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Statements 24.06.2020

Behandlung von Kindern in COVID-19-Zeiten

Behandlung von Kindern in COVID-19-Zeiten

Die Polarisierung der Karies prägt nicht nur die Epidemiologie, sondern auch die Organisation einer Praxis mit dem Schwerpunkt Kinderzahnheilkunde. Es gibt eine kleine Gruppe von Patienten mit einem hohen Behandlungsbedarf und eine große Gruppe mit geringerem Behandlungsbedarf, die regelmäßig zur „Zahnputzschule“ kommt. Zur Prävention der Early Childhood Caries (ECC) ist die Individualprophylaxe so bedeutsam wie die unterstützende Paradontitistherapie (UPT).

Wo in der Erwachsenenbehandlung längere Termine üblich sind, haben Kindergarten- und Grundschulkinder eine Konzentrationsspanne von maximal bis zu 30 Minuten, in der wir von der Begrüßung bis zur Belohnung kommen müssen.

Das hohe Patientenaufkommen stellt uns bei der Einhaltung der geforderten Abstandsregelungen im Wartezimmer, in den Fluren und an der Rezeption momentan vor besondere Herausforderungen: Kinder kommen selten alleine in die Praxis. Sie werden begleitet von ihren Eltern, Geschwistern, Großeltern oder auch Freunden. Zudem sind Kinder unter sechs Jahren von der Maskenpflicht ausgenommen.

Zusätzlich zu den üblichen Empfehlungen, wie beispielsweise die Behandlung unter Kofferdam und getrennte Behandlungsmöglichkeiten für bereits infizierte Personen, erzeugen wir mit den folgenden Maßnahmen Sicherheit für alle Beteiligten in unseren Praxen: Vor Ankunft in der Praxis wird eine telefonische Anamnese durchgeführt. Dabei wird erfragt, ob die ganze Familie gesund ist. Es darf nur eine(!) Person das Kind in die Praxis begleiten. Gleichzeitig stellen wir sicher, dass sich außerhalb der Behandlungszimmer nur wenige Patienten begegnen. Dafür nutzen wir beispielsweise Pager-Systeme, SMS-Benachrichtigungen, getrennte Bereiche für die Patientenannahme und für die Vergabe neuer Termine.

Zu einer besonders vulnerablen Patientengruppe gehören Kinder, die auf einen Termin zur Behandlung unter Allgemeinanästhesie warten. Solche Kinder haben akute und/oder chronische Schmerzen und können nicht mehr richtig essen. Deshalb haben sie bereits oft Gewicht verloren und sind anfällig für andere Infektionen. Diese Kinder müssen nach wie vor in Allgemeinanästhesie behandelt werden können, auch wenn wir verstärkt auf die Verhaltensprävention setzen.

Autorin: drs. Johanna Maria Kant, Vorsitzende des Bundesverband der Kinderzahnärzte

Der Beitrag ist in ZWP Zahnarzt Wirtschaft Praxis erschienen.

Foto Teaserbild: hedgehog94 – stock.adobe.com

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