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Statements 28.02.2011

Neuer Fortbildungsbedarf in der Implantologie

Neuer Fortbildungsbedarf in der Implantologie

Statement von Prof. Dr. Dr. Hendrik Terheyden, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Implantologie im Zahn-, Mund- und Kieferbereich e.V.

Die stetige Fortentwicklung der Implantologie ermöglicht heute eine nachhaltige Versorgung unserer Patienten mit implantatgetragenen Restaurationen. Zudem können moderne Implantatsysteme ein Leben lang halten, wenn alles richtig gemacht wurde. War eine Implantation früher nur möglich, wenn ausreichend Knochengewebe zur Verfügung stand, können wir heute die Gewebe so aufbauen, dass Implantate an der prothetischen Idealposition inseriert werden können.

Für junge Zahnärztinnen und Zahnärzte ist die strukturierte Fortbildung auf dem Gebiet der Implantologie darum in vielen Fällen eine Selbstverständlichkeit, um die Implantologie von Anfang an in die Praxis zu integrieren. Dies zeigt beispielsweise das Durchschnittsalter der Neumitglieder der Deutschen Gesellschaft für Implantologie, das derzeit bei 38 Jahren liegt.

Aber auch etablierte Kollegen tanken bei der DGI ihr Wissen auf, denn das Wissen veraltet heute schneller als früher. Es gibt neuen Fortbildungsbedarf: Die neuen Möglichkeiten der Implantologie machen die Zahnheilkunde invasiver, die Behandlung endet nicht mehr oberhalb des Schleimhautniveaus. Medizinische und biologische Themen, etwa Wundheilung oder Geweberegeneration, gewinnen mehr Bedeutung in der täglichen Behandlung und in der Fortbildung.

Auch systemische medizinische Einflüsse und das chirurgische Risikomanagement gilt es zu berücksichtigen. Die fortschreitende Digitalisierung der zahnmedizinischen Prozesskette und die 3-D-Diagnostik ändern den Behandlungsablauf. Die neue SACKlassifikation (S = simple, A = advanced, C = complex), publiziert vom International Team for Implantology (ITI), bildet unterschiedliche Schwierigkeitsgrade einer Implantatbehandlung ab. Das ist an sich keine Neuerung, aber in der öffentlichen Wahrnehmung werden diese Schwierigkeitsgrade bislang nicht ausreichend wahrgenommen. Implantat ist eben nicht gleich Implantat. Die Realität ist ein Spektrum von einfachen bis komplexen Implantatbehandlungen, das einen unterschiedlichen Aufwand bedingen kann.

Mit der Komplexität einer Versorgung wächst die Bedeutung des Teamworks, das Einbeziehen von Spezialisten. Damit integriert die Implantattherapie die Fachdisziplinen. Hier ist zukünftig Kooperation, Kommunikation und Fallmanagement gefragt. Auch dies wird in der Fortbildung angesprochen. Gäbe es kein Preisargument und keine operative Belastung, könnte fast jede prothetische Lückensituation implantatgestützt versorgt werden. Auch wenn derzeit noch die Minderzahl aller Zahnlücken implantologisch versorgt wird – die Bedeutung der Implantologie wird schon aus Patienteninteresse weiter wachsen.

Statement aus der aktuellen Ausgabe der ZWP Zahnarzt Wirtschaft Praxis 1+2/2010

Foto: © DGI

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