Personalmanagement 16.01.2026
Fachkräfte halten statt ständig suchen: Was beim Recruiting wirklich zieht und wo Betriebe Potenzial verschenken
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Die Studie spiegelt den aktuellen Arbeitsmarkt, in dem Zusagen offensichtlich weniger verlässlich geworden sind.1 Demnach berichten 14,7 Prozent der befragten Unternehmen von "Ghosting", also unterschriebenen Verträgen ohne Arbeitsantritt. 23,9 Prozent erlebten Kündigungen neuer Mitarbeitender in der Probezeit, 37,7 Prozent erhielten Absagen, weil Bewerbende sich für einen anderen Job entschieden.
Beim Recruiting schneiden aus Unternehmenssicht besonders Mitarbeiterempfehlungen, Praktika und Stellenanzeigen in sozialen Medien gut ab. Als wirksam, aber noch zu selten genutzt, nennt die Studie Active Sourcing, also die gezielte Direktansprache passender Kandidatinnen und Kandidaten. Für die Bindung nennt die Studie vor allem Faktoren, die den Arbeitsalltag konkret verbessern. Dazu gehören eine vertrauensvolle Führung, flexible Arbeitszeiten und mobiles Arbeiten sowie strukturierte Weiterbildung und regelmäßige Mitarbeitergespräche. Auch Unterstützung bei Kinderbetreuung oder bei der Pflege von Angehörigen wird als Maßnahme beschrieben, die sich mit geringerer Fluktuation verbindet, aber in vielen Betrieben noch nicht verbreitet ist.
1 Herzer, Philip / Arndt, Franziska / Freisburger, Judith / Stippler, Sibylle, 2025, Fachkräfte finden und binden – Was Unternehmen wirklich erfolgreich macht, Studie im Rahmen des Projektes Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE), Köln