Anzeige
Qualitätsmanagement 17.11.2017

QM-Handbücher müssen erweitert werden!

QM-Handbücher müssen erweitert werden!

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat im November des letzten Jahres seine zweite Änderung der Qualitätsmanagement- Richtlinie (QM-RL) auf den Weg gebracht. Am 16. November 2016 wurde die Richtlinienänderung im Bundesanzeiger veröffentlicht. Zukünftig gelten für Praxen, Zahnarztpraxen und Krankenhäuser einheitliche Anforderungen an ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement. Der G-BA hat hierfür eine neue Richtlinie beschlossen, die ein sektorübergreifendes Qualitätsmanagement fordert und für Zahnarztpraxen einige neue Anforderungen beinhaltet. Im Internet gibt es fertige Ergänzungssätze zur Erweiterung der internen QM-Handbücher.

Damit die neuen Anforderungen der Richtlinie in der Praxis umgesetzt werden können, müssen diese zuvor im Praxisteam besprochen und im QM-Handbuch beschrieben bzw. im Handbuch erweitert werden. Damit hier nicht jede Praxis das Rad neu erfindet, gibt es im Internet (siehe QM-Tipp unten) bereits entwickelte QM-Ergänzungssätze. Diese Ergänzungen beinhalten alle Beschreibungen für die Handbücher und das Praxisteam sowie alle notwendigen neuen Formblätter, die zukünftig angewendet werden müssen.

Was sind nun die Änderungen?

Im Teil A der neuen Richtlinie geht es um die Aspekte der „Sektorenübergreifenden Rahmenbestimmungen für die grundsätzlichen Anforderungen an ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement“. Dieser Teil der Richtlinie ist für niedergelassene Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten und medizinische Versorgungszentren bindend. Im Teil B der Richtlinie geht es um die Anforderungen der „Sektorspezifischen Konkretisierungen der Rahmenbestimmungen des einrichtungsinternen Qualitätsmanagements“. In diesem Bereich werden für die einzelnen Leistungserbringer im Gesundheitswesen zusätzliche „spezifische“ Anforderungen definiert.

Die Einzelheiten der Richtlinienänderung für das zahnärztliche Gesundheitswesen.

Mitarbeiterbefragungen: Hier wird eine Zahnarztpraxis verpflichtet, eine regelmäßige und möglichst anonyme Befragung der Mitarbeiter durchzuführen und auszuwerten. Im Ergänzungssatz befindet sich neben der Beschreibung zum Vorgehen eine Ansammlung von möglichen Mitarbeiterfragen, ein Fragebogen und ein Formblatt für die Auswertung der Befragung.

Maßnahmen zur Vermeidung von Stürzen bzw. Sturzfolgen: Stürzen soll vorgebeugt werden. In einer Zahnarztpraxis muss für unfallfreie Wege innerhalb der Praxisräume gesorgt werden. Hierzu wird eine schriftliche Gefährdungsanalyse für die Bereiche Praxiseingang, Empfangsbereich und Wartezimmer sowie die Behandlungszimmer und den Röntgenraum gefordert. Im Ergänzungssatz befinden sich neben der Beschreibung weitere Formblätter mit einzelnen Fragen für die oben genannten Bereiche, die die einzelnen möglichen Gefahren hinterfragen. Eine Gewichtung der möglichen Risiken erfolgt durch drei Risikoklassen.

Patientenbefragungen: Innerhalb der Praxisorganisation müssen nun regelmäßige Patientenbefragungen durchgeführt und ausgewertet werden. Im Ergänzungssatz befindet sich neben der Beschreibung zum Vorgehen einer Patientenbefragung eine Ansammlung von möglichen Beispielfragen, ein Fragebogen und ein Formblatt für die Auswertung der Ergebnisse. Die Beispiele beinhalten zum einen die Frage nach der Wichtigkeit eines Aspektes in der Praxis und anschließend die Zufriedenheit des befragten Patienten mit der realen Umsetzung.

Schmerzmanagement: Bei Patienten mit bestehenden oder zu erwartenden Schmerzen erfolgt das neu geforderte interne Management. Beginnend mit der Erfassung bis hin zur Therapie, damit Schmerzen bei Patienten, die sich einer zahnmedizinischen Behandlung unterziehen, vorgebeugt, reduziert oder beseitigt werden können. Hier gibt es im Ergänzungssatz neben der Beschreibung für die zuständigen Mitarbeiter eine Auflistung der gebräuchlichen Schmerzmittel mit ihren zu beachtenden Eigenschaften. Diese Unterlage muss im Handbuch eingebunden und mit den zuständigen Mitarbeitern besprochen werden.

Arzneimitteltherapiesicherheit: Ziel ist es, innerhalb der Praxisorganisation und den festgelegten zahnmedizinischen Behandlungsabläufen, Medikationsfehler und damit verbundene Risiken für die Patienten der Praxis zu vermeiden. Hier gibt es eine Beschreibung zum Thema und einen Medikationsplan als Muster, der in das Handbuch eingebunden werden muss.

OP-Checklisten: Für Zahnarztpraxen, die ihre Patienten auch mit der Unterstützung eines externen Anästhesisten behandeln, stellen die OP-Checklisten eine wertvolle und gesicherte Übermittlung der wichtigen Informationen des jeweiligen Patienten sicher. Für alle anderen Praxen sind diese Checklisten zu vernachlässigen. Hier gibt es im Ergänzungssatz speziell entwickelte und für eine Zahnarztpraxis abgestimmte OP-Pläne, die mit dem Behandlungsteam und dem Anästhesisten besprochen werden und zum Einsatz kommen müssen.

Unser QM-Tipp

Zur Erweiterung Ihres QM-Handbuches bietet die Qualitäts-Management-Beratung Christoph Jäger auf seiner Homepage – www.der-qmberater.de – maßgeschneiderte Ergänzungssätze zur Erweiterung der internen QM-Dokumentation an. Die zur Verfügung gestellten Unterlagen werden bei der Bestellung sofort personalisiert (Praxisadresse in der Kopfzeile) und der Praxis in ausgeduckter Form sowie auf einer CDROM zur Verfügung gestellt. Zur eigenen Bearbeitung der Dateien auf der CD-ROM wird das Schreibprogramm von Microsoft Word empfohlen.

Der Beitrag ist in der ZWP Zahnarzt Wirtschaft Praxis 11/2017 erschienen.

Foto: Heinzgerald – stock.adobe.com
Mehr
Mehr News aus Qualitätsmanagement

ePaper

Anzeige