Vertragsleistung (SGB V, BEMA) (siehe Grafik auf Seite 40)
– Ausreichend, wirtschaftlich, zweckmäßig, notwendig
– Aber: Aufklärung über verschiedene Behandlungs­alternativen

Vereinbarung nach §4 Abs.5d BMV-Z bzw. §7 Abs.7 EKVZ
Vereinbarung außervertraglicher Leistungen:

1. Schritt
Raus aus dem Vertragszahnarztrecht

2. Schritt
ggf. zusätzliche Vereinbarung nach
– §2 Abs. 1 u. 2 oder
– §2 Abs. 3 (bei Leistungen, die über das zahnmedizinisch notwendige Maß hinausgehen) (GOZ gilt ohne „Wenn und Aber“!)
 

Vereinbarungsmuster GKV


Vereinbarung einer Privatbehandlung gemäß §4 Abs.5d BMV-Z bzw. §7 Abs. 7 EKVZ für GKV-Patienten

Name des Versicherten:
_____________________

_____________________

Mir ist bekannt, dass ich als Patient der gesetzlichen Krankenversicherung das Recht habe, unter Vorlage der Krankenversichertenkarte nach den Bedingungen der gesetzlichen Krankenversicherung behandelt zu werden. Unabhängig davon wünsche ich ausdrücklich ­aufgrund eines privaten Behandlungsvertrages gemäß der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) privat behandelt zu werden.

  • Nachfolgende Behandlung wurde vereinbart:
  • Siehe beigefügter Heil- und Kostenplan


________________________
________________________
________________________
________________________
________________________

Ich bin darüber aufgeklärt worden, dass eine Erstattung der Vergütung oben genannter Leistungen durch die Krankenkasse in der Regel nicht erfolgen kann.


Ort, Datum
_______________________

Unterschrift des Zahnarztes
_______________________

Unterschrift des Versicherten
_______________________

Die aufgeführte Behandlung …

  •  … ist nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung enthalten.
  •  … geht weit über das Maß der aus­reichenden, zweckmäßigen und wirtschaftlichen Versorgung hinaus (§§ 12, 70 SGB V).
  •  … geht über die Richtlinien des Bundesausschusses der Zahnärzte und Krankenkassen für eine aus­reichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Versorgung hinaus.
  •  … wird auf Wunsch des Patienten durchgeführt.

Zusammenfassung


Im Bereich Endo hat die GOZ 2012 eine Reihe von Verbesserungen gebracht. So zum Beispiel die Berechnung einmal verwendbarer Nickel-Titan-Instrumente, Zuschlags­positionen, die Berechnungsfähigkeit der Wurzelkanal­aufbereitung in einer zweiten Sitzung und anderes mehr.


Was die Bewertung der einzelnen Leistungen angeht, liegt keine angemessene Anpassung vor. Es wird daher notwendig sein, in bestimmten Fällen zusätzlich vor Behandlung eine Vereinbarung nach §2 Abs. 1 und 2 über die Höhe der Gebühr mit dem Patienten/Zahlungspflichtigen zu treffen.


Die Erbringung privater Endo-Leistungen beim Kassenpatienten ist an enge (auch formelle) Voraussetzungen geknüpft. Diese müssen beachtet werden, damit der Honoraranspruch wirksam entsteht.

Foto: Foto: Shutterstock.com
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