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Recht 05.02.2019

DSGVO in der Praxis: „Nummer 5 bitte ins Behandlungszimmer 2“

DSGVO in der Praxis: „Nummer 5 bitte ins Behandlungszimmer 2“

Sind Patienten heute nur noch Nummern?

Die Einführung der DSGVO sorgt bis heute für Verunsicherung. Einige Zahnarztpraxen sind dazu übergegangen, ihre Patienten im Wartezimmer nur noch mit einer Nummer aufzurufen. Ein DSGVO-Must-have oder überambitioniert?

Ein Zahnarzt im baden-württembergischen Villingen-Schwenningen hat mit Inkrafttreten der aktuellen EU-Datenschutz-Grundverordnung in seiner Praxis viele Anpassungen vorgenommen, um die Privatsphäre seiner Patienten zu schützen. Unter anderem hat die Praxis das Wartezimmer mit einer schalldichten Tür versehen, um das Mithören von Gesprächen am Empfang zu vermeiden, wie suedkurier.de berichtet. Die ungewöhnlichste Neuerung ist jedoch, dass die Patienten – zumindest, wenn sie nicht allein im Wartezimmer sitzen – mit einer Nummer statt ihrem Namen aufgerufen werden.

Für die meisten Patienten war dies zunächst befremdlich, viele fühlten sich auf eine Nummer „herabgesetzt“. Auch wenn diese Maßnahme aus datenschutzrechtlicher Sicht natürlich nicht verkehrt ist – sie ist nicht notwendig, wie unter anderem die Kassenärztliche Vereinigung Bayern (KVB) bestätigt. Vielmehr geht es um den richtigen Umgang mit digitalen Daten.

Um Bußgeldverfahren vorzubeugen, ist entscheidend, dass Praxen umfassenden Prüfungs-, Dokumentations- und Informationspflichten nachkommen. Wer hier noch nicht alle erforderlichen Schritte eingeleitet hat, kann sich an dem von der BZÄK herausgegebenen Merkblatt orientieren. Der Datenschutzleitfaden geht zudem detailliert und weiterführend auf die Praxis-EDV ein.

Foto: beeboys – stock.adobe.com

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