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Statements 30.12.2013

Parodontitis in aller Munde?

Dr. Axel Mory
Dr. Axel Mory
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Parodontitis in aller Munde?

Damit dem nicht so ist, bemüht sich die Österreichische Gesellschaft für Parodontologie (ÖGP) kontinuierlich um Aufklärung in der Bevölkerung und Kollegenschaft. Wir wollen die Parodontitis aus den Mündern eliminieren und deren Vorbeugung im Bewusstsein verankern.

Ein wichtiger Schlüssel dazu ist die parodontale Grunduntersuchung. Wenige Sondierungen mit der geeigneten Parodontalsonde reichen aus, um zu erkennen, ob ein Parodontitisproblem vorliegt und wie schwerwiegend es ist. Die Durchführung dieser Screeninguntersuchung ist auf der Webseite der ÖGP (www.oegp.at) im Submenü „Ärztinnen“ genau erklärt.

Die konsequente Plaque- und Konkremententfernung ist sicher eine der tragenden Säulen in der Parodontitistherapie. Mindestens ebenso wichtig aber ist die Einschätzung des individuellen Erkrankungsrisikos. Patienten mit erhöhter Empfänglichkeit erleiden rascher Schäden am Zahnhalteapparat und bedürfen einer wesentlich gründlicheren und intensiveren Behandlung als Patienten mit geringer Disposition. Dem individuellen Risiko muss demnach in der Parodontitistherapie Rechnung getragen werden.

Prekär wirkt sich die genetische Parodontitisdisposition an Implantaten aus. Bereits im klinisch unauffälligen periimplantären Weichgewebe zeigt sich eine unbedenkliche und diskrete Granulozyteninfiltration. Eine klinisch manifeste periimplantäre Entzündung mit Lockerung der ZF-Manschette um Zahnimplantate führt aber zu deutlich rascherem Knochenverlust als an natürlichen Zähnen. Der Perimukositis bzw. der Periimplantitis werden wir uns in den nächsten Jahren verstärkt zuwenden müssen, da die stetig steigende Zahl an Zahnimplantaten auch vermehrt periimplantäre Probleme nach sich ziehen wird. Im Recall muss nach initialen periimplantären Symptomen Ausschau gehalten werden. Sind die Kriterien einer operativen Intervention erfüllt, wird im Gegensatz zur Parodontitis nicht auf eine Abheilung nach konservativer Taschenreinigung gewartet, sondern frühzeitig chirurgisch interveniert. Das chirurgische Protokoll ist bis heute nur zum Teil vereinheitlicht, da wissenschaftlich noch nicht endgültig gezeigt werden konnte, welche Defektreinigung und -sanierung den bestmöglichen Erfolg verspricht.

Nicht nur Weihnachten steht vor der Tür. 2014 kommt auch die Jahrestagung paroknowledge® in Kitzbühel wieder, für die wir bereits intensiv mit den Vorbereitungen beschäftigt sind.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen angenehmen Jahreswechsel.

Foto: © Ocskay Bence - Fotolia.com
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